Montag, 31. August 2026

Helikopter-Sonderlandeplatz löst Sturm der Entrüstung aus

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Video: Hans-Peter Weiß

Seit Bekanntwerden der Pläne der CT2 Solutions GmbH, in Charlottenhof einen Sonderlandeplatz für Hubschrauber zu errichten, reißt der Protest nicht ab. Im Gegenteil: Der Widerstand gegen das Vorhaben nimmt stetig zu. Anwohner des Wackersdorfer Ortsteils Rauberweiherhaus, die Luftlinie rund einen Kilometer vom geplanten Standort entfernt leben, mahnen den Lärmschutz an. Auch die Gemeinde selbst kritisiert das Vorgehen. Als unmittelbarer Nachbar sei man über das Vorhaben nicht in Kenntnis gesetzt worden und habe erst aus der Presse von den Plänen erfahren.

Nordöstlich des Segelflugplatzes soll eine 105 Meter lange und 30 Meter breite Halle entstehen. Foto: hpw

Die Firma aus Tegernheim, die ihren Sitz mittlerweile nach Schwandorf verlegt hat, hatte unlängst einen entsprechenden Antrag eingereicht. Beantragt wurden insgesamt bis zu 1.144 Hubschrauberbewegungen pro Jahr. Von dem Vorhaben sollen insbesondere Geschäftsleute und Reisende profitieren. Das zuständige Luftfahrtamt Nordbayern hatte die Stadt Schwandorf damit beauftragt, die Entwurfsunterlagen für den geplanten Hubschrauber-Sonderlandeplatz öffentlich auszulegen. Diese konnten bis zum 17. August eingesehen werden. Gleichzeitig besteht für jedermann die Möglichkeit, bis zum 31. August Stellungnahmen zu dem Vorhaben abzugeben.

Der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Schwandorf hatte das Projekt auf Grundlage eines positiven Eignungsgutachtens mehr oder weniger ohne größere Diskussionen passieren lassen. Seitdem regt sich zunehmend Widerstand, der immer größere Wellen schlägt. Besonders problematisch sehen die Kritiker die Tatsache, dass das Vorhaben in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nicht durchgeführt. Das rief Anwohner, Naturschützer und auch die Grünen auf den Plan.

Der Widerstand gegen den geplanten Hubschrauber-Sonderlandeplatz wächst. Foto: hpw

Auch der benachbarte Flugsportclub Schwandorf mit seinen rund 60 aktiven Fliegern zeigt sich von den Plänen nicht begeistert. „Auch wir haben eine Stellungnahme abgegeben. Wir sehen das Vorhaben ebenfalls sehr kritisch, da der Flugbetrieb erheblich gestört werden könnte“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Sebastian Schuster. Offensichtlich stößt der geplante Hubschrauberlandeplatz bei zahlreichen Betroffenen und Beteiligten auf wenig Zustimmung. Manche sehen das Projekt angesichts des zunehmenden Widerstands bereits als gescheitert an.

2000 Quadratmeter Waldfläche müssen gerodet werden. Foto: hpw

Der Bund Naturschutz (BN), Kreisgruppe Schwandorf, hatte am Wochenende zu einem Fototermin nach Charlottenhof eingeladen. Unter dem Motto „Hände weg von der Natur“ wollte der Verband ein deutliches Zeichen gegen den geplanten Hubschrauberlandeplatz und für den Schutz der Natur vor Ort setzen. Der BN fordert, dass die Pläne nicht weiterverfolgt werden. Rund 120 Gegner des Projekts versammelten sich dazu an der Landebahn des Segelflugplatzes. Einige Teilnehmer hatten eigens T-Shirts anfertigen lassen und Plakate mitgebracht. Peter Pracht, stellvertretender Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, betonte, dass es sich bei der Aktion ausdrücklich nicht um eine Demonstration handele. Eine entsprechende Demonstration könnte allerdings noch folgen, ist sich der BN-Vertreter sicher.

Geplant ist ein Sonderlandeplatz, auf dem Hubschrauber mit einem Startgewicht von bis zu sechs Tonnen landen und starten können. Daneben sollen ein Hangar mit einer Länge von 105 Metern, einer Breite von 30 Metern und einer Höhe von 20 Metern sowie eine Tankstelle entstehen. Für das Vorhaben sollen rund 2.000 Quadratmeter Wald- und Buschflächen gerodet und versiegelt werden.

Der Bund Naturschutz sieht das Vorhaben sehr kritisch. Foto: hpw

Inzwischen hat der geplante Sonderlandeplatz auch die Politik erreicht. Die Gemeinde Wackersdorf kontaktierte den Landtagsabgeordneten Alexander Flierl und bat um Unterstützung. In einer Stellungnahme betonte der Politiker: „Ich stehe dem Vorhaben auch sehr kritisch gegenüber. Wie auch immer, letztes Wort hat das Luftfahrtamt Nordbayern. Sie allein entscheidet nach der Auswertung der Stellungnahmen über die luftrechtliche Genehmigung.“

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