Montag, 3. August 2026

700 Werke bei „Kunst auf Bayerns Burgen“ in Burglengenfeld

Stellvertretender Landrat Hans Prechtl und Burglengenfelds Bürgermeister Martin Antretter würdigten das jahrzehntelange Engagement von Irene Heuser für die Kunstakademie. Fotos: Jakob Scharf

Die 21. internationale Ausstellung „Kunst auf Bayerns Burgen“ auf der Herzogs- und Kaiserburg Burglengenfeld war wieder ein voller Erfolg. Die Künstler(innen) der Altersstufen von 12 bis 85 Jahren überraschten einmal mehr mit gelungenen Werken in den Kunstrichtungen Art Brut und Hobbymalerei. Initiatorin Irene Heuser will mit dieser jahrzehntelangen Tradition den unterschiedlichsten Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen und dadurch diese Gesellschaft auch vielseitiger, offener und toleranter zu gestalten. Ihr Sohn Johannes Heuser verwies auf fast 700 Bildwerke, die aus ganz Deutschland und weiteren sieben Ländern zur Bewertung eingesandt wurden. Die eingesandten Arbeiten kamen u.a. von den Tageszentren Caritas-Kelheim und der Diakonie Neumarkt, dem Verein „Rote Katze“ aus Bayreuth, zwei Demenzgruppen aus Regensburg, ebenso von der Mittelschule Burglengenfeld und Kunstvereinen. Sogar eine Seniorenresidenz aus Thüringen oder ein Pflegezentrum aus Paderborn gehörten zu den Einsendern. Kunst als heilendes Medium für Menschen mit und ohne Handicap sei das übergeordnete Ziel.

Entlang der historischen Burgmauer konnte man die eingereichten Bilder bewundern.

Stellvertretender Landrat Hans Prechtl (CSU) und Burglengenfelds Bürgermeister Martin Antretter (SPD) lobten das Engagement der „Burgherrin“ in den höchsten Tönen. Die Ausstellung sei eine eindrucksvolle Plattform für Kreativität, Inklusion und gesellschaftlichem Miteinander. Politischen Tendenzen, die in eine andere Richtung laufen, müsse man entschieden entgegentreten. Dies bekräftigten auch die schriftlich zugesandten Grußworte hochrangiger Politiker Bayerns.

Einblick in die Vorgeschichte der Burgherren

Evi Vohburger gab einen sehr interessanten und fundierten Einblick in die Geschichte der Vorfahren der fürstlichen Brüder Ottheinrich und Philipp. Beide regierten im 16. Jahrhundert gemeinsam das neue Herzogtum Pfalz Neuburg. Während Ottheinrich als idealer Renaissancefürst und großer Kunstmäzen gilt , stand der tapfere und gebildete Philipp meist im Schatten seines Bruders. Deren Eltern Elisabeth von Bayern-Landshut und Rupprecht von der Pfalz spielten die Hauptrolle im Landshuter Erbfolgekrieg. Da beide im selben Jahr sehr früh starben -der Vater mit 23 und die Mutter mit 26 Jahren – waren die Kinder noch sehr jung Vollwaisen. Mit einem gemeinsamen Essen und vielen guten Gesprächen schloss die einmal mehr vollauf gelungene Veranstaltung.

Zwei der etwa 700 eingereichten Arbeiten: oben Michaela Ottmann (Sulzbach- Rosenberg)mit einem Papagei.
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