
Geprägt war die letzte Gemeinderatssitzung von drei Themen: die Aufhebung des Bebauungsplanes und die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplanes für das zwischen Blechhammer und der Weihersiedlung gelegene „Gebiet Nahversorgung südl. der Neunburger Straße“, die Beförderung der Schulkinder aus der Ortsmitte Bodenwöhrs zur Grundschule und die Vergabe von Grundstücken im neuen Taxölderner Baugebiet „In der Ziegelzell“. Alle Gemeinderatsmitglieder waren am Mittwochabend anwesend, das Gremium war vollzählig und somit natürlich auch beschlussfähig. Zunächst stand die Genehmigung des Protokolls der letzten Gemeinderatsitzung vom 02.07.2026 auf der Tagesordnung – einstimmig. Der nächste Tagesordnungspunkt (TOP) Bauleitplanung beinhaltete insgesamt fünf Einzelbeschlüsse, die alle mit dem Bebauungsplan „Nahversorgung südl. der Neunburger Straße“, der im Dezember 2018 beschlossen wurde, zu tun hatten. Zwischen der Taucherkurve in Blechhammer und dem Ortsbeginn der Weihersiedlung sollte im sogenannten „Hammerholz“ ein Wohngebiet, ein Ladengebiet und ein Gewerbegebiet entstehen. Die Gemeinde hatte diese städtebauliche Entwicklung dann jedoch nicht weiterverfolgt. Trotzdem wurde der veranschlagte Flächenbedarf bei allen Bauleitplanungsverfahren mitberechnet und hat damit den Flächenbedarf negativ beeinflusst. Deshalb hatte die Regierung der Oberpfalz schon mehrmals aufgefordert, diese Flächen zurückzunehmen. Nun hat die Gemeinde in ihrer letzten Sitzung am 02.07.2026 beschlossen, den Bebauungsplan des bestehenden Ladengebiets beim Edeka zu erweitern. Daher ist aus städtebaulicher Sicht ein zweiter Standort im „Hammerholz“ nicht mehr haltbar. Dem Vorschlag, den bestehenden Bebauungsplan „Nahversorgung südl. der Neunburger Straße“ aufzuheben, den Flächennutzungsplan zu ändern und eine förmliche Behördenbeteiligung durchzuführen, wurde einstimmig entsprochen. Ebenso wurde der Flächennutzungsplan hinsichtlich des nicht mehr realisierten Baugebietes „Wohnen am Hammerholz“ einstimmig geändert und eine entsprechende Behördenbeteiligung beschlossen.


In Taxöldern wird Sanierungsgebiet ausgewiesen
Als nächste stand die einstimmige Genehmigung der Geschäftsordnung für den in der letzten Sitzung neu bestellten Generationenbeirat auf der Tagesordnung. Die bestehende Geschäftsordnung wurde in § 6 „Finanzielle Mittel“ geändert. Dem Beirat stehen jährlich 1.000 Euro zur Verfügung. Erwirtschaftete Mehreinnahmen, z.B. aus Spenden, gehen an die Gemeinde zurück und dienen der Haushaltsdeckung. Bereits im Jahr 2019 hat der Gemeinderat eine Flur- und Dorferneuerung für die Orte Taxöldern und Pingarten auf den Weg gebracht. Die Umsetzung der Maßnahmen war damals ab 2026 vorgesehen. Da die finanziellen Mittel für Fördermaßnahmen zurückgehen und viele Orte entsprechende Maßnahmen des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) beantragt haben, ist die Umsetzung nunmehr erst ab 2028 vorgesehen. Die Arbeiten unter Beteiligung der Bürger sind abgeschlossen und das Büro Landimpuls hat den Dorferneuerungsplan erstellt. Vom ALE wurde nun die Möglichkeit aufgezeigt, begleitend zur Dorferneuerung für Taxöldern ein Sanierungsgebiet auszuweisen, was steuerliche Vorteile für Bürger, die Sanierungen durchführen, mit sich bringen würde. Investitionen könnten mit einer jährlichen Abschreibung von 9% über zehn Jahre als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Andreas Seitz (CSU) meinte, dass man Pingarten miteinbeziehen sollte, was von Hoffmann mit zweimonatiger Verspätung im September in Aussicht gestellt wurde. Stefan Rauch (SPD) befürwortete die Festlegung als Sanierungsgebiet. Einstimmig wurden die Durchführung vorbereitender Untersuchungen und die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebietes für Taxöldern beschlossen.
Keine Busbeförderung für Bodenwöhrer Schüler
Für deutlich mehr Diskussionsstoff sorgte der nächste TOP, bei dem es um die Anfrage mehrerer Eltern, ob die Kinder aus der Schwandorfer Straße, der Ortsmitte und der Ludwigsheide per Bus zur Schule gebracht werden können, ging. Laut Schülerbeförderungsordnung bestünde erst ab einer Entfernung von mehr als 2 km eine Beförderungspflicht, so Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU). Auf die Gemeinde kämen Mehrkosten in Höhe von 5.700 Euro bis 11.400 Euro nur für das Abholen zu, die auf die Eltern umgelegt werden müssten. Der Rücktransport müsste dann sowieso zu Fuß oder durch die Eltern erfolgen, da das Schulende für die Kinder unterschiedlich sei. Auf Nachfrage riet die Schulrektorin Lisa Rudhart von diesem zusätzlichen Schülertransport ab, da die 2 km Fußstrecke jederzeit zumutbar wären. Letztendlich hatten alle Gemeinderäte, die sich zu Wort meldeten, wie Christian Lutter (FW), Stefan Rauch (SPD), Walter Spirk (CSU) und Fabian Schmid (BLB) Bedenken gegen eine weitere Schülerbeförderung. Einzig Alois Feldmeier (BLB) meinte, dass man vor einer Entscheidung zuerst den Bedarf ermitteln sollte. Letztendlich stimmte alle Gemeinderäte gegen die Einrichtung einer freiwilligen Schülerbeförderung.

Richtlinien für das Baugebiet „Ziegelzell“
Für Diskussion sorgte dann auch der TOP „Richtlinien für die Vergabe von Grundstücken im Taxölderner Baugebiet Ziegelzell“. Die Erschließung stünde unmittelbar vor dem Abschluss und man müsse sich Gedanken machen, wie man die Grundstücke vergibt, so Hoffmann, entweder wie beim Baugebiet Wirtskellerweg mit Richtlinien oder ohne Richtlinien. Bauamtsleiter Harald Haag meinte ergänzend, dass man erst noch die kompletten Kosten ermitteln müsse, bevor man die Grundstückspreise festlegen könne. Während sich Walter Spirk gegen Richtlinien aussprach, waren Stefan Rauch (SPD), Christian Lutter und Stefan Fritsch (beide FW) dafür. Alois Feldmeir (BLB) meinte, dass man mit Richtlinien eine Überfremdung verhindern könne. Hin- und hergerissen zeigte sich Michael Mulzer (SPD), der eine zeitlich begrenzte Anwendung von Richtlinien empfahl. Ähnlich argumentierte Andreas Seitz (CSU). Gegen die Stimmen von Walter Spirk und Harald Bauer (beide CSU) wurde die Verwaltung beauftragt Richtlinien auszuarbeiten.

Stört Fußgängerampel mitten im Gehsteig?
Beim letzten Tagesordnungspunkt „Informationen des Bürgermeisters“ teilte Hoffmann noch mit, dass der Estrich im alten Bahnhofsgebäude verlegt wurde und nun mit den Einbauarbeiten begonnen wird. Bei der geplanten Fußgängerampel in der Weihersiedlung wurde zwischenzeitlich die Gehwegrampe fertiggestellt und die Baustelle auf die andere Straßenseite verlegt. Christian Lutter meinte dazu, dass mehrere Bürger bemängelt hätten, dass sich die Ampel mitten im Fußgängerweg befände und dadurch z.B. Rollstuhlfahrer behindern würde.







