
Der Bund hat im Grundgesetz die Aufgabe für ein gutes Fernverkehrsangebot zu sorgen (Art. 87e GG). Die Realität zeigt, dass der Bund diesen Auftrag seit Jahrzehnten ignoriert. Tatsächlich hat sich das Angebot im Fernverkehr seit der Bahnreform vor 32 Jahren in der Fläche sogar verschlechtert. Das Resultat schlechter Bahn-Politik: Selbst für bayerische Bahn-Verhältnisse steht die Oberpfalz heute bei der Anbindung an den Bahn-Fernverkehr miserabel da.
Das wollen die Grünen im Bundestag ändern. Sie haben einen Gesetzentwurf für besseren Fernverkehr in der Fläche eingebracht. Bei beiden Grünen-Bundestagsabgeordneten aus der Oberpfalz, Tina Winklmann und Stefan Schmidt, erklären die Auswirkungen für unsere Region: „Mit unserem Gesetzentwurf fordern wir die Bundesregierung im Bundestag auf, das Schienennetz auszubauen und endlich ein Gesetz für den Fernverkehr in der Fläche vorzulegen. Für die Oberpfalz bringt unser Gesetzentwurf konkrete Verbesserungen. An den Bahnhöfen in Weiden und Wiesau kommen neue Fernverkehrshalte, an den Bahnhöfen in Amberg und Regensburg wächst das Fernverkehrs-Angebot. Das ist eine echte Verbesserung“.
Bahnfahren soll bequem und einfach sein. Deswegen wollen die Grünen ein Ticket für alle Züge. Wie im Nahverkehr soll nur es einen Tarif für den Fernverkehr geben, egal welches Unternehmen den Zug betreibt. Wer ein Deutschland-Ticket hat, soll gegen einen kleinen Aufschlag auch in Fernverkehrszügen, die der Bund bezuschusst, fahren dürfen. Damit werden die Regionalzüge leerer und die Fahrt dort entspannter.
Die Pläne der Grünen kosten kein Vermögen, wie Winklmann und Schmidt darlegen: „Unsere Verkehrsfachleute schätzen die Kosten für die Fernverkehrsgarantie auf bis zu 400 Millionen Euro im Jahr. Das ist ein kleiner Teil dessen, was der Bund heute in den Nahverkehr steckt – und ein kleiner Teil der Steuergeschenke für Flugbenzin und private Dienstwagen. Das Geld zur Umsetzung ist also da.“
Das Gesetz der Grünen liegt im Bundestag. Wird es beschlossen, steht ein Jahr später der erste Fernverkehrsplan – und damit schwarz auf weiß, welcher Zug wo hält. Damit diese Bundesregierung in die Gänge kommt, braucht es Druck aus den vom Fernverkehr abgehängten Städten und Regionen.








