Dienstag, 24. Februar 2026

Spritziges Bockbier, deftige Schmankerl und eine würzige Fastenpredigt

Ein Abend für die Geschichtsbücher. Fotos: Hans-Peter Weiß

Bodenwöhr. Beste Stimmung herrschte im historischen Kellergewölbe des Brauereigasthofs Jacob in Bodenwöhr: Kurz nach dem Ende der närrischen Faschingssaison stand mit dem traditionellen Jacobator-Anstich bereits der nächste Höhepunkt im Veranstaltungskalender an. Als eine der ersten Brauereien im Landkreis Schwandorf lädt die Familienbrauerei Jacob alljährlich zu ihrem weithin bekannten Starkbierfest ein. Rund 500 Gäste ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen.

Durch den Abend führte die Werbeikone „Bäff“, alias Josef Piendl, der mit einem humorvollen Auftakt und einem G’stanzl für die passende Einstimmung sorgte. Für die musikalische Umrahmung zeichneten die Tanngrindler Musikanten verantwortlich, die mit bodenständiger Blasmusik überzeugten. Im rappelvollen Gewölbekeller hatte „Bäffi-Boy“ den Hausherrn Marcus Jacob als Brauereidirektor begrüßt, der sich sichtlich geschmeichelt fühlte. Ein besonderer Gruß ging an Bodenwöhrs Bürgermeister Georg Hoffmann mit Gattin sowie seinen Stellvertreter Albert Krieger. Auch der stellvertretende Landrat Richard Tischler, Bürgermeister Martin Birner (Neunburg v. Wald) sowie weitere kommunalpolitische Vertreter, darunter Christian Meßmann (Steinberg am See), Florian Krettner (Wackersdorf), Fabian Schmid (Bodenwöhr) und Kurt Mieschala (Schwandorf), zählten zu den Gästen. Zudem hieß Jacob zahlreiche Vereinsvertreter, Freunde und Weggefährten willkommen.

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Ein besonderer Moment des Abends war der Anstich des ersten Fasses Jacobator. Diese Aufgabe übernahm in diesem Jahr die 23-jährige Bierbrauerin Franziska Hoffmann aus Kemnath bei Fuhrn, die in Kürze zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin antritt. Sichtlich nervös setzte sie zum Anstich an, doch erst nach mehreren beherzten Schlägen – und mit Unterstützung von Braumeister Martin Spießl – konnte der Zapfhahn sicher im Holzfass verankert werden. Ein kleiner „Biersee“ auf dem Boden tat der guten Stimmung keinen Abbruch, und schließlich konnte gemeinsam auf das gelungene Fest angestoßen werden.

Während das Küchen- und Servicepersonal alle Hände voll zu tun hatte, die Gäste mit dem 7,5 Prozent starken Jacobator sowie bayerischen Schmankerln wie frisch gegrillter Schweinshaxe, würziger Gulaschsuppe und hausgemachtem Obazdn zu versorgen, sorgten die Tanngrindler Musikanten weiterhin für beste Unterhaltung. Deren Leiter Frieder Roßkopf hatte zudem eine pointierte Festrede vorbereitet und nahm dabei mit augenzwinkerndem Humor die Bodenwöhrer aufs Korn. Mit einer rund 50-minütigen Rede spannte Festredner Frieder Roßkopf beim Starkbierfest einen weiten Bogen von der großen Weltpolitik bis hinein in die Kommunalpolitik. Pointiert und mit scharfem Humor appellierte er an die Gäste, wachsam zu bleiben und sich nicht von politischen Rändern verführen zu lassen, die – so Roßkopf – als „Marionetten von Trump und Putin“ mit Hass und Angst Stimmung machten. Auch das lokale Geschehen blieb nicht ausgespart. Roßkopf griff augenzwinkernd den „Plan B“ von Fabian Schmid sowie die veränderten Karrierepläne von Verena Obermeier auf. Dabei mahnte er zur Geschlossenheit: „Es geht hier um Bodenwöhr und nicht darum, welcher Stern heller strahlt.“

Ein Blick ging zudem nach Steinberg am See, wo der Fenzl-Wirt jüngst sein 100-jähriges Bestehen feierte. In diesem Zusammenhang nahm Roßkopf seinen Rednerkollegen Bernd Hasselfeldt humorvoll aufs Korn. „Steht er auf einem Hügel, ist er als kleine Form der Steinberg-Kugel zu sehen“, witzelte der Starkbierredner – sehr zur Erheiterung des Publikums, das anschließend in das Lied „Rund ist die Kugel“ vom Moser-Hias einstimmte. Mit augenzwinkernder Fantasie wartete Roßkopf auch bei weiteren Themen auf: So wolle man künftig ein blaues „Szene-Starkbier“ namens „Viagrator“ brauen, das in einer neu erworbenen Halle ausgeschenkt werden solle, die kurzerhand zum Swingerclub „Schwarze Birne“ umfunktioniert werde. Ein eigens gestaltetes Werbeschild präsentierte er gleich mit und lies symbolisch Freikarten – sehr zur Gaudi der Gäste verteilen.

Lobende Worte fand Roßkopf für Werbebotschafter „Bäff“, der seit 20 Jahren für die Brauerei im Einsatz ist. Zugleich streifte er aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen: „Mit der Menschheit geht’s dahin, uns übernimmt jetzt die KI“, bemerkte er und rief die Zuhörer dazu auf, kritisch und kreativ zu bleiben sowie den eigenen Verstand zu gebrauchen. „Mundgeblasen und hirngedacht – das ist es, was den Menschen macht“, schrieb er dem Publikum ins Stammbuch. Ein besonderes Kompliment galt schließlich Braumeister Martin Spießl, den Roßkopf als „wohl weltbesten Bierbrauer“ würdigte. Mit über 100 Goldplaketten habe er maßgeblich zum Erfolg der Brauerei beigetragen. „Jacobator ohne Spießl wär wie ein Bulldog ohne Diesel“, brachte es der Fastenprediger auf den Punkt. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er ihm eine exklusive Jacob-Tafel, die künftig beim Haller-Wirt ihren Platz finden soll – als augenzwinkernder Hinweis darauf, wer dort „Regie führt“.

Auf dem Brauereigelände wird ein Swinger Club etabliert.
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