
Bald ist es wieder so weit: Wenn die Temperaturen langsam auf über 10 Grad steigen, wachen die Igel aus ihrem Winterschlaf auf. Doch nicht alle Igel haben die kalte Jahreszeit in gut isolierten Nestern, die sie in Reisig-, Holz- oder Laubhaufen unter Sträuchern gebaut haben, verbracht. Einige sind krank, verletzt, hilflos oder unterernährt und können deshalb keinen Winterschlaf halten. Normalerweise wären sie dem Tode geweiht, gäbe es nicht Lisa Ruder aus Erzhäusern, die sie seit neun Jahren in ihrer Igelstation aufnimmt, sich um sie kümmert und gesund pflegt.
„Viele Igel haben massiv Innenparasiten, die sie mit der Nahrung – vor allem durch Schnecken und Würmer als größte Überträger – aufnehmen“, so Ruder. Andere Tiere wiederum wurden durch Gartengeräte wie Freischneider, Motorsensen, Rasentrimmer oder Mähroboter verletzt. Ruders Igelstation im Keller ist inzwischen vom Veterinäramt offiziell anerkannt worden.
Intensive und kostspielige Pflege der Igel
Viele Menschen aus der gesamten Region bringen kranke, verletzte oder unterernährte Igel vorbei. Die Pflege und Versorgung der Igel ist jedoch aufwendig. Jeden Morgen steht sie gegen 4.30 Uhr auf, so Ruder, und kümmert sich zuerst um ihre „Untermieter“. Rund 20 Minuten plane sie dabei für einen Igel ein. Nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld steckt sie in ihr ehrenamtliches Hobby. Je nach Zustand und Pflegeaufwand kostet die Pflege eines Igels zwischen 50 und 150 Euro – von der Aufnahme bis zur Auswilderung.
Deshalb freut sie sich über jegliche Unterstützung und Spenden, egal ob Geld oder Futter, zum Beispiel durch Mitglieder von Steinmalgruppen, die Steine mit Igelmotiven bemalen und sie in Geschäften, Praxen und anderen Einrichtungen mit Spendenboxen platzieren. Zudem wird die „Igel-Mami“ durch tierliebe Menschen unterstützt, die einem gesund gewordenen Igel selbst ein Gehege mit Schlaf- und Futterhaus über den Winter zur Verfügung stellen und das Tier im Frühjahr auswildern. Weitere Helfer mit Auswilderungs- und Überwinterungsplätzen werden gesucht.
850 Euro vom Landesamt für Finanzen
„Naturnahe Gärten und die ganzjährige Zufütterung der Igel mit hochwertigem Katzenfutter über ein Futterhaus, das man bei ihr erwerben könne, würden das Überleben der vom Aussterben bedrohten Igel sichern“, meint Ruder.
Ganz besonders hat sie sich jüngst über eine Spende des Landesamtes für Finanzen in Regensburg gefreut. Der Erlös aus dessen Weihnachtstombola wird jedes Jahr einem wohltätigen Zweck zugeführt. „Diesmal war es unsere kleine Igelstation in Bodenwöhr“, so Lisa Ruder, „die höchste Anerkennung, die wir je erhalten haben – 850 Euro.“
Die Mutter von Florian Allwang, einem Mitarbeiter des Landesamtes, brachte vor zwei Jahren einen kranken Igel zu Ruder. Sie konnte ihm helfen – was man nicht vergaß. Deshalb wurde die Igelstation Bodenwöhr vorgeschlagen und schließlich ausgewählt.
Spenden an Lisa Ruder sind wie folgt möglich: PayPal: Lisaruder62@gmail.com;
IBAN: DE89 7509 0000 0003 6147 35
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