
REGENSBURG. Erst zwölf durchsuchte Objekte und drei vollstreckte Haftbefehle, nun erneut umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen, drei Festnahmen und Betäubungsmittel im Kilogrammbereich: Die Ermittlungsarbeit der „BAO Brennpunkt“ gegen den organisierten Drogenhandel im Raum Regensburg führt zu einem weiteren Erfolg. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens „Nemo“ stellten Polizeikräfte am Samstag, 3. Oktober 2026, mehrere Kilogramm Cannabis, ein Kilogramm Haschisch, mehrere Hundert Gramm Kokain sowie eine größere Summe Bargeld sicher.
Bereits Ende September war die „BAO Brennpunkt“ mit umfangreichen Maßnahmen gegen den Drogenhandel in Regensburg in Erscheinung getreten. Am 24. September 2026 hatten Einsatzkräfte im Rahmen mehrerer Ermittlungsverfahren zwölf Objekte durchsucht und drei Haftbefehle vollstreckt.
Nur wenige Tage später folgten nun erneut umfangreiche Maßnahmen – diesmal im Rahmen des Ermittlungsverfahrens „Nemo“. Die Ermittlungen führten die Beamten am Samstagnachmittag zu mehreren Objekten im Stadtgebiet Regensburg und ein Objekt in Regenstauf. Dabei rückten neben Wohnungen auch eine mutmaßlich als Drogenlager genutzte Garage und weitere Aufenthaltsorte Tatverdächtiger in den Fokus.
Flucht auf der A93 endet in Regensburg
Der Einsatz nahm dabei eine besonders dynamische Wendung. Im Fokus der Ermittler stand zunächst ein Fahrzeug auf der A93, welches mutmaßlich eine größere Menge Betäubungsmittel transportierte. Noch vor einer geplanten Anhaltung des Fahrzeugs beschleunigte der Fahrer im Bereich der Anschlussstelle Regenstauf plötzlich stark und setzte seine Fahrt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in südliche Fahrtrichtung fort. Durch riskante Fahr- und Überholmanöver wurden dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.
An der Anschlussstelle Regensburg-Nord verließ das Fahrzeug die Autobahn und setzte seine Flucht durch das nördliche Stadtgebiet fort. Im Bereich des Alex-Centers stoppten die beiden Insassen das Fahrzeug, sprangen heraus und setzten ihre Flucht zu Fuß fort. Unter anderem Einsatzkräfte einer beteiligten Spezialeinheit nahmen die beiden Männer nach einer weiteren kurzen Verfolgung unter Anwendung unmittelbaren Zwangs fest. Eine der Personen erlitt bei der Festnahme leichte Verletzungen und wurde ärztlich versorgt. Auch ein eingesetzter Beamter wurde verletzt und musste medizinisch versorgt werden.
Mehrere Objekte durchsucht – Großmengen an Betäubungsmitteln sichergestellt
Während die Festnahme erfolgte, liefen an mehreren Örtlichkeiten bereits die weiteren polizeilichen Maßnahmen. Unter anderem durchsuchten Einsatzkräfte eine Garage, die nach den bisherigen Erkenntnissen mutmaßlich als Lager für Betäubungsmittel genutzt wurde. Zudem wurde eine weitere tatverdächtige Person im Stadtgebiet festgenommen. Sie soll ebenfalls an den Betäubungsmittelhandel beteiligt gewesen sein.
Bei den Durchsuchungsmaßnahmen und im Fahrzeug stellten die Einsatzkräfte insgesamt etwa 7,5 Kilogramm Cannabis, rund ein Kilogramm Haschisch und über 200 Gramm Kokain sicher. Darüber hinaus wurden rund 24.500 Euro Bargeld, mehrere Mobiltelefone, weitere geringe Mengen Betäubungsmittel und verschreibungspflichte Arzneimittel sowie 28 originalverpackte Parfüme, bei welchen es sich vermutlich um Diebesgut handelt, aufgefunden und sichergestellt.
Damit konnten im aktuellen Ermittlungsverfahren erhebliche Mengen unterschiedlicher Betäubungsmittel aus dem Verkehr gezogen werden. Die sichergestellten Gegenstände und insbesondere die Mobiltelefone sind nun Gegenstand der weiteren Ermittlungsarbeit.
Drei Haftbefehle erlassen
Auf Antrag der sachleitenden Staatsanwaltschaft Regensburg wurden die drei tunesischen Staatsangehörigen im Alter zwischen 25 und 45 Jahren am Sonntag, den 4.Oktober, der zuständigen Ermittlungsrichterin vorgeführt, die gegen alle drei Verdächtigen Haftbefehle wegen des bandenmäßigen und unerlaubten Handels mit Kokain und Cannabis in nicht geringer Menge erließ.
Die Arbeit geht für die BAO Brennpunkt im Verfahren „Nemo“ nun weiter. Dabei geht es insbesondere darum, die Hintergründe des Betäubungsmittelhandels aufzuklären und mögliche weitere Beteiligte sowie Strukturen zu identifizieren. Elementarer Bestandteil ist dabei die gezielte Zusammenarbeit von Bundespolizei und Bayerischer Polizei, welche ihre Kräfte und Erkenntnisse zur Bekämpfung ausgewählter Kriminalitätsformen bündeln.
Polizei sucht Zeugen der Fluchtfahrt
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise von Verkehrsteilnehmern, die die Fluchtfahrt beobachtet haben.
Wer am Samstag, 3. Oktober 2026, die gefährlichen Fahr- und Überholmanöver des betreffenden Fahrzeugs, einem weißen Skoda Octavia, auf der A93 zwischen den Anschlussstellen Regenstauf und Regensburg-Nord sowie im nördlichen Stadtgebiet beobachtet hat oder selbst durch die Fahrweise des Fahrzeugs gefährdet wurde, wird gebeten, sich bei der PI Regensburg Süd unter der Telefonnummer 0941/506-2001 zu melden.









