Dienstag, 23. Juni 2026

Minister Aiwanger unterstrich die Bedeutung der Oberpfälzer Rotwildtage und plädierte für eine waidgerechte Jagd

Hubert Aiwanger kam auf Gut Heringnohe bei Vilseck, um sich zu informieren und zu diskutieren

Bayerns Jagdminister Hubert Aiwanger (links) mit dem BJV-Bezirksvorsitzenden und Veranstalter Alexander Flierl (rechts). Bild: Joachim Gebhardt

Bei der zweitägigen Veranstaltung, an der die Jägerschaft aus ganz Deutschland sich zum Rotwild austauscht und Trophäen bestaunt, freute sich BJV-Bezirksvorsitzender Alexander Flierl als Veranstalter über den Vortrag von Dr. Andreas König, Professor für Wildtierökologie und Wildtiermanagement (TU München), der die Situation des Rotwildes darlegte. Der Wissenschaftler hatte mit seinem Team über 3000 Gen-Proben aus den zehn bayerischen Rotwildgebieten ausgewertet mit einem mutmachenden Ergebnis: Sieben von zehn derAreale weisen gute bis sehr gute hohe genetische Vielfalt auf, an der Spitze liegen Oberpfalz-Nord (Grafenwöhr) und -Süd (Hohenfels). Hier funktioniere der Gen-Austausch noch effektiv, während in den Isarauen, Hassbergen und Odenwald starke Verinselung und genetische Verarmung zu beobachten sei.

Hubert Aiwanger setzte sich für einen dreijährigen Rotwild-Abschussplan ein. Bild: Joachim Gebhardt

Doch eine neue Gefahr überschattet das Vorkommen: Der Große Amerikanische Leberegel hat das Rotwild im Nordteil der Oberpfalz befallen, schon bis zu 50 Prozent des Gesamtbestandes tragen den Parasiten in der Leber, die älteren Tiere praktisch alle. Der Befall schwäche die Tiere, Gewicht und Lebensdauer sänken deutlich, so der Experte. „Es gibt auf absehbare Zeit kein Rezept dagegen“. Der Jagdminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger warb für einen künftigen Drei-Jahres-Abschussplan für Rotwild, der pro Jahr um 20 Prozent ins Plus oder Minus gehen könnte. Ebenso war er klar für Winterfütterung von Rotwild in den Bergen. Besonders appellierte der Politiker, einen Hirsch im „rotwildfreien Gebiet“ auch mal ziehen zu lassen, um den Gen-Austausch zu ermöglichen.

Die beiden stärksten Hirsche der Schau: Oben mit 7,5 Kilo und 202 Internationalen Punkten, unten mit 6 Kilo und 196 Punkten. Bild: Joachim Gebhardt

Für den Nordbezirk stellte Forstdirektor Alexander Krone, Leiter des Bundesforstbetriebs Grafenwöhr, die Zahlen für das Jagdjahr 2025 vor: 1849 Stück Rotwild seien erlegt worden von geplanten 2110, heuer sollen es 1988 werden. „Jeder einzelne der ausgestellten Hirsche aus dem Norden hatte übrigens Leberegelbefall.“ Für den Süden berichtete Forstdirektor Manfred Kellner von 1815 erlegten Stücken Rotwild, davon 1450 im Übungsplatz Hohenfels. Heuer sind 1750 geplant. Insgesamt weist die Oberpfalz eine Gesamtzahl von 3664 Stück auf – das ist gut ein Viertel der gesamten bayerischen Rotwild-Strecke. Andreas Rohrseitz stellte die Geweihe vor: Auffallend die deutlich geringere Stärke der Trophäen aus dem durch den Leberegel geschädigten Norden. Der stärkste Hirsch der Schau hatte ein Geweihgewicht von 7,5 Kilo, kam aus dem Süden und erreichte 202 Internationale Punkte, der zweite lag bei 6 Kilo und 196 Punkten.

Bayerns neuer Jäger-Präsident Hubert Stärker will den Verband wieder einen. Bild: Joachim Gebhardt

Der neue bayerische Jägerpräsident Hubert Stärker stellte sein Ansinnen, den Bayerischen Jagdverband wieder zu einen, in den Vordergrund. Den Kreisgruppen als Aushängeschilder vor Ort komme hier besondere Bedeutung zu – mit ihnen strebe man eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ an.

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