Dienstag, 22. September 2026

WEISSER RING unterstützt seit 50 Jahren

Helferinnen und Helfer werden laufend gesucht

Hermann Gammer und Doris Klingseisen vom WEISSER RING Cham tauschen sich im Rahmen einer Netzwerksitzung mit der Gleichstellungsbeauftragten Helga Forster und der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt Christina Süß aus. Foto: Sonja Wiesner-Weber

Seit 50 Jahren steht der WEISSE RING Menschen zur Seite, die Opfer einer Straftat geworden sind. 2026 feiert die bundesweit tätige Opferhilfeorganisation ihr 50-jähriges Bestehen. Ein besonderes Jubiläumsjahr, das zugleich Anlass ist, den Blick auf die Zukunft der Opferhilfe vor Ort zu richten. Der WEISSE RING möchte im Landkreis Schwandorf wieder eine eigene Außenstelle aufbauen.

Für die eigene Außenstelle braucht es engagierte Frauen und Männer, die bereit sind, sich ehrenamtlich für Kriminalitätsopfer einzusetzen und sich zu ehrenamtlichen Opferhelferinnen und Opferhelfern ausbilden zu lassen, um Betroffene die erforderliche Unterstützung geben zu können.

Eine Straftat kann einen Menschen völlig unvorbereitet treffen und das eigene Leben nachhaltig verändern. Neben den unmittelbaren Folgen bleiben häufig Angst, Unsicherheit und viele offene Fragen zurück. In dieser Situation kann es helfen, jemanden an der Seite zu haben, der zuhört, Orientierung gibt und Unterstützung anbietet.

Genau hier setzt die Arbeit des WEISSEN RING an. Ehrenamtliche Opferhelferinnen und Opferhelfer nehmen sich Zeit für Betroffene, hören zu, informieren über mögliche Hilfen und begleiten sie in einer schwierigen Lebenssituation. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe werden die Ehrenamtlichen entsprechend vorbereitet und ausgebildet. Vorkenntnisse in der Opferhilfe sind dabei nicht zwingend erforderlich. Viel wichtiger sind Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Lebenserfahrung und die Bereitschaft, anderen Menschen beizustehen.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Helga Forster, unterstützt den Aufbau einer Außenstelle ausdrücklich. Insbesondere im Rahmen der Arbeit des Arbeitskreises gegen sexuellen Missbrauch wird das Fehlen einer regional verankerten Anlaufstelle des WEISSEN RING e.V. bislang wahrgenommen. Eine lokale Präsenz würde es ermöglichen, Betroffenen zeitnah qualifizierte Beratung sowie unbürokratische Unterstützung zukommen zu lassen und bestehende Hilfestrukturen sinnvoll zu ergänzen. Darüber hinaus wird betont, dass die Expertise und Perspektive des Weißen Rings auch für die präventive Arbeit des Arbeitskreises von großem Wert sind. Eine enge Einbindung in bestehende Netzwerke könnte die Qualität der Präventionsarbeit weiter stärken und dazu beitragen, das Unterstützungsangebot für Betroffene im Landkreis insgesamt nachhaltig zu verbessern.

Zwei Veranstaltungen – informieren, kennenlernen, mitmachen

Wie sieht die Arbeit des WEISSEN RINGS konkret aus? Was bedeutet es, Opferhelferin oder Opferhelfer zu sein? Welche Aufgaben erwarten die Ehrenamtlichen, wie läuft die Ausbildung ab und welche Unterstützung erhalten sie? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es bei zwei Veranstaltungen im Landkreis Schwandorf. Der WEISSE RING stellt dort seine Arbeit und die Möglichkeiten der Opferhilfe vor.

Im Mittelpunkt steht dabei aber vor allem die Suche nach Menschen, die sich engagieren und beim Aufbau der neuen Außenstelle mitwirken möchten.

06.10.2026 um 19:00 Uhr im Mehrgenerationenhaus Wackersdorf, Hauptstr. 15

08.10.2026 um 18:00 Uhr im Bürgertreff Burglengenfeld, Europaplatz 1

Die Veranstaltungen richten sich ausdrücklich auch an Menschen, die bisher noch keinen Kontakt zum WEISSEN RING hatten. Sie bieten die Möglichkeit, sich zunächst unverbindlich zu informieren, Fragen zu stellen und herauszufinden, ob ein Ehrenamt in der Opferhilfe das Richtige sein könnte. 

Gemeinsam etwas Neues aufbauen

Der geplante Neuaufbau der Außenstelle bietet dabei eine besondere Chance: Wer sich jetzt engagiert, kann von Anfang an Teil eines neuen Teams werden und die Opferhilfe im Landkreis Schwandorf aktiv mitgestalten.

50 Jahre WEISSER RING stehen für fünf Jahrzehnte Engagement für Menschen, die durch Kriminalität zu Opfern geworden sind. Damit diese Hilfe auch künftig vor Ort geleistet werden kann, braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Gesucht werden Menschen, die zuhören. Menschen, die begleiten. Menschen, die helfen. Wer sich angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, eine der beiden Veranstaltungen zu besuchen und den WEISSEN RING kennenzulernen.

Aber auch ohne Besuch der Veranstaltung können Sie sich gerne an den WEISSEN RING wenden: ASL-Herrn Hermann Gammer, Außenstelle Cham (Tel: 0151/55164641, E-Mail: cham@mail.weisser-ring.de

Facebook
LinkedIn
Email
Print