
Obwohl die Monarchie in Deutschland seit 1918 abgeschafft wurde, lag am Samstag im Emil-Kemmer-Haus Oberviechtach dennoch ein wenig majestätische Stimmung in der Luft.
Mit dem Stück „König Ludwig II – Der bayerische Patient“ gastierten Sebastian Schlagenhaufer (König Ludwig) und Ramon Bessel (Dr. Gudden) auf Einladung der „Freunde der Kunst“ auf der Bühne. Das Zweipersonenstück aus der Feder des Kabarettisten Sebastian Schlagenhaufer, der Verwandtschaftsbeziehungen nach Oberviechtach pflegt, überraschte mit historischen Details, Tiefsinn und komischen Situationen, welche die Lachmuskeln gehörig strapazierten.
Posthum trafen der König und sein Psychiater aufeinander um das gemeinsam Erlebte in einer „Audienz“ nochmals zu besprechen. So stand vor allen Dingen das Leben von Ludwig II im Vordergrund, der laut Gudden an „Bausucht“ litt. Der König hielt augenzwinkernd entgegen, dass seine Schlösser wohl heutzutage vom Beamtenapparat als „nicht privilegiertes Vorhaben im Außenbereich“ abgelehnt würden. Fragen zu seinem Liebesleben beantwortete der Ludwig damit, dass er eben seiner Zeit voraus war und „Love and Peace“ tatsächlich lebte. Einen großen Raum nahmen die Ereignisse rund um die Entmündigung und das Ableben der beiden ein. „Sie können froh sein, dass man Sie für immer mit dem bekanntesten König der bayerischen Geschichte in Verbindung bringt!“, wandte sich Ludwig an Gudden, der sich über sein Erbe in der medizinischen Forschung sorgte. „Obwohl wir dabei waren“, herrschte schließlich Uneinigkeit darüber, warum die beiden wohl letztlich das Leben im Starnberger See lassen mussten. War es ein Schuss? Wollte Gudden Ludwig am Suizid hindern? Wollte der König fliehen? Beide erlebten die Ereignisse unterschiedlich und aus eigener Perspektive. Gudden zeigte sich aufgrund der vielen ungeklärten Fragen mit der Therapiesitzung nicht zufrieden, während Ludwig hingegen glücklich lächelte „Ein wenig Rätsel möcht ich bleiben!“
Die Zuschauer quittierten die Schauspielleistung und das Engagement der Kunstfreunde rund um Vorsitzende Monika Krauß mit lang anhaltenden Applaus, sodass wieder einmal ein gelungener und inspirierender Theaterabend seinen Ausklang fand.








