Mittwoch, 15. April 2026

GTV Almenrausch stimmt sich auf 100-Jahrfeier ein

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Video: Hans-Peter Weiß

Mit einem festlichen Kommersabend haben sich die Mitglieder des Volks- und Gebirgstrachtenvereins „Almenrausch“ auf ihr 100-jähriges Jubiläum eingestimmt. Vorsitzender Manfred Hermann konnte dazu im Gasthaus Besenhardt zahlreiche Mitglieder in Tracht begrüßen. Ebenso hieß er die Abordnungen des Patenvereins „D’Nabtaler Schwandorf“ mit ihrem Vorsitzenden Andreas Stangl sowie des Patenvereins „Enzian Bruck“ um Vorsitzenden Maximilian Hofmann willkommen, der das Jubiläum als Festpatenverein begleitet. Ein besonderer Gruß galt zudem Gaujugendleiter Maximilian Wichmann, der den Oberpfälzer Gauverband vertrat. In seinem Grußwort dankte er den Organisatoren der Jahrhundertfeier für ihr Engagement beim Erhalt der Tradition sowie für die Ausrichtung des 18. Oberpfälzer Gautrachtenfestes.

Zahlreiche Trachtler wurden im Jubeljahr geehrt. Foto: Hans-Peter Weiß

Bürgermeister und Schirmherr Thomas Falter würdigte in einem ausführlichen Grußwort die Bedeutung des Vereins für das gesellschaftliche Leben in Wackersdorf. Zu Beginn seiner Rede stellte Falter die besondere Bedeutung des Jubiläums heraus: „100 Jahre Volks- und Gebirgstrachtenverein Almenrausch – das ist ein stolzes Jubiläum und ein ganz besonderer Anlass, der uns heute hier zusammenführt.“ Der Blick auf ein Jahrhundert Vereinsgeschichte sei zugleich ein Blick auf ein prägendes Stück Heimat- und Vereinsleben.

Schirmherr Thomas Falter: „Ein aktives Vereinsleben funktioniert nur, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. Foto: Hans-Peter Weiß

Der Bürgermeister betonte, dass der Name „Almenrausch“ seit jeher für gelebte Tradition, Gemeinschaft und die Pflege des Brauchtums stehe. „Was im Jahr der Vereinsgründung begann, hat sich über Generationen hinweg zu einem festen Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens entwickelt“, so Falter. Ein Trachtenverein bewahre dabei weit mehr als Tracht, Musik oder Tanz: „Er bewahrt Werte. Hier wird Geschichte lebendig gehalten, hier werden Traditionen nicht nur gezeigt, sondern gelebt und von Generation zu Generation weitergegeben.“ Gerade in einer Zeit des schnellen Wandels sei dieses Engagement von unschätzbarem Wert. „Der Trachtenverein Almenrausch zeigt seit nunmehr 100 Jahren eindrucksvoll, dass Tradition nichts Verstaubtes ist, sondern etwas Lebendiges, getragen von Herzblut, Begeisterung und Gemeinschaftssinn“, erklärte Falter.

Als Bürgermeister erlebe er immer wieder, wie sehr die Vereine das Leben in der Gemeinde prägen. „Sie sind das Rückgrat unseres gesellschaftlichen Miteinanders“, betonte er. Der Trachtenverein Almenrausch gehöre zweifellos zu den Vereinen, die das Ortsbild und das Gemeinschaftsleben in besonderer Weise gestalten – sei es bei kirchlichen und weltlichen Festen, Umzügen, Jubiläen oder Veranstaltungen wie dem Bürgerfest oder Theateraufführungen. Besonders hob Falter die Jugendarbeit des Vereins hervor. „Es ist ein Bereich, der heute genauso wichtig ist wie vor 20 Jahren – der aber mit immer größeren Herausforderungen einhergeht“, sagte er. Umso bemerkenswerter sei es, wie es dem Verein gelinge, junge Menschen für Tradition und Gemeinschaft zu begeistern. „Junge Menschen zu binden und zu fördern, um unsere Werte auch in Zukunft zu bewahren – das macht ihr hervorragend.“

Im weiteren Verlauf seiner Rede sprach Falter allen Engagierten seinen Dank aus. Dass das Jubiläum im Rahmen des Wackersdorfer Volksfestes gefeiert werde, passe hervorragend, so Falter weiter: „Denn dort kommen genau die Dinge zusammen, für die auch ein Trachtenverein steht: Gemeinschaft, Brauchtum, Musik, Geselligkeit und Lebensfreude.“ Mit Blick in die Zukunft unterstrich der Bürgermeister die nachhaltige Bedeutung der Vereinsarbeit: „100 Jahre Vereinsgeschichte sind ein beeindruckendes Fundament. Aber noch wichtiger ist das, was daraus entsteht – die Zukunft.“ Er wünsche dem Verein, „dass auch in den kommenden Jahrzehnten junge Menschen Freude daran haben, Tracht zu tragen, zu tanzen, zu musizieren und unsere Traditionen weiterzuführen“.

Die 97-jährige Barbara Pürzer wurde für 80 Jahre Vereinstreue geehrt. Foto: Hans-Peter Weiß

Im Anschluss ließ Vorsitzender Manfred Hermann die 100-jährige Geschichte des Vereins in einer eindrucksvollen Präsentation, untermalt mit zahlreichen historischen Fotos, Revue passieren. Die Anfänge reichen zurück bis zum 10. Juli 1926, als 19 aktive und elf passive Mitglieder den Verein gründeten und den damaligen Bürgermeister Karl Weber zu ihrem Vorsitzenden wählten. Die ersten Jahre standen jedoch unter schwierigen Vorzeichen: Während der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs kam das Vereinsleben weitgehend zum Erliegen. Erst am 19. März 1946 erfolgte im Gasthaus Weiß die Wiedergründung. Einen wichtigen Meilenstein markierte das Jahr 1949, als im Rahmen des ersten Bezirkstrachtenfestes in Alt-Wackersdorf die neu angeschaffte Fahne geweiht wurde. Der Patenverein „D’Nabtaler Schwandorf“ überreichte hierzu ein Fahnenband, während die BBI sogar eine Sonder-Brikett pressen ließ.

Unter der Führung von Gründungsmitglied Georg Jobst nahm der Verein in den Folgejahren einen deutlichen Aufschwung. So wurde 1956 das 30-jährige Bestehen unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten Wilhelm Högner gefeiert. Hermann erinnerte zudem daran, dass der Gebirgs- und Volkstrachtenverein 1983 das erste Wackersdorfer Bürgerfest organisierte und ausrichtete. Auch die Jugendarbeit spielte stets eine zentrale Rolle: Hütten- und Zeltlager gehörten ebenso zum festen Programm wie zahlreiche Veranstaltungen im Jahresverlauf. Neben dem traditionellen Sommerfest bereicherten unter anderem Weinfeste und vielfältige Auftritte das Vereinsleben. Regelmäßig nahm der Verein zudem an der Trachtenwallfahrt nach Altötting sowie am Münchner Oktoberfest teil. Zu den größten Höhepunkten zählte die Mitwirkung an der 850-Jahrfeier, die mit einem eindrucksvollen Hochzeitszug begleitet wurde. Unter dem langjährigen Vorsitzenden Ludwig Suckert konnte schließlich auch das 75-jährige Bestehen gefeiert werden, wie Hermann weiter ausführte. Mit Blick auf die Gegenwart kündigte er ein besonderes Highlight an: „Ein besonderer Höhepunkt wird der Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sein, der an der Jubiläumsfeier teilnehmen wird.“

Weitere Höhepunkte der Vereinsgeschichte sind in der eigens erstellten Festschrift nachzulesen, an der Marina Köhler federführend mitwirkte. Vorsitzender Hermann dankte ihr abschließend für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Vorbereitung der Jubiläumsfeierlichkeiten und überreichte ihr als Zeichen der Anerkennung einen Blumenstrauß.

Ein Höhepunkt war schließlich die Ehrung langjähriger verdienter Mitglieder.

20 Jahre – Lilli Achatz, Johann Wirkner

25 Jahre – Marina Köhler, Johann Reiger, Christine Seebauer, Andreas Suckert, Nadine Wagner

30 Jahre – Veronika Pfeffer, Brigitte Suckert

40 Jahre – Karin Jäger

50 Jahre – Richard Achatz jun., Gunda Duschinger, Hannelore Fischer, Ludwig Gräf, Veronika Gruber, Josef Gruber, Robert Gruber, Sonja Hagn, Manfred Hermann, Edith Köhler, Norbert Pfeffer, Johann Suckert, Josef Suckert, Ludwig Suckert

65 Jahre – Marianne Mair, Marianne Suckert

75 Jahre – Maria Kirchberger

80 Jahre – Barbara Pürzer

Für den Gauverband wurden folgende Trachtler geehrt:

25 Jahre – Gisela und Johann Reiger

40 Jahre – Beate und Manfred Hermann, Norbert Pfeffer, Carola Wagner, Marianne Wein

50 Jahre – Veronika und Robert Gruber

60 Jahre – Irmgard Achatz

70 Jahre – Richard Achatz sen. Mit stehenden Ovationen wurde Barbara Pürzer für ihre 80-jährige Mitgliedschaft mit der Goldenen Ehrennadel des Gauverbandes ausgezeichnet.

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