
Rund 35 Anwesende durfte der stellvertretende Vorsitzende Albert Krieger zur Wahlversammlung der Freien Wählergemeinschaft Bodenwöhr (FW) im gut gefüllten Sportheim des SV Erzhäuser begrüßen. Sowohl er, die Listenführerin Verena Obermeier und auch Fraktionssprecher Christian Lutter zeigten sich mit der Resonanz durchaus zufrieden. Krieger zitierte eingangs den ehemaligen SPD-Kanzler Willy Brandt mit den Worten: „Demokratie braucht Opposition, nicht um zu verhindern, sondern um zu verbessern“. Dies sei auch Motto der FW, so Krieger, denn man könne Mehrheitsentscheidungen akzeptieren. In einem kurzen Rückblick teilte er hinsichtlich der neuen Grundschule mit, dass die FW für eine Sanierung der alten Schule und einer Deckelung der Kosten gewesen wären. Das Baugebiet Ziegelzell in Taxöldern hätte sich infolge kostenintensiver Gutachten, die von einzelnen Anliegern gefordert wurden, unnötig hingezogen. Die FW waren gegen die Erweiterung des Industriegebietes Blechhammer, weil es in einem Wasserschutzgebiet liegt. Zum Thema „Altes Rathaus“ meinte er, dass man es infolge der in Aussicht gestellten hohen Fördermittel baldmöglichst sanieren solle. Zum ungenutzten und unter Denkmalschutz stehenden „Schinack“ (ehemaliger Gasthof Schießl in der Ortsmitte) führte er aus, dass der beauftragte Stadtentwickler und die Gemeinde mit den Eigentümern reden und nicht an ihnen vorbeiplanen sollten.
Gemeinderatskandidaten stellen sich vor
Franz Obermeier, 59 Jahre, aus Altenschwand, Industriemeister, Vorsitzender der FF Altenschwand, war krankheitsbedingt verhindert.
Sabine Gleixner, 51, Blechhammer, AOK-Sozialversicherungsangestellte, will sich für eine lebens- und liebenswerte Gemeinde einsetzen sowie junge Leute für die Politik begeistern.
Andrej Pappenheim, 47, Bodenwöhr, Schlosser, will sich für Respekt, Integration und ein Miteinander einsetzen.
Julian Schmid, 27, Bodenwöhr, CNC-Maschinenbediener, Atemschutzwart bei der FF Bodenwöhr, war krankheitsbedingt verhindert.
Martina Greiner, 34, Altenschwand, selbständig im Online-Marketing, will junge Leute für die Politik begeistern und den Tourismus in Bodenwöhr fördern.
Florian Vandenberg, 47, Pechmühle, Industriekaufmann, Vorsitzender der FF Erzhäuser, will Schulden abbauen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Außerdem kritisierte er die unnötige und zu teure Schulsportplatzsanierung.
Stefan Fritsch, 36, Altenschwand, Wirtschaftsingenieur, Gemeinderat (Nachrücker für den kürzlich verstorbenen Johann Fritsch), war familienbedingt verhindert.
Gegen Kindergarderobe im Foyer der Hammerseehalle
Christian Lutter, 63, Blechhammer, Elektroingenieur, Gemeinderat und Vorsitzender des Männergesangvereins Bodenwöhr, kritisierte die begonnene Fundamentierung für den Bau eines Behördenfunkmasten in Blechhammer, obwohl die Gemeinde eine Klage eingereicht hat, die angeblich eine aufschiebende Wirkung haben soll. Unverständnis zeigte er für den Platz der Garderobe der neuen Grundschule im Foyer der Hammerseehalle. Hier hätte man bei einem neun Millionen Euro teuren Projekt sicherlich eine bessere Lösung finden können, meinte er. Gut fände er, dass die Gebühren für mehrere gemeindliche Leistungen nun jährlich neu kalkuliert werden. Weiter wolle er sich für die Nutzung der Wärme aus dem Hammersee und die Renovierung der Spielplätze in Blechhammer einsetzen. Kritik übte er an den immer noch nicht veröffentlichten Protokollen der durchgeführten Bürgerforen.
Bei Investitionen erst denken und dann handeln
Listenführerin Verena Obermeier, 32, Altenschwand, Dipl.-Verwaltungsw. (FH) bei der Regierung von Oberbayern, Gemeinderätin und Vorsitzende der FW, stellte einen Teil der geplanten Maßnahmen der Gemeinde in den kommenden Jahren vor. Die alte Hauptschule müsse bei geschätzten Kosten von rund sechs Millionen Euro infolge des gesetzlichen Anspruchs auf Ganztagsbetreuung in ein Kinderhaus umgebaut werden. Zudem würden in den kommenden drei Jahren insgesamt über drei Millionen Euro in die Erneuerung der Wasserleitungen investiert. Eine weitere kostenintensive Baustelle werde die Sanierung der Abwasseranlage des Zweckverbandes Sulzbachtal und die Verlegung des Hauptsammlers aus dem Hammersee. Die Kosten hierfür werden zur Hälfte von der Stadt Nittenau getragen und die andere Hälfte auf Bodenwöhr und Bruck aufgeteilt. Kritisiert wurde von ihr ebenfalls die geplante und in ihren Augen unnötig verteuerte Sanierung der Schulsportanlage, ohne vorher den Gemeinderat anzuhören, sondern lediglich dessen Zustimmung zum Förderantrag einzuholen. Auf den Wahlkampf-Slogan der FW anspielend meinte sie, dass man beim Geld ausgeben erst „denken und dann handeln“ dürfe, wenn man die Gemeinde auf finanziell solide Beine stellen will.
Fragerunde
Auf Nachfrage von Erich Mehrl aus Blechhammer, warum nicht zuerst die Wasserleitung saniert, bevor die Straße von Pingarten nach Taxöldern neu überteert worden ist, wurde mitgeteilt, dass die Leitung neben der Straße verläuft. Richard Meier aus Taxöldern wollte wissen, warum Obermeier nicht für das Bürgermeisteramt kandidiere, obwohl sie sich vor knapp zwei Jahren in der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) noch selbst dafür angeboten hat. Ihre damalige Aussage in der MZ ist auch ihrem Dienstherrn zu Ohren gekommen, so Obermeier, der sie dann auf die möglichen dienstlichen Folgen einer Bürgermeisterkandidatur hinwies. Daraufhin habe sie sich gegen eine Kandidatur und für ihren Job entschieden. Nicht nur Meier, sondern auch der Verfasser dieses Artikels wollten ihr diese Aussage nicht abnehmen, da es sich um ein behördenuntypisches Verhalten der Regierung von Oberbayern handeln würde. Franz Haas aus Erzhäuser kritisierte das von allen Seiten geforderte Wachstum in allen Bereichen, wie Bauland, Kindergarten, Schule etc. – so könne es doch nicht weitergehen, man müsse mal mit dem zufrieden sein, was man habe. Albert Krieger meinte dazu, dass man dafür Sorge tragen müsse, dass die geschaffenen Kapazitäten von Kindergarten und Schule auch künftig genutzt werden, sonst würden sie leer stehen.










