Mittwoch, 4. März 2026

Weil es eigentlich ein Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen: Mamahilfe im Städtedreieck soll Mütter entlasten

Der Familienalltag ist herausfordernd – am allermeisten für Mütter. Noch immer liegt ein Großteil der Last – vom Mental Load über den Haushalt bis hin zur Betreuung der Kinder – auf den Schultern von Frauen. Die Erwartungen an sie sind hoch, vielleicht höher als je zuvor. Ausfallen ist da eigentlich nicht drin. Aber was, wenn Müttern das doch passiert? Wenn sie krank werden oder andere Ausnahmesituationen das System zum Zusammenbrechen bringen?

Wenn Mütter ausfallen …

Manchmal springt dann die Krankenkasse ein und finanziert eine Haushaltshilfe. Aber nicht immer sind alle Voraussetzungen für eine solche Kostenübernahme gegeben – was nicht bedeutet, dass trotzdem kein Bedarf besteht.

Genau hier tritt die „Mamahilfe“ auf die Bildfläche. Das Netzwerk aus Ehrenamtlichen wurde 2019 von Julia Sanders in Bad Endorf im Chiemgau gegründet. Inzwischen gibt es dieses Netzwerk an vielen Orten in ganz Deutschland – seit diesem Jahr auch in Burglengenfeld. Ins Leben gerufen wurde die Mamahilfe im Städtedreieck von Elke Bohm, die bereits seit 2019 das „Familiendorf“ betreut, ein Online-Netzwerk für Familien, die sich austauschen und gegenseitig unterstützen.

Enge Beziehung zu den Familien

Die Mamahilfe steht Familien zur Verfügung, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind – zum Beispiel durch Erkrankung oder Überlastung eines Familienmitglieds. Auch im Wochenbett und in der Schwangerschaft unterstützen die Ehrenamtlichen der Mamahilfe: Sie gehen einkaufen, spielen mit Geschwisterkindern, kochen, kümmern sich um den Haushalt oder sind einfach da und haben ein offenes Ohr.

„Man baut eine Beziehung zu den Familien auf – das macht die Arbeit sehr erfüllend“, so die 70-jährige Elke Bohm, die ihrem Rentnerdasein mit der Mamahilfe Sinn und Leben einhaucht.

Ehrenamtliche im Städtedreieck gesucht

Die neu gegründete Mamahilfe im Städtedreieck muss noch wachsen. Elke Bohm freut sich über Kolleginnen, die ebenfalls Lust auf diese erfüllende Aufgabe haben. Wer ehrenamtlich oder freiberuflich als Mamahelferin arbeiten möchte, muss eine Ausbildung absolvieren. Das nächste Ausbildungsmodul startet am 18. April 2026.

Ehrenamtliche erhalten für ihren Einsatz zwölf Euro pro Stunde: Sechs Euro bezahlen die Familien, sechs Euro kommen aus dem Spendentopf der gemeinnützigen UG „Mütter für Mütter“. Freiberuflerinnen können ihre Hilfe über die Krankenkasse abrechnen.

Interessierte oder Familien in Notlagen dürfen sich bei Elke Bohm melden: 0160/95817180.

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