
Bayerisches Landesamt für Pflege zeichnet Konzept zur Stärkung der Pflegeausbildung aus
Ein Arbeitstag auf Station beginnt oft mit einem Blick, einem Satz, einer kurzen Orientierung. Für Auszubildende in der Pflege sind diese ersten Minuten besonders prägend. Denn hier entscheidet sich, ob Lernen im Alltag wirklich möglich ist. Am Barmherzige Brüder Krankenhaus St. Barbara Schwandorf ist Praxisanleitung deshalb nicht nur ein Pflichtpunkt im Dienstplan, sondern ein zentraler Bestandteil der Ausbildungsqualität. Jetzt wird dieses Engagement offiziell ausgezeichnet: Das Team der Zentralen Praxisanleitung erhält den Praxisanleiterbonus zur Etablierung von innovativen Praxisanleitungskonzepten und damit 10.000 Euro Preisgeld. Der Bonus wird vom Bayerischen Landesamt für Pflege vergeben und honoriert Einrichtungen, die Praxisanleitung strukturell weiterentwickeln und mit neuen Konzepten stärken. Hintergrund ist eine klare Herausforderung, die nahezu alle Gesundheitsversorger betrifft: Der Pflegeberuf braucht Nachwuchs, und Nachwuchs braucht gute Ausbildung. Gerade in einem klinischen Umfeld, das durch hohe Anforderungen und komplexe Versorgung geprägt ist, wird die gezielte Begleitung von Auszubildenden zum Qualitätsfaktor für die gesamte Patientenversorgung.
In Schwandorf wurde ein praxiserprobtes Instrument eingereicht, das den Lernprozess im Stationsalltag gezielt unterstützt und zugleich die Entwicklung von Handlungssicherheit und Verantwortungsbewusstsein fördert. Der Ansatz wurde im Haus entwickelt, umgesetzt und wird gemeinsam getragen. Beteiligt war das gesamte Team der Zentralen Praxisanleitung, das theoretisches Wissen in die praktische Ausbildung im Stationsalltag überträgt und Lernprozesse gezielt strukturiert begleitet. Unterstützt wurde das Projekt durch die zuständige Pflegedienstleitung sowie der Pflegedirektion. „Wir erleben täglich, wie sehr Auszubildende davon profitieren, wenn Lernen nicht zufällig passiert, sondern bewusst ermöglicht wird. Der Bonus ist eine Anerkennung dafür, dass Praxisanleitung Zeit, Struktur und Haltung braucht“, sagt Julia-Sophia Müller, Zentrale Praxisanleiterin am Barmherzige Brüder Krankenhaus St. Barbara Schwandorf.
Der Praxisanleiterbonus steht dabei exemplarisch für eine Entwicklung, die in der Pflegeausbildung zunehmend an Bedeutung gewinnt: Ausbildung wird nicht mehr als rein individuelle Aufgabe einzelner Praxisanleitender gesehen, sondern als gemeinsame Verantwortung einer Einrichtung. Denn qualifizierte Praxisanleitung wirkt nicht nur auf die fachliche Kompetenz von Auszubildenden, sondern auch auf Faktoren wie Bindung an den Beruf, Motivation und langfristige Personalgewinnung. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das mehr als eine pädagogische Frage. Es ist eine strategische Notwendigkeit. Auch Pflegedirektor Frank Hederer ordnet den Gewinn des Bonus in diesen Zusammenhang ein: „Gute Pflege beginnt mit guter Ausbildung. Dass unser Konzept ausgezeichnet wurde, zeigt, dass wir Praxisanleitung als Schlüssel für Qualität und Zukunftssicherung verstehen. Wir danken unseren Praxisanleitenden für ihr Engagement, ihre Professionalität und ihre Bereitschaft, neue Wege zu gehen.“ Dass ein staatlicher Bonus gezielt innovative Anleitungskonzepte fördert, ist auch eine Anerkennung der Rolle von Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern, die in der generalistischen Pflegeausbildung eine zentrale Schnittstelle bilden. Sie übersetzen Wissen in Praxis, geben Orientierung, strukturieren Lernprozesse und schaffen Sicherheit in einem Berufsfeld, in dem es oft um entscheidende Momente für Patientinnen und Patienten geht.
Für das Barmherzige Brüder Krankenhaus St. Barbara Schwandorf ist die Auszeichnung deshalb mehr als ein finanzieller Erfolg. Sie ist ein Signal nach innen und außen: Ausbildung wird nicht nur ermöglicht, sondern aktiv gestaltet. In den kommenden Monaten sollen die gewonnenen Impulse genutzt werden, um Praxisanleitung im Haus weiter zu stärken und die Ausbildungsqualität konsequent auszubauen.








