Dienstag, 21. Juli 2026

Festakt zum Burgfestspiel „Vom Hussenkrieg“

Spielleiter Jürgen Hoffmann, Bürgermeister Martin Birner (v.l.) und Pfalzgräfin Julia Grund (4.v.l.) gratulierten den Geehrten. Ganz rechts Ehrenvorsitzender Theo Männer mit Fr. Dr. Dorothea Klein. Fotos: Randolf Alesch

Untrennbar gehört das Burgfestspiel „Vom Hussenkrieg“ vor der eindrucksvollen Kulisse des historischen Schlosses, welches seit 1983 Jahr für Jahr stattfindet, zur Pfalzgrafenstadt Neunburg v.W. Zum 41. Male wird es heuer vom 4. – 25. Juli an insgesamt fünf Abenden aufgeführt, erstmals mit deutlichen Veränderungen, die von den Schauspielern selbst eingearbeitet wurden. Vergangenen Sonntagvormittag fand im historischen Schlosssaal des „Alten Schlosses“ der traditionelle Festakt statt. Der Vorsitzende des Festspielvereins, Manuel Winkler, konnte hierzu neben zahlreichen Darstellern auch Bürgermeister Martin Birner, Ehrenvorsitzenden Theo Männer und den ehemaligen Schirmherrn, Dr. Richard Wagner, der auch schon als Darsteller mitwirkte, willkommen heißen. Sein besonderer Gruß galt Frau Professorin Dr. Dorothea Klein, die bis April 2020 einen Lehrstuhl für deutsche Philologie an der Universität in Würzburg innehatte. Klein referierte später über eine neu entdeckte Fassung von Ott Ostmanns Lied über die Schlacht bei Hiltersried.

Bisherige drei Ausführungen waren ausverkauft

Rückblickend auf die drei bereits erfolgten Aufführungen des Festspieles meinte Winkler, dass man mit dem Schirmherrn, dem Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler, eine gute Wahl getroffen hatte, da das Wetter bis auf einige Windböen jedes Mal super war. Die diesjährigen Aufführungen, so Winkler, seien sehr besonders, da man unter der Leitung von Regisseurin Karin Michl eine neue Version aufführe, an der man selbst mitgeschrieben habe. Selbst während der stundenlangen und zeitintensiven Proben habe man noch die eine oder andere Szene umgebaut, um sie besser darstellen zu können. Endlich, so Winkler überzeugt, habe man die eigenen Vorstellungen einfließen lassen können und das Stück damit auch etwas unterhaltsamer gestalten können. „Wir sind noch nicht am Ende“, meinte Winkler, „wir werden das Stück stetig weiterentwickeln, um für die Zuschauer interessant zu bleiben“. Es soll aber in jedem Fall ein Anti-Kriegs-Stück bleiben und kein Musical werden, so Winkler entschlossen. In der neuen Aufführung werden auch mehr Szenen mit den Hussiten gezeigt, um darzustellen, dass es sich bei ihnen auch nur um Menschen mit Sorgen und Nöten handle.

Neunburger stehen hinter dem Festspiel

Bei den bisherigen drei Aufführungen habe man immer ein volles Haus gehabt und man hoffe, dass auch noch die beiden ausstehenden Abende ausverkauft sein werden. Bürgermeister Martin Birner meinte im Hinblick auf die letzte Aufführung, dass es nicht einfach sei nach der gewonnenen Schlacht am gestrigen Abend einen solchen Festakt auszurichten. Er freute sich sehr darüber, dass die vergangenen drei Aufführungen ausverkauft waren. Weiter meinte er erkannt zu haben, dass die Neunburger wieder mehr hinter dem Festspiel stehen. Das Spiel sei lebendiger geworden und ist nicht mehr so steif wie zuvor, so das Stadtoberhaupt. Birner dankte allen Verantwortlichen, dass sie Veränderungen vorgenommen, damit dem Festspiel eine eigene Handschrift gegeben und dadurch die Aufführung etwas humoriger und unterhaltsamer gemacht haben.

Frau Dr. Dorothea Klein informierte, dass eine zweite Textversion den Hussitenliedes entdeckt wurde und stellte die Unterschiede heraus.

Zweite Textfassung vom Hussitenlied aufgetaucht

Anschließend informierte Fr. Professorin Dr. Dorothea Klein darüber, dass durch ihren Kollegen, den Historiker Franz Fuchs, eine zweite Textfassung von Ott Ostmans Lied über die Schlacht bei Hiltersried festgestellt wurde. Bei dem Gesangsstück handelt es sich um ein deutschsprachiges Lied in 18 Strophen zu je fünf Zeilen über den Einfall der Hussiten in die Oberpfalz im Jahr 1433, besonders über den Sieg des Pfalzgrafen Johann von Neumarkt über die Eindringlinge in der Schlacht von Hiltersried am 21. September 1433. Das Lied stellt letztendlich die Grundlage für die Neunburger Aufführungen dar. Beide Textversionen stimmen in vielen Einzelheiten überein, weisen aber auch den einen oder anderen Unterschied auf. Winkler dankte Klein mit einem kleinen Geschenkkorb für ihre Ausführungen und lud sie zu einem weiteren Besuch des Festspieles ein. Abschließend wurden die nachfolgenden Festspieler und Helfer für ihr jahrelanges Mitwirken durch Spielleiter Jürgen Hoffmann, Vorsitzenden Manuel Winkler, Bürgermeister Martin Birner und Pfalzgräfin Julia Grund geehrt:

Zahlreiche Mitwirkende geehrt

Für 5 Jahre: Patrick Preiß (spielt de Ritter Wofsteiner); für 10 Jahre: Wolfgang Bach (Ritter Hans Satzenhöfer), Hannah Binder (Festspielhelferin), Antonia Hellmuth (Bürgerkind, Zofe), Romina Müller (Bürgerin, Reiterin in der Schlacht), Amelie von Wenz (Hofmusik); für 15 Jahre: Monika Lermer (Bürgerin), Manuel Winkler (Ritter Pausldorfer); für 20 Jahre: Monika Prechtl (Hofmusik Fanfare), Tanja Zenger (Bürgerin); für 25 Jahre: Siegfried Beck (Bettler, Bogenschütze), Matthias Eckl-Binder (Hussiten-Ritter Milos, Fanfarenspieler), Heribert Nothas (Lich-, Ton- und Bühnentechnik), Reinhard Ruider (Bürger, Stadtrat Wirth); für 30 Jahre;: Manuela Hellmuth (Maske, Frau Wirth), Michael Hellmuth (Pfalzgraf Johann) und für 35 Jahre: Franz Binder (Ritter Hans Zenger).

Vorsitzenden Manuel Winkler (am Mikrofon hieß die Anwesenden zum Festakt willkommen und gab einen kurzen Ausblick auf das diesjährige Festspiel.
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