
BURGLENGENFELD. Bewegender Moment im Burglengenfelder Rathaus: Bürgermeister Martin Antretter hat Sonja Hage und ihrem Ehemann Camile die Urkunde zur postumen Ehrenbürgerwürde ihres verstorbenen Vaters Georg Tretter überreicht. Die Auszeichnung hatte der Stadtrat der tschechischen Partnerstadt Radotín unter Bürgermeister Karel Hanzlík im Dezember beschlossen. Für die Familie war die Übergabe ein emotionaler Termin – und zugleich ein Zeichen dafür, wie tief die Verdienste Georg Tretters um die deutsch-tschechische Freundschaft bis heute nachwirken.
Georg Tretter war im Januar 2025 im Alter von 85 Jahren verstorben. Bürgermeister Martin Antretter würdigte ihn bei der Übergabe als „Ausnahme-Menschen“, der über Jahrzehnte hinweg die Städtepartnerschaft zwischen Burglengenfeld und Radotín geprägt und mit Leben erfüllt habe. „Ihr Vater hat früh erkannt, wie wichtig persönliche Begegnungen und grenzüberschreitende Freundschaften für ein friedliches Europa sind“, so Antretter.
Die ersten Kontakte zur heutigen Partnerstadt Radotín knüpfte Georg Tretter während seines Berufslebens im Burglengenfelder Zementwerk. Daraus entwickelte sich eine enge Verbindung, aus der schließlich eine offizielle Städtepartnerschaft und ein Verein entstanden. Jahrzehntelang engagierte sich Tretter als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Burglengenfeld–Radotín und organisierte zahlreiche Begegnungen, Fahrten, kulturelle Veranstaltungen und Austauschprogramme.
Sonja Hage, die seit vielen Jahren in Wiesbaden lebt, zeigte sich bei der Übergabe tief bewegt. „Die Ehrung meines Vaters bedeutet unserer Familie sehr viel“. Besonders berührend sei, dass die Verdienste ihres Vaters auch über Ländergrenzen hinweg nicht vergessen würden.
Bürgermeister Martin Antretter betonte zudem die Besonderheit der Auszeichnung: Kommunalrechtlich sei eine Verleihung der Ehrenbürgerwürde nach dem Tod einer Person in Deutschland nicht möglich. Umso bemerkenswerter sei die Entscheidung des Stadtrats von Radotín. Die Ehrung zeige eindrucksvoll, welchen Stellenwert Georg Tretter in der tschechischen Partnerstadt bis heute genieße.








