Freitag, 27. Februar 2026

KRK-Chef Josef Hartinger übergibt Staffelstab

Paul Kastner (r.) hat die Kameradschaft Wackersdorf übernommen. Fotos: Hans-Peter Weiß

In Wackersdorf ist eine prägende Ära zu Ende gegangen: Nach 44 Jahren als Vorsitzender der Krieger- und Reservistenkameradschaft (KRK) legte Josef Hartinger im Rahmen der Jahreshauptversammlung sein Amt nieder. Mit bewegenden Worten verabschiedete sich der langjährige Vorsitzende von den Mitgliedern. „Diese Kameradschaft ist mehr als ein Verein, sie ist eine Familie“, betonte Hartinger. „Heute geht ein Kapitel zu Ende, das mein Leben tief geprägt hat. Damals, als ich das Amt übernahm, konnte ich nicht ahnen, wie viele Aufgaben, Herausforderungen, Begegnungen und Erinnerungen mich erwarten würden. Wir haben gemeinsam Tradition bewahrt, Werte gepflegt und Verantwortung übernommen.“ Als Ehrengast begrüßte Hartinger Bürgermeister Thomas Falter. Enttäuscht zeigte er sich darüber, dass der BKV-Kreisverband keinen Vertreter zur Versammlung entsandt hatte.

„Du warst nicht nur Vorsitzender, du warst Organisator, Vermittler und zugleich Kamerad“, sagte Bürgermeister Falter (l.) zu Josef Hartinger (r.).

Rückblick auf bewegte Jahrzehnte

Anstelle eines routinierten Veranstaltungsrückblicks spannte Hartinger einen weiten Bogen über mehr als vier Jahrzehnte Vereinsgeschichte. Er erinnerte an zahlreiche Gedenktage, an denen der Gefallenen gedacht und die Bedeutung von Frieden, Freiheit und Zusammenhalt ins Bewusstsein gerufen wurde. „Wir haben gemeinsam Ausflüge gemacht, Veranstaltungen und Versammlungen gestaltet, haben gelacht, diskutiert, geplant und manchmal auch gestritten – aber eines galt immer: Der Geist der Kameradschaft hat uns getragen“, resümierte der scheidende Vorsitzende.

Mehrere Jubiläen markierten in den vergangenen Jahrzehnten bedeutende Meilensteine: Neben dem zehnjährigen Bestehen der Reservistenkameradschaft wurden das 70-jährige Vereinsjubiläum der KRK, die 75- und 90-Jahrfeier sowie 2024 das 100-jährige Bestehen der Kameradschaft groß gefeiert. Als herausragendes Projekt gilt die Aufstellung einer Gedenktafel für die gefallenen BBI-Mitarbeiter auf dem Kalvarienberg. Zu den festen Größen im Vereinsjahr zählten zudem 38 traditionelle Vatertagsfeiern. Diese Veranstaltungen seien nicht nur gesellige Höhepunkte gewesen, sondern Ausdruck der tiefen Verwurzelung der Kameradschaft im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde.

Josef Hartingers (r.) letzte Amtshandlung: Die Ehrung treuer Mitglieder.

Tradition bewahren und Verantwortung übergeben

Hartinger sei es stets ein Anliegen gewesen, die gewachsene Tradition der Kameradschaft zu bewahren und zugleich offen für neue Impulse zu bleiben. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, den Staffelstab weiterzugeben. „Eine Kameradschaft lebt von frischen Ideen, von neuen Kräften und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, erklärte er. Bürgermeister Thomas Falter würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung der KRK für die Gemeinde. Der Verein sei ihm persönlich ans Herz gewachsen. „Gesellschaftlich ist die Kameradschaft, die vorbildlich von Josef Hartinger geführt wurde, nicht mehr wegzudenken. Der Vorsitzende hat den Verein mit Weitsicht, mit großem Pflichtbewusstsein und großem persönlichen Einsatz geführt“, so das Gemeindeoberhaupt.

Einstimmige Neuwahlen: Paul Kastner übernimmt Vorsitz

Ein zentraler Punkt der Versammlung war die turnusmäßige Neuwahl der Vorstandschaft. Die 24 stimmberechtigten Mitglieder wählten einstimmig Paul Kastner zum neuen Vorsitzenden der KRK. Zu seinem Stellvertreter wurde Mike Berthold bestimmt. Die Kassengeschäfte führt künftig Ludwig Kuttner, das Amt des Schriftführers übernimmt Oswald Langer. Als Schießsportwart wurde Hans-Peter Weiß gewählt. Zu Beisitzern bestimmten die Mitglieder Gerhard Huber, Josef Hartinger, Josef Braun, Ute und Werner Kostka, Will Franz, Alfred Jäger sen. sowie Maria Falter. Delegierte der KRK sind Hans Huber und Ludwig Kuttner. Innerhalb der Vorstandschaft wurde Gerhard Huber zum Fahnenträger ernannt. Thomas Weiß und Alfred Neff übernehmen das Amt der Böllerschützen. Die Kegelabteilung wird weiterhin von Mike Berthold geführt. Als Kassenrevisoren fungieren Walter Stadlbauer und Evelyn Berthold.

Ehrungen für langjährige Treue und besonderes Engagement

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Ehrung verdienter und langjähriger Mitglieder. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurde Ute Kostka mit einer Urkunde ausgezeichnet. Walter Mikuta blickt auf 40 Jahre Treue zur KRK zurück. Für jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Georg Baumer und Jakob Winter geehrt. Für besondere Verdienste um die Kameradschaft erhielt Maria Falter das Ehrenkreuz in Silber der Bayerische Kameraden- und Soldatenvereinigung.

Josef Hartinger wurde zum Ehren-Vizepräsident der BKV ernannt.

Würdigung auf Landesebene: Hartinger wird Vize-Ehrenpräsident

Erst kürzlich waren auch auf Landesebene die außergewöhnlichen Verdienste des 78-jährigen Josef Hartinger gewürdigt worden. Im Rahmen einer Sitzung der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung ehrte BKV-Präsident Otmar Krumpholz seinen langjährigen Weggefährten für dessen vielfältiges Engagement auf allen Ebenen des Verbandes. Hartinger war von 2001 bis 2025 Mitglied des Präsidiums, 15 Jahre lang Landesprotokollführer, elf Jahre Ordenskanzler und von 2024 bis zu seinem Rückzug Großkanzler. Zudem fungierte er ein Jahr lang als stellvertretender Präsident. Als Anerkennung für sein jahrzehntelanges, außerordentliches Engagement wurde er nun zum Vize-Ehrenpräsidenten ernannt.

Mit dem Abschied Hartingers endet in Wackersdorf eine prägende Epoche. Zugleich beginnt für die KRK unter neuer Führung ein weiteres Kapitel – getragen vom Geist der Kameradschaft, der den Verein seit einem Jahrhundert auszeichnet.

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