
Oberviechtach. Seit dem Jahr 1971 ist der Kolping-Spielmannszug Oberviechtach aus der musikalischen Landschaft nicht mehr wegzudenken. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte ist die zweimalige deutsche Meisterschaft. Zu einem Jubiläumskonzert unter dem Motto „Ausgezeichnet gehalten“, konnte Vorsitzender Tobias Baumer in der voll besetzten Mehrzweckhalle daher viele Ehrengästen, Ehemalige und Freunde begrüßen.

Christoph Ahlemeyer und Ehrenstabführer Alois Schneeberger führten in jeweils launigen und informativen Moderationen durch ein Feuerwerk verschiedener Stilrichtungen. Hervorzuheben ist herbei, dass Kompositionen zum Besten gegeben wurden, die bei Wertungsspielen mit höchsten Auszeichnungen honoriert wurden. Der langjährige Stabführer Alois Schneeberger stellte fest, dass bei der Ausbildung der Musiker von der ersten Stunde an Wert auf die Qualität gelegt wurde. So war es wenig verwunderlich, dass bereits im Jahr 1977 der erste Wettbewerb in St. Augustin bei Bonn gewonnen wurde. Die Erfolgsgeschichte sollte sich jedoch bis zum heutigen Tage fortsetzen.

Einen Eindruck von der hohen Qualität und Spielfreude erhielten die Zuhörer im ersten Teil des Abends, der vor allem von Klassikern wie dem „Mars der Medici“ oder der Römerfanfare geprägt war. Die Komposition „Der Alte Fritz“ forderte vor allem die Flöten, die sich unter die Militärmärsche mischten.

Nach der Pause eröffnete das Nachwuchsorchester mit „La Habana“ und „Serengeti“. Ein Stück von mehreren, dass aus der Feder von Christoph Ahlemeyer stammt. Spätestens nach den „Trommlerfreuden“, das von Jonah Gitter dirigiert wurde, verwunderte es das Publikum kaum, dass die Nachwuchsmusiker an diesem Abend erneut mit Junior Award der Nordbayerischen Bläserjugend ausgezeichnet wurden. Der Leiterin Judith Schneeberger wurde mit ihren jungen Talenten eine engagierte Arbeit bescheinigt, die Maßstäbe setzt. Beachtlich ist hierbei das Durchschnittsalter der Nachwuchstalente von 12 Jahren.
Ein besonderes Highlight, das von Alt und Jung gemeinsam auf die Bühne gebracht wurde, war das Stück „Aurum Mysticum“. Die Zuhörer wurden mit auf die musikalische Reise genommen in die Zeit des Goldabbaus im Oberviechtacher Land, ehe Berggeister die zu eifrig gewordenen Venediger aus den Stollen vertrieben. Anschließend erhielten die Gäste mit der „Kurpfälzer Jagdgeschichte“ einen akustischen Eindruck in eine barocke Jagdgesellschaft. Den krachenden Höhepunkt setzte das Stück „Eysenbart“, welches auch bei der Deutschen Meisterschaft zum Besten gegeben wurde.

Die Zuhörer belohnten das Ensemble mit stehendem Applaus und waren sich einig: Der Kolping Spielmannszug hat sich nicht nur „ausgezeichnet gehalten“, sondern ist vor allem auch bestens gerüstet für die künftigen Jahre.








