Dienstag, 24. Februar 2026

Equal Pay Day 2026 – Lohnlücke zwischen Frauen und Männern besteht konstant

Die beiden Initiatorinnen Helga Forster, Gleichstellungsbeauftragte in Landkreis Schwandorf (links) und Christina Süß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwandorf (rechts). Foto: Eva Plößner, Agentur für Arbeit Schwandorf

Männer und Frauen sollen für gleiche und gleichwertige Arbeit den gleichen Lohn erhalten. In Deutschland allerdings beträgt die Lohnlücke bei Männern und Frauen laut Statistischem Bundesamt 16 Prozent. Den diesjährigen Equal Pay Day nehmen die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwandorf Christina Süß und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreis Schwandorf Helga Forster zum Anlass, um auf die bestehende Lohnlücke hinzuweisen.

Der diesjährige Equal Pay Day ist am 27. Februar 2026. Dieser Tag markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der in Deutschland wie bereits schon im Vorjahr 16 Prozent beträgt. Auf ein Kalenderjahr umgerechnet ergeben sich daraus 58 Tage, also 16 Prozent von 365 Tagen, an denen Frauen zum Jahresanfang unentgeltlich arbeiten müssen im Vergleich zu Männern.

Das bedeutet auch, Frauen haben in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 16 Prozent weniger verdient als Männer. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhielten Frauen im Jahr 2025 mit 22,81 Euro einen um 4,24 Euro geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdienst als Männer mit 27,05 Euro.

Dies hat verschiedene Gründe. „Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, weil sie nach wie vor mehr unbezahlte Sorgearbeit übernehmen als Männer und Teilzeitarbeit geht zumeist mit einem geringeren Stundenlohn einher,“ erläutert Christina Süß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwandorf. „Darüber hinaus werden Berufe und Branchen in denen hauptsächlich Frauen arbeiten oft schlechter bezahlt als Berufe die üblicherweise von Männern ausgeführt werden. Und Frauen üben deutlich seltener Führungspositionen aus als ihre männlichen Kollegen.“

Werden all diese Unterschiede berücksichtigt beträgt die Lohnlücke, der sogenannte bereinigte Gender Pay Gap, weiterhin 6 Prozent.

Das wiederum heißt, dass selbst bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie Frauen durchschnittlich 6 Prozent weniger Stundenlohn als Männer erhalten.

Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die bestehende Lohnlücke konstant, jedoch landet Deutschland im europäischen Vergleich auf einem der letzten Plätze, denn der europäische Gender Pay Gap beträgt rund 12 Prozent. Es besteht hier also weiterhin Handlungsbedarf, um die Lücke auch in Zukunft weiter zu schließen.

Unter dem Motto „equal pay every day“ rückt der diesjährige Equal Pay Day in den Fokus, wie sich die geschlechterspezifische Lohnlücke im Laufe des Lebens entwickelt und auswirkt. Von erlernten Rollenbildern in der Kindheit und Jugend, über die Berufswahl und die Familiengründung, bis hin zur Rente und der oft damit einhergehenden weiblichen Altersarmut: Anhand der verschiedenen Lebensabschnitte wird deutlich, wie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen Lohngleichheit erschweren und mit welchen Stellschrauben es gelingen kann, das zu ändern und Equal Pay Realität werden zu lassen – nicht nur punktuell, sondern an jedem Tag. Helga Forster, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Schwandorf, betont: „Die Förderung einer möglichst geschlechterneutralen Berufswahl, sowie familienfreundlicher Arbeitsbedingungen sind grundlegende und wichtige Voraussetzungen für die Schließung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern und ein maßgeblicher Schritt hin zu Equal Pay und damit zu fairer Bezahlung“.

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