
Fotos: Randolf Alesch
Buch: Das im nordöstlichen Teil der Gemeinde Bodenwöhr, kurz vor Penting liegende Dörfchen Buch war und ist geprägt von zwei ortsbildprägenden Erscheinungen, zum einen einer mächtigen Linde und zum anderen gleich daneben einer kleinen Kapelle. Fährt man aus Richtung Windmais nach Buch sind die beiden „Wahrzeichen“ kurz vor dem Ortseingang auf der linken Seite nicht zu übersehen. Sie haben in den letzten Jahren wesentliche Änderungen erfahren. Die um 1830 gepflanzte und nun knapp 200 Jahre alte Linde musste Mitte der 90er Jahre restauriert werden, verlor dadurch zwar etwas von ihrer „Wuchtigkeit“, konnte dafür aber erhalten werden. An ihrer dicksten Stelle dürfte der fast 30 m hohe Stamm einen Umfang von über sieben Metern haben, während die Kronenausladung knapp 20 m beträgt. Auf der Rückseite der Linde war ein Totenbrett angebracht, wie es im Bayerischen Wald üblich war. Neben dem Baum wurde ein Marterl neueren Datums errichtet. Es soll an den im Jahr 1889 an dieser Stelle verunglückten, damals 29 Jahre alten Bauernsohn Georg Scherl erinnern. Zum 40jährigen Bestehen des Garten- und Ortsverschönerungsvereins Erzhäuser wurde im Mai 1994 rechts neben dem alten Baum eine weitere Linde gepflanzt, die vom damaligen Landrat Hans Schuierer gespendet wurde.
Um 1840 Kapelle erbaut
So um das Jahr 1840 wurde die alte Kapelle zur Heiligen Maria Königin wohl von der Familie Ziegler erbaut. Genaue Daten sind leider nicht bekannt. Bis zum Abriss der Kapelle befand sie sich weiter im Privatbesitz der Familie Nikolaus Ziegler. Lange Zeit bis in die jüngste Vergangenheit wurden dort auch immer wieder Maiandachten abgehalten und Messen für die Verstorbenen aus Buch gelesen. Baum und Kapelle gingen im Laufe der Zeit eine für das kleine Kirchlein verhängnisvolle Beziehung ein. Beide sind immer enger aneinander gerückt. Die kleine Dorfkapelle schmiegte sich regelrecht an den zwischenzeitlich gewaltigen Stamm des Lindenbaumes, der scheinbar schützend seine weiten Äste über das Dach ausbreitete. So liebevoll diese Beziehung auf den unwissenden und unvoreingenommenen Betrachter wirkte, so verhängnisvoll war sie für das kleine Gotteshäuschen. Die immer mächtiger und stärker werdenden Wurzeln der imposanten Linde hoben das Fundament der Kapelle so an, dass das Gemäuer im Laufe der Zeit zahlreiche Risse erhielt. Hierdurch erhöhte sich die Einsturzgefahr und die Kapelle, die der heiligen Gottesmutter geweiht war, wurde immer gefährlicher für die Besucher. Georg Scherl, von allen nur der „Kachelmeier“ genannt, versprach, eine neue Kapelle in Buch neben der großen Linde zu bauen, wenn er in Rente geht. Gesagt, getan, am 16.01.2005 wurde ein Kapellenverein unter seinem Vorsitz gegründet. Der neue Verein ließ die alte baufällige Kapelle abreißen und wollte daneben eine neue aufbauen. Am 11.05.2005 wurde mit dem Bau begonnen.
2006 neue Kapelle eingweiht
Ein Jahr später, am 20.08.2006 wurde sie, wie die alte Kapelle auch, wieder der Heiligen Maria Königin geweiht. Die große Marienfigur in der Kapelle spendete die Familie Eichinger. Rechts von Maria befindet sich noch die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, was sicherlich mit dem Erzabbau in der Vergangenheit Buchs zu tun hatte sowie links von ihr der Heilige Georg, bekannt als Drachentöter und als Schutzpatron der Bergleute. Das Firstkreuz der alten abgerissenen Kapelle konnte dabei wieder verwendet werden. Seitdem ist es Tradition, dass man zum Gedenktag Maria Königin das Patrozinium Ende August mit einem Gottesdienst und alle zwei Jahre mit einem kleinen Gartenfest begeht. Gleichzeitig konnte der Bucher Kapellenverein heuer sein 20jähriges Jubiläum feiern. Eine Vielzahl solcher alten historischen Fotos und Begebenheiten sind in der Festzeitschrift der FFW Erzhäuser, die anl. des 125jährigen Gründungsjubiläums im letzten Jahr herausgegeben wurde, niedergeschrieben. Bei diesen Beiträgen geht es nicht nur um die Wehr selbst, sondern vor allem um die Geschichte und Geschichten der ehemaligen Gemeinde Erzhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Wer noch so eine Festzeitschrift erwerben will, um diese interessanten und zum Teil auch lustigen Geschichten nachzulesen, soll sich mit Randolf Alesch, Tel. 09434/901010, Mobil/WhatsApp 0160/95927589 oder Mail: randolf.alesch@t-online.de in Verbindung setzen.









