
In einer Feierstunde verabschiedete Bürgermeister Thomas Falter sieben Rätinnen und Gemeinderäte, die am 30. April aus dem Gemeindeparlament ausgeschieden sind. Im Mittelpunkt standen Sonja Probst, Regina Wirth, Karin Roßmann, Georg Wilhelm, Helmut Kraus, Thomas Neidl und Armin Mückl. Zur Verabschiedung waren auch der frühere Bürgermeister Alfred Jäger, Gemeinderäte und Vertreter der Verwaltung ins Mehrgenerationenhaus gekommen.
Rückblick auf sechs intensive Jahre Kommunalpolitik
In seiner ausführlichen und persönlich geprägten Laudatio würdigte Bürgermeister Thomas Falter das langjährige Engagement und betonte die besondere Bedeutung ihres Einsatzes für die Gemeinde. „Heute verabschieden wir Persönlichkeiten, die über viele Jahre hinweg Verantwortung für unsere Gemeinde übernommen und diese aktiv mitgestaltet haben“, eröffnete Falter seine Rede. Eine solche Verabschiedung sei „mehr als ein formaler Akt“, vielmehr Ausdruck von „Dankbarkeit und Anerkennung für ein Ehrenamt, das viel Einsatz, Zeit und persönliches Engagement erfordert“.
Der Bürgermeister hob hervor, dass die vergangenen sechs Jahre von intensiver Arbeit geprägt gewesen seien. Insgesamt habe sich der Gemeinderat zu 92 Sitzungen getroffen, hinzu kämen zahlreiche Ausschusssitzungen. „Alleine in den Gemeinderatssitzungen wurden 1.850 Beschlüsse gefasst“, so Falter. Besonders bemerkenswert sei, dass viele Projekte parallel vorangetrieben wurden – von der Neugestaltung der Ortsmitte über den Bau eines Ärztehauses bis hin zum Start des Glasfaserausbaus.
Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Positionen
Ein zentrales Thema der Laudatio war die Qualität der Zusammenarbeit im Gremium. Falter betonte, dass trotz unterschiedlicher politischer Überzeugungen stets konstruktiv gearbeitet worden sei: „Wir alle haben teilweise völlig andere Grundüberzeugungen und Lebensrealitäten – und trotzdem haben wir es immer geschafft, Augenhöhe und Respekt zu wahren.“ Gerade diese Fähigkeit zum Dialog habe die Kommunalpolitik ausgezeichnet. Entscheidungen seien nicht immer einfach gewesen, oft habe es intensive Diskussionen gebraucht. „Vielmehr waren oftmals Abwägungen notwendig, Diskussionen zu führen und Kompromisse zu finden“, erklärte Falter. Dabei verschwieg er auch schwierige Phasen nicht. Insbesondere zu Beginn der Legislaturperiode habe es Herausforderungen gegeben, nicht zuletzt durch die Pandemie. „Zwischenmenschlich war der Start alles andere als einfach – umso herausragender ist es, dass ein Gremium zusammengewachsen ist“, sagte er rückblickend.
Jahrzehntelanges Engagement gewürdigt
Besonders eindrucksvoll waren die Beispiele für langjährige kommunalpolitische Arbeit. Falter erinnerte an einzelne Ratsmitglieder, die über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen hatten. „Unser scheidender Kollege Armin Mückl ist 1993 in den Gemeinderat gekommen“, führte er aus und stellte fest, dass einige der neuen Mitglieder damals noch nicht einmal geboren gewesen seien. Auch das Engagement von Thomas Neidl hob er hervor: „Er ist 1996 in den Gemeinderat eingezogen und war insgesamt 18 Jahre stellvertretender Bürgermeister – was für eine Leistung!“
Mit Blick auf alle ausscheidenden Mitglieder betonte Falter: „Ihr habt in Eurer Amtszeit Verantwortung übernommen und diese mit Engagement, Überzeugung und Ausdauer ausgefüllt.“ Ihr Wirken habe nicht nur konkrete Projekte hervorgebracht, sondern auch die politische Kultur geprägt: „Eine Kultur, die von Respekt, Offenheit und dem Willen zur Zusammenarbeit getragen ist.“ Zum Abschluss richtete der Bürgermeister seinen Dank auch an die Familien und Unterstützer im Hintergrund: „Ohne die Menschen um uns herum – ihre Unterstützung, ihr Verständnis – könnte keiner von uns sein Mandat vernünftig ausführen.“
Nach lang anhaltendem Applaus würdigte Bürgermeister Falter die ausscheidenden Gemeinderäte einzeln und überreichte ihnen als Zeichen der Anerkennung für ihre langjährige, engagierte Tätigkeit im Dienst der Gemeinde ein Präsent.
Georg Wilhelm (FW)
Georg Wilhelm gehörte dem Gemeinderat seit 2022 an und brachte sich insbesondere im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss ein. Als Finanzexperte lag ihm eine solide Haushaltsführung besonders am Herzen. Zudem setzte er sich für die Stärkung der Feuerwehr ein. Trotz seiner vergleichsweise kurzen Amtszeit hinterließ er mit seiner sachlichen und kompetenten Art bleibende Spuren.
Regina Wirth (JU)
Regina Wirth war sechs Jahre im Gemeinderat aktiv und engagierte sich als Gruppierungssprecherin der JU. Ihr besonderes Augenmerk galt einer kinderfreundlichen Infrastruktur, vor allem der Weiterentwicklung von Spielplätzen. Sie überzeugte durch Hartnäckigkeit, Engagement und Leidenschaft und setzte sich zudem für soziale Einrichtungen wie Mehrgenerationenhaus und Bücherei ein.
Sonja Probst (Bündnis 90/Die Grünen)
Sonja Probst wirkte ebenfalls sechs Jahre im Gemeinderat und war Sprecherin ihrer Fraktion. Ihr politischer Schwerpunkt lag auf Umwelt- und Naturschutz sowie sozialem Zusammenhalt. Sie setzte wichtige Impulse für Nachhaltigkeit und Familienförderung und brachte ökologische Themen konsequent in die Gremienarbeit ein.
Karin Roßmann (SPD)
Karin Roßmann kann auf zwölf Jahre Gemeinderatsarbeit zurückblicken. Sie engagierte sich besonders im Bauausschuss sowie für das Vereinswesen und die touristische Entwicklung der Gemeinde. Mit großem persönlichem Einsatz stärkte sie die örtlichen Vereine und brachte ihre Erfahrung und Ideen kontinuierlich in die Ratsarbeit ein.
Helmut Kraus (CSU)
Helmut Kraus war insgesamt 15 Jahre Mitglied des Gemeinderats und langjähriger Fraktionssprecher der CSU. Als feste Größe im Finanzausschuss verband er wirtschaftliche Kompetenz mit einem Blick für nachhaltige Entwicklungen. Seine Beiträge, insbesondere in Haushaltsfragen, prägten die Gemeindepolitik über viele Jahre hinweg.

Thomas Neidl (FW)
Thomas Neidl kann auf insgesamt 30 Jahre im Gemeinderat zurückblicken (1996–2026) und hat in dieser Zeit die Entwicklung der Gemeinde maßgeblich mitgestaltet. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Gemeinderat übernahm er auch wichtige Führungsfunktionen: Von 2008 bis 2011 war er 3. Bürgermeister, seit 2011 ist er 2. Bürgermeister und damit über viele Jahre hinweg eine zentrale Stütze der kommunalen Führung.
Auch innerhalb der Fraktion engagierte er sich stark, unter anderem als Fraktionssprecher der Freien Wähler von 2006 bis 2010. Darüber hinaus war er in zahlreichen Ausschüssen aktiv, insbesondere im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss, den er zeitweise auch leitete. Besonders hervorzuheben ist sein langjähriges Engagement im Zweckverband des interkommunalen Gewerbegebiets (2006–2026).
Für seine Verdienste wurde ihm 2015 die kommunale Verdienstmedaille verliehen. Inhaltlich setzte sich Neidl stets für die Weiterentwicklung und Profilierung des Standorts Wackersdorf ein. Er galt als verlässlicher, loyaler und geschätzter Vertreter, der mit Fachwissen – insbesondere im Finanzbereich – überzeugte und auch in herausfordernden Zeiten Verantwortung übernahm. Sein Wirken war geprägt von dem Anspruch, die erfolgreiche Entwicklung der Gemeinde nachhaltig fortzuführen.

Armin Mückl (CSU)
Armin Mückl war über einen außergewöhnlich langen Zeitraum von insgesamt 33 Jahren Mitglied des Gemeinderats (1993–2026) und zählt damit zu den prägenden Persönlichkeiten der kommunalen Politik. Seine langjährige Erfahrung machte ihn zuletzt auch zum dienstältesten Gemeinderat (2020–2026).
Innerhalb der CSU-Fraktion übernahm er von 2008 bis 2011 Verantwortung als Fraktionssprecher. Sein kommunalpolitisches Engagement zeigte sich besonders in der intensiven Ausschussarbeit: Hervorzuheben ist seine 24-jährige ununterbrochene Tätigkeit im Bauausschuss (2002–2026), wo er als ausgewiesener Fachmann galt. Darüber hinaus war er in weiteren wichtigen Gremien wie dem Haupt-, Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss sowie verschiedenen Zweckverbänden aktiv. Für seine langjährigen Verdienste erhielt Mückl bereits 2013 die kommunale Verdienstmedaille. Inhaltlich lag sein Schwerpunkt auf Bürgernähe und praxisorientierten Lösungen, insbesondere im Baubereich.








