

Ob es am Viertelfinal-Rückspiel des FC Bayern in der Champions League gegen Real Madrid, das sicherlich niemand verpassen wollte, lag? Nur sechs Tagesordnungspunkte, darunter drei Bauanträge, umfasste der öffentliche Teil der letzten Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwochabend im Foyer der Hammerseehalle. Nach 20 Minuten durften die beiden Zuhörer, die wegen eines Bauantrages ihres Sohnes auf Errichtung einer Fertig-Großraumgarage gekommen waren, schon wieder nach Hause gehen. Bis auf Michael Weindler (CSU), Alois Feldmeier (BLB) und Christian Lutter (FW) waren alle Gemeinderäte anwesend, so dass das Gremium beschlussfähig war, stellte Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) eingangs fest. Die ersten beiden Punkte hatten eher formellen Charakter. Zunächst wurde das Protokoll der letzten Gemeinderatsitzung vom 26.03.2026 einstimmig genehmigt.
Altes Rathaus wird Bürgerhaus
Danach teilte Hoffmann mit, dass die Pläne für den Umbau und die Sanierung des ehemaligen Rathauses in ein Bürgerhaus beim Landratsamt zur Genehmigung eingereicht worden waren. Nun hat das Landratsamt die Gemeinde um Übersendung ihres Einvernehmens gebeten. „Die Erschließung des Grundstückes ist durch den bereits vorhandenen Bestandsbau gesichert“, so Hoffmann, die Nachbarunterschriften lägen ebenfalls vollzählig vor und das Bauvorhaben läge laut Flächennutzungsplan in einem Gebiet für Gemeindebedarfsfläche“. Somit gab es für die anwesenden Gemeinderäte keine Gründe, das Vorhaben abzulehnen, es bestanden keine Bedenken und einstimmig wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. In dem künftigen Bürgerhaus werden laut den Plänen des Architekturbüros Blasch die Bücherei, die Post, das Tourismusbüro, ein Foyer, ein Ausstellungs-, Vereins- und ein Veranstaltungsraum untergebracht. Ebenso einstimmig wurde dem Antrag von Christine Schießl-Fritsch aus Neuenschwand zum Neubau einer Doppelgarage auf dem Grundstück mit der Flurnummer 124/1 in der Nähe des Flurweges Nr. 5 zugestimmt. Die Nachbarunterschriften sind vollzählig und die verkehrsrechtliche Erschließung ist vorhanden, so dass das gemeindliche Einvernehmen erteilt werden konnte.


Krieger und Obermeier stimmen gegen Nachtragshaushalt
Auch gegen den Antrag von Florian Fischer auf eine isolierte Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes, um auf der Flurnummer 667/24 in der Ludwig-Thoma-Straße 5 eine Doppelgarage errichten zu können, hatte niemand etwas einzuwenden. Der Antragsteller möchte im Vorgartenbereich eine Doppelgarage errichten. Die Nachbarunterschriften sind vollzählig und die Abstandsflächen liegen zum Teil auf der öffentlich gewidmeten Ludwig-Thoma-Straße. Einzig beim nächsten Tagesordnungspunkt, die Genehmigung des Nachtragshaushaltes 2026, stimmten Verena Obermeier und Albert Krieger (beide FW) dagegen. Der Nachtragshaushalt wurde aufgrund erheblicher Änderungen bei den Einnahmen und Ausgaben notwendig. Ursächlich ist die sich kurzfristig ergebene Möglichkeit, Grundstücke im Wert von 300.000 Euro zu erwerben und wieder zu verkaufen. Dadurch erhöhen sich die Ansätze für die Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt um 300.000 Euro von bisher 7.156.700 Euro auf dann 7.456.700 Euro.

Gemeinderat Heinfling wird verabschiedet
Beim letzten Punkt „Informationen des Bürgermeisters“ holte Hoffmann die Verabschiedung von Gemeinderat Martin Heinfling (CSU) nach. Heinfling gehörte seit 2020 dem Gremium an, wurde für die neue Amtszeit jedoch nicht mehr nominiert. Eigentlich sollte er bereits am vergangenen Freitagabend beim Ehrenamtsempfang im Foyer der Hammerseehalle zusammen mit Albert Krieger und Michael Wiendler verabschiedet werden. Infolge des Lufthansa-Flugstreiks hing Heinfling in Hamburg fest und konnte nicht an dem Empfang teilnehmen. In einem kurzen Statement meinte Heinfling selbst, dass für ihn seine Amtszeit kurzweilig und lehrreich war, da er viel Neues kennenlernte. Er appellierte an alle Räte, in den nächsten sechs Jahren die Sachebene nicht aus den Augen zu verlieren und dafür Fraktionen, Personen und die Beziehungsebene hintenan zu stellen. Jeder einzelne solle sich für das Wohl der Gemeinde einsetzen, dann wäre es wieder so, wie vor sechs Jahren, als es noch mehr Spaß gemacht hat. „Schaut’s, dass ihr die Kurve kriegts“, meinte er abschließend. Hoffmann teilte noch mit, dass man bei allen gemeindlichen Bauvorhaben, dem alten Bahnhofsgebäude in Blechhammer, der Ampelanlage in der Weihersiedlung und der Wasserleitung in der Sudetenstraße im Zeitplan liege. Prüfen werde man, ob man bei künftigen Wasserleitungssanierungen die betroffenen Straßen unbedingt wieder im Vollausbau herstellen müsse oder ob eine kostengünstigere Variante möglich wäre. Die Sperrung der Ortsdurchfahrt von Taxöldern infolge der Erschließung und des Wasseranschlusses des neuen Baugebietes Ziegelzell soll am Freitag aufgehoben werden.








