Dienstag, 14. Juli 2026

Fit und sicher im Alltag: OTH Regensburg rückt Prävention und selbstbestimmtes Leben in den Fokus

Aktiv mitmachen statt nur zuhören: Die Teilnehmendensetzten praktische Übungen unter Anleitung direkt in die Tat um. Foto: Sandra Geis

Rund 80 Teilnehmende informierten sich am Mittwoch, 8. Juli 2026, an der Hochschule über Gesundheit, Bewegung und sicheres Wohnen.

Wie lässt sich die Lebensqualität bis ins hohe Alter erhalten? Welche Maßnahmen helfen, Stürze zu vermeiden und ein sicheres Zuhause zu gestalten? Antworten auf diese Fragen gab die Informationsveranstaltung „Fit & Sicher“ an der OTH Regensburg, die von der Forschungsstelle für Orthopädie und Ergonomie unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Grifka initiiert wurde. Rund 80 Interessierte kamen dazu in den Hörsaal D 002.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali, Beauftragte für den zentralen Entwicklungsschwerpunkt Gesundheit, mit einem Grußwort. Sie betonte die besondere Rolle der OTH Regensburg als Gesundheitshochschule in Bayern: „Die OTH Regensburg ist der ideale Ort für diese Veranstaltung, weil wir wissenschaftliche Kompetenz mit praxisnaher Ausbildung verbinden. Unsere Studierenden werden qualifiziert, um in der direkten Patientenversorgung tätig zu sein – in Praxen, im Kreißsaal, in Pflegeeinrichtungen und Kliniken.“

Innovative Ansätze an der OTH Regensburg

Zugleich verwies sie auf innovative und interdisziplinäre Ansätze in Forschung und Lehre, etwa den Einsatz von Virtual-Reality-Anwendungen, digitalen Lösungen zur Reduktion von Einsamkeit sowie modernen Verfahren zur Bilderkennung bei chronischen Wunden. Das Thema Gesundheit ist zudem fest im Hochschulentwicklungsplan (HEP) der OTH Regensburg verankert und prägt nachhaltig die strategische Ausrichtung der Hochschule.

Im ersten Vortragsblock sprach Dr. Ralph Paloncy, Ärztlicher Direktor des ZAR Regensburg, über die Frage „Trimm’ dich fit ins Alter – aber wie?“. Er machte deutlich, dass Prävention weit über die Vermeidung von Stürzen hinausgeht. Es gelte Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Arthrose oder Diabetes frühzeitig zu berücksichtigen und ganzheitlich zu behandeln. Ziel sei es, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen – unterstützt durch Wissen, Netzwerke und geeignete Vorsorgemaßnahmen.

Anschließend zeigten Prof. Dr. Joachim Grifka gemeinsam mit Silvia Dullien, Sportwissenschaftlerin an der Forschungsstelle Orthopädie und Ergonomie, und Dr. med. Agathe Thurn, Assistenzärztin an der Forschungsstelle, praxisnah, wie Trainingstherapie konkret umgesetzt werden kann. Dabei stand vor allem die Bedeutung von Bewegung im Alltag im Mittelpunkt. Prof. Dr. Grifka hat gemeinsam mit seinem Team in der Forschungsstelle Trainingseinheiten für Gelenke und Wirbelsäule entwickelt. Darüber hinaus entstanden spezielle Programme für ältere Menschen, die auf eine ausgewogene Kombination aus Kraft, Mobilität und Koordination abzielen.

Einfache, aber effektive Übungen für zu Hause

Die Pause wurde als Bewegungspause mit praktischen Anleitungen gestaltet. Gezeigt wurden einfache, jedoch sehr effektive Übungen, die zu Hause selbst durchgeführt werden können, wie zum Beispiel das Wadenheben beim Zähneputzen oder an der Kaffeemaschine.

Im zweiten Teil des Symposiums zeigten Markus Donhauser, Architekt bei der Landesstelle Barrierefreiheit, mit Beratungstagen auch im Landratsamt Regensburg, und Melanie Kagerer, Leiterin der Fachstelle Wohnen und Technik, Seniorenamt der Stadt Regensburg, welche Maßnahmen sich in den eigenen vier Wänden umsetzen lassen. So können zum Beispiel Stolperfallen an Balkon- und Terrassentüren mit einem Haustürprofil vermieden werden. Vieles kann bereits mit einfachen Hilfsmitteln und Lichtsteuerung, Sturzsensoren oder Wohnungsanpassungen erreicht werden, die schon ab Pflegegrad 1 von der Pflegekasse mitfinanziert werden.

Ein besonderes Anliegen war den Referentinnen und Referenten der persönliche Austausch. Während der gesamten Veranstaltung gab es immer wieder Gelegenheit für Fragen und individuelle Gespräche. Die rege Beteiligung zeigte, wie groß das Interesse an praxisnahen und alltagstauglichen Lösungen ist.

Die Referentinnen und Referenten der Veranstaltung „Fit & Sicher“ an der OTH Regensburg (v. l.): Prof. Dr. Joachim Grifka (Leiter Forschungsstelle für Orthopädie und Ergonomie), Markus Donhauser (Bayerische Architektenkammer), Melanie Kagerer (Stadt Regensburg, Seniorenamt). Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali (Beauftragte für den Entwicklungsschwerpunkt Gesundheit an der OTH Regensburg) und Dr. Ralph Paloncy (ZAR Regensburg) Foto: Silvia Dullien
Facebook
LinkedIn
Email
Print