
Windmais: Lang, lang ist es her, so um die 65 Jahre – ein Foto vom Bodenwöhrer Ortsteil Windmais, wohl aufgenommen so Ende der 1960er Jahre. Eine Gänseherde, wahrscheinlich von Johann Bollinger, auch „Zenger-Hans“ genannt, dessen Anwesen auf dem Foto mit dem Holzzaun vorne rechts beginnt, marschiert auf der Dorfstraße vom inzwischen geschlossenen Gasthaus Kolbeck kommend in Richtung Dorfweiher, der sich an der Stelle befand, wo 1988 die Windmaiser Dreifaltigkeitskapelle und 2021 der neue Spielplatz errichtet wurden. Zur damaligen Zeit ein wohl alltägliches Bild, jetzt infolge mangelnder Rentabilität, fehlendem Dorfweiher und zu starkem Verkehr undenkbar. Die Dorfstraße, auf der die Gänse den Dorfweiher zum alltäglichen Bad aufsuchten, wurde Mitte der 1960er Jahre damals noch durch die eigenständige Gemeinde Erzhäuser geteert. Links ist der immer noch funktionierende alte Dorfbackofen, in dem 1992 beim ersten vom Bulldog-Club veranstalteten großen Oldtimertreffen oder bei den beiden historischen Dorffesten 1999 und 2009 Brot gebacken wurde, zu erkennen. Hin und wieder bäckt der ehemalige Wirt des Gasthofes Kolbeck, Franz Schneider, immer noch Bauernbrote in dem Ofen, die dann reißenden Absatz finden.
Windmaiser Wirtshaus Kolbeck leider geschlossen
Rechts hinten befindet sich das Ende der 1960er Jahre von den damaligen Besitzern, Maria und Gustav Kolbeck, neu errichtete Gasthaus Kolbeck, dem zeitweise auch eine Metzgerei und ein Verkaufsladen angegliedert waren. Das Gebäude rechts davor ist das alte Wirtshaus, das anfangs der 1970er Jahre weggerissen wurde. An dieser Stelle befinden sich jetzt Parkplätze und die Zufahrt zum Oldtimermuseum. Der ehemalige Besitzer Michael Schießl aus Erzhäuser überschrieb damals das Anwesen seiner Tochter Maria, von allen später liebevoll nur die „Wirts-Marie“ genannt, die eben besagten Gustav Kolbeck heiratete. Dieser war wegen seiner Kraft, Grobschlächtigkeit und auch Trinkfestigkeit weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt. Nach dem Tod ihres Mannes führte die „Wirts-Marie“ das Gasthaus zusammen mit ihrer Schwester, die „Wirts-Babette“, bis zu beider Ableben weiter. Danach ist es wieder in den Besitz der Familie Schießl aus Erzhäuser übergegangen, die es in den 1990er Jahren renovieren und neu einrichten ließ. Seit 2018 ist das Gasthaus leider geschlossen. Eine Vielzahl solcher alten historischen Fotos und Begebenheiten sind in der Festzeitschrift der FFW Erzhäuser, die anlässlich des 125-jährigen Gründungsjubiläums im letzten Jahr herausgegeben wurde, niedergeschrieben. Bei diesen Beiträgen geht es nicht nur um die Wehr selbst, sondern vor allem um die Geschichte und Geschichten der ehemaligen Gemeinde Erzhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Wer noch so eine Festzeitschrift erwerben will, um diese interessanten und zum Teil auch lustigen Geschichten nachzulesen, soll sich mit Randolf Alesch, Tel. 09434/901010, Mobil/WhatsApp 0160/95927589 oder Mail: randolf.alesch@t-online.de in Verbindung setzen.







