Montag, 5. Oktober 2026

„Verrücktes Klima – Was kann ich tun?“ 

Dr. Andreas Kestler bei seinem Vortrag in Zeitlarn. Foto: Dr. Andreas Kestler

Zeitlarn.Am Mittwoch den 30.09.2026 um 18:30 Uhr fand im Gemeindezentrum Zeitlarn, bei für Ende September immer noch überdurchschnittlich warmen 24° C, ein Vortrag zu den aktuell verstärkt spürbaren Folgen des Klimawandels und die Auswirkungen auf den Menschen statt.

Bastian Broschwitz, der Klimaschutzmanager der Gemeinde Zeitlarn, begrüßte in Vertretung der Bürgermeisterin die Zuhörenden und wies – zum Thema passend – auf das schon vorliegende umfassende Klimaschutzkonzept der Gemeinde hin.

Anschließend wurde sich dem durchaus ernsten Thema des Vortrags gewidmet. Der Zeitlarner und ehemalige Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler stellte zu Beginn seines Vortrags die Frage, warum die 16.000 Hitzetoten des Sommers, die „Opfer der größten Umweltkatastrophe seit Bestehen der Bundesrepublik“, Politik und Öffentlichkeit so wenig interessieren? Weil es sich um Alte, Kranke, Obdachlose handelt, die still sterben? Weil es ohne spektakuläre Bilder, wie dies beispielsweise bei einer Flutkatastrophe der Fall ist, geschieht?

Die etwa 25 Zuhörer erfuhren in der Folge, dass die Ursachen und Folgen des Klimawandels schon seit 130 Jahren exakt beschrieben sind. Der Weltklimarat, der 2007 den Friedensnobelpreis erhielt, erstellt jährlich ausführliche Berichte zur Klimaentwicklung, die wirklich besorgniserregend sind. Die sinnvollen Beschlüsse der Weltklimakonferenz 2015, den Anstieg der globalen Temperaturen auf 1,5 Grad zu begrenzen, werden aber nicht umgesetzt. Dabei zeigen Untersuchungen, dass die volkswirtschaftlichen Kosten von Hitze enorm sind und sich Investitionen in Klimaschutz auf alle Fälle rechnen. Stattdessen wird klimaschädliches Verhalten weiterhin mit Milliardenbeträgen subventioniert. Essentiell wäre es jedoch, sich von Kohle, Öl und Gas als Energieträger möglichst schnell zu verabschieden.

Von den Auswirkungen der steigenden Temperaturen auf den Menschen berichtet Dr. Kestler aus seiner jahrelangen beruflichen Erfahrung als Arzt im Krankenhaus und Notarzt heraus. Die Wirkung von Hitze auf den Körper und die lebenswichtigen Organe wird komplett unterschätzt. Oft werden körperliche Beschwerden klein geredet oder missachtet. Spätestens bei Verwirrtheit, Kreislaufkollaps oder Krampfanfällen muss jedoch unbedingt der Notarzt gerufen werden. Soweit muss es aber nicht kommen, wenn man – insbesondere bei Vorerkrankungen – einige Grundregeln beachtet: Wohnung kühlen, keine körperliche Belastung in der Hitze, ausreichend Trinken, Medikamente und Trinkmenge ggf. ärztlich absprechen. Kestler appellierte an die Zuhörer, sich in Hitzeperioden um ältere, kranke, alleinstehende Nachbarn zu kümmern.

Das Ende des Vortrags beschloss Dr. Kestler wieder mit einer Frage: „Wie wollen wir leben?“ Die Antwort darauf muss den Schutz unseres schönen blauen Planeten und den Respekt der naturgegebenen Grenzen beinhalten.

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