
Bei der dritten Inklusiven Jobmesse mit mehr als 50 Unternehmen gab es prominente Unterstützung im Regensburger Jahnstadion: Elke Büdenbender, Juristin und Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, machte sich einen persönlichen Eindruck.
Mehr als 50 Unternehmen aus der Region haben sich bei der dritten Inklusiven Jobmesse auf die Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Behinderung gemacht, ihr Unternehmen vorgestellt und erste Gespräche mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern mit Behinderung geführt. Prominenter Gast der Messe war Elke Büdenbender, die sich vor Ort einen persönlichen Eindruck über das Messekonzept machte, das vom Regensburger Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt entwickelt wurde und inzwischen bundesweit Nachahmer findet. „Regensburg zeigt mit dieser Messe, wie Offenheit und Zusammenhalt ganz praktisch entstehen können: dort, wo Menschen einander begegnen, Fähigkeiten erkennen und Chancen ermöglichen. Dafür danke ich Ihnen von Herzen!“ Aufgrund des großen Erfolgs, der sich an den Aussteller- und Besucherzahlen zeigt, wird die Messe in diesem Jahr erstmals durch das Bayerische Sozialministerium gefördert. Die Staatsministerin Ulrike Scharf, die vom Amtschef des Ministeriums Dr. Markus Gruber vertreten wurde, sagte: „Inklusion am Arbeitsmarkt ist nicht nur eine soziale Aufgabe, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Deshalb fördern wir Inklusive Jobmessen einfach, unbürokratisch und zuverlässig und unterstützen Betriebe in Bayern, die Menschen mit Behinderung einstellen oder ausbilden wollen. So bleibt Bayern stark.“ Die Veranstalter rechneten über den Tag mit mehr als 1.000 Besuchenden wie auch in den Vorjahren.
„Regensburg ist für alle da“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger für die Stadt, die im Rahmen von Regensburg inklusiv bereits zum zweiten Mal unterstützt durch die Landkreise Regensburg und Kelheim die Trägerschaft übernommen hat. „Inklusion funktioniert nur, wenn die nötigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden.“ Als Oberbürgermeister wolle er sich dafür einsetzen. Zudem appellierte er an Unternehmen: „Haben Sie den Mut, Menschen mit Behinderung einzustellen.“ Landrätin Tanja Schweiger konnte persönlich nicht vor Ort sein, bezeichnete die Messe jedoch als starkes Signal für gelebte Teilhabe. „Gerade angesichts des Fachkräftemangels brauchen wir Formate, die Begegnungen schaffen, Berührungsängste abbauen und konkrete berufliche Chancen eröffnen“, betonte sie. „Inklusion ist nicht nur ein soziales Anliegen, sondern ein Gewinn für unsere gesamte Region.“ Landrat Christian Nerb hob hervor, dass Landkreisgrenzen bei der Unterstützung von Menschen mit Behinderung keine Rolle spielen dürfen. „Ich freue mich, dass die Landkreise Kelheim und Regensburg an einem Strang ziehen“, so Christian Nerb.


Der Beauftragte der bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Holger Kiesel, betonte in einer Videobotschaft, dass das Regensburger Konzept inzwischen bundesweit auf Interesse stoße. Zudem sei es der Verdienst des Regensburger Arbeitskreises, dass inklusive Jobmessen im Freistaat nun finanziell gefördert werden können, was die Durchführung erleichtere.
Highlight der Inklusiven Jobmesse war das Job-Speed-Dating, bei dem sich Menschen mit Behinderung und Unternehmen im Schnellverfahren kennenlernen konnten. Mit dabei waren auch Andreas Weinhut von der Weinhut GmbH mit seiner Personalrecruiterin Patrica Lorenz, der er vor zwei Jahren bei dem Verfahren als Bewerberin gegenüber saß. „Inklusion kann funktionieren, wenn Arbeitgeber bereit sind, genauer hinzusehen“, sagte Weinhut. Für Lorenz wurde in seinem Unternehmen ein Arbeitsplatz geschaffen, der ihren Fähigkeiten entspricht, um ihre Stärken zu nutzen. „Wir dürfen nicht auf Defizite schauen, sondern auf Potentiale.“ Für ihn habe sich gezeigt, wie wertvoll inklusive Beschäftigung fachlich, menschlich und kulturell sein könne.
Großen Anklang fand bei den Besucherinnen und Besuchern das Angebot von Fachdiensten und Behörden, die über Fördermöglichkeiten für Beschäftigte mit Behinderung Auskunft gaben. Das Spektrum reichte hier von finanziellen Anreizen über technische Unterstützungsoptionen bis hin zu fachlicher Begleitung oder sogar Assistenz im Arbeitsverhältnis. Bei mehreren Workshops gaben Bewerbungs-Profis Tipps rund um Bewerbungsverfahren. Bei einem kostenlosen Bewerbungs-Fotoshooting konnten sich Interessierte ins beste Licht rücken lassen.
Sich in Menschen mit Behinderung einfühlen, ermöglichte der Perspektivwechsel-Parcours von Phönix e.V. sowie ein Fühlparcours vom Netzwerk Autismus. Beide Anbieter boten die Möglichkeit, die verschiedene Behinderungsarten am eigenen Leib zu erfahren. Darüber hinaus konnten die Besuchenden an einer Stadionführung teilzunehmen oder beim Torwand-Schießen des SSV Ihre Fähigkeiten am runden Leder testen.
Der Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt zog eine zufriedene Bilanz. „Unser Konzept der Inklusiven Jobmesse hat sich bewährt“, sagte der Sprecher des Organisations-Teams und Inklusionsbeauftragte der Stadt Frank Reinel. Andreas Keller von der Handwerkskammer, der die Arbeitgeberakquise und -betreuung verantwortete, zeigte sich erfreut über den umfangreichen Branchenmix. „Vom öffentlichen Dienst, über Handwerk, bis zu Dienstleistern und Industriebetrieben haben wir für jeden Bewerber sicherlich ein passendes Angebot“, so Keller. Auch in diesem Jahr rechnen die Veranstaltenden, dass im Nachgang der Messe zahlreiche Praktika, Probebeschäftigungen und feste Anstellungsverhältnisse entstehen. „Die Inklusive Jobmesse baut Vorurteile ab“, betonte Reinel. „Sie bringt oft Bewerberinnen und Bewerber und Unternehmen zusammen, die sich sonst nicht kennengelernt hätten.“ Besonders zahlreich wurde die Messe von Schulen besucht, die bereits am Morgen für volle Gänge zwischen den Ständen im Jahn-Stadion gesorgt haben. Weitere Informationen unter www.regensburg-inklusiv.de








