
Nach den ersten drei Ehrenamtsempfängen, im Jahr 2023 im Rahmen der 900-Jahr-Feier und in den beiden darauffolgenden Jahren in der Hammerseehalle lud die Gemeinde Bodenwöhr nun zum vierten Male wieder mehrere Personen aus dem Gemeindebereich, die sich in den Bereichen Natur und Garten, Nachbarschaftshilfe und Eigenheim, Tradition, Kameradschaftspflege und Gedenken der Gefallenen sowie Gemeinderatstätigkeit über einen längeren Zeitraum engagiert haben, ein.
Bodenwöhr lässt sich Ehrungen einiges kosten
Bemerkenswert hierbei ist, dass sich die Hammerseegemeinde das Ehrenamt einiges kosten lässt. Mit Gemeinderatsbeschluss vom 27.10.2022, erweitert mit Beschluss vom 26.06.2024, wurde die Satzung über Ehrungen und Auszeichnung verdienter Persönlichkeiten und sonstiger Bürgerinnen und Bürger sowie Gruppierungen, kurz Ehrenordnung genannt, erlassen. Darin ist u.a. die Verleihung des Ehrenbürgerrechts oder der Bürgermedaille, die Ehrung bei runden Geburtstagen, bestimmten Sterbefällen, Ehe- und Vereinsjubiläen, herausragenden sportlichen Leistungen sowie Ehrenamtlicher, die sich durch mindestens 12jährige aktive Mitarbeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit politischen, kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen besondere Verdienste um das Gemeinschaftsleben erworben haben, geregelt. Die Auszeichnung erfolgt mit einer Dankesurkunde und einer Ehrengabe in Form von Hüttenwerkskohle im Wert von 100 EUR.
Ehrenamt ist eine tragende Säule der Gemeinde
Am vergangenen Freitagabend konnte Bürgermeister Georg Hoffmann diesmal nur acht bzw. sieben Personen, da eine wegen des Flugstreiks in Hamburg festhing, im Foyer der Hammerseehalle zum diesjährigen Ehrenamtsempfang willkommen heißen. Neben einigen Vereinsvertretern und Gemeinderäten galt sein besonderer Gruß seinen beiden Stellvertretern Albert Krieger (FW) und Andreas Seitz (CSU) sowie Altbürgermeister Albert Bauer. „Das Ehrenamt ist die tragende Säule in unserer Gemeinde“, so Hoffmann in seinen einführenden Worten, „es ist verantwortlich für die Lebensqualität und auch dafür mitverantwortlich, dass es bei uns in Bodenwöhr so schön ist“. Die zu ehrenden Personen kämen diesmal aus den Bereichen der Gartenbauvereine, der Siedlergemeinschaft, der Soldatenkameradschaften und des Gemeinderates. Bevor es zum gemütlichen Teil mit Stehempfang, bei dem es Getränke und einen kleinen Imbiss gab, überging wurden nachfolgende Personen geehrt:
Für das Engagement im Bereich der Natur und des Gartens:
Julia Kruppa vom Obst- und Gartenbauverein Bodenwöhr (OGV) war seit 2014 die Betreuerin oder besser gesagt die „Mama“ der „Bodenwöhrer Luchse“, die Kinder- und Jugendgruppe des OGV. Bereits den kleinen Kindern zu vermitteln, dass es Spaß macht, sich mit der Natur und dem Garten auseinanderzusetzen, dabei interessante Zusammenhänge in der Natur zu erkennen, fast schon wie in einer Forscherwerkstatt zu lernen, war Kruppas Intention. Sie leitete nicht nur die Nachwuchsgruppe, sondern sie war auch deren Antriebsfeder.
Christine Bauer vom Obst- und Gartenbauverein Bodenwöhr (OGV) war seit 2010 in der Vorstandschaft des OGV vertreten und wurde von dessen Urgesteinen Ludwig Kaiser und Johann Eisenhut auf ihre Tätigkeit als 1. Vorsitzende, die sie im Jahr 2014 antrat, vorbereitet. Unter ihrer verantwortlichen Regie wurde das eigene Gartengelände bei der Schule, das mittlerweile ein beliebter Treffpunkt ist, initiiert und aufgebaut. Ihr Aufgabenspektrum im OGV deckt die Bereiche Organisationstalent, Arbeitsbiene, Ansprechpartner, Ruhepol, Sozialberatung und Fachexpertin ab.

Für das Engagement bei der Nachbarschaftshilfe und Eigenheimpflege
Willibald Vogl ist quasi das Gesicht der Siedlergemeinschaft Bodenwöhr, da er 20 Jahre lang das Amt des 1. Vorsitzenden bekleidete. In der damals gewachsenen Wohnsiedlung in Blechhammer war er der Ansprechpartner für alles, was mit einem Eigenheim zu tun hatte. Vor allem förderte er das Zusammengehörigkeitsgefühl der „Siedler“ mit vielen geselligen Abenden in der Siedlerhütte. Seinen Ideenreichtum brachte der inzwischen 93jährige zudem viele Jahre beim Seniorenbeirat ein. Unvergessen sind die von ihm initiierten Seniorentanztreffs im Café Weinzierl. „Das hat mich bis ins hohe Alter fit gehalten“, so Vogl auf Nachfrage des Oberpfalz Boten. „Schade, dass es die nicht mehr gibt, ich würde noch so gerne das Tanzbein schwingen“, meint der immer noch rüstige und vital wirkende sowie vor Tatendrang sprühende Rentner,.
Monika Fischer von der Siedlergemeinschaft Bodenwöhr übernahm ab 2012 das Amt der Vorsitzenden. Das Organisieren von Vorträgen, Siedlerfesten und Stammtischen sind feste Bestandteile in ihrem Repertoire. Von ihrem Erfahrungs- und Wissensschatz, was ein moderner Haushalt alles benötigt, profitieren nicht nur die Mitglieder, sondern inzwischen auch die Gemeinde Bodenwöhr mit der neu ins Leben gerufenen Hammerseemesse. Wie ihr Vorgänger Willibald Vogl, ist auch sie inzwischen Teil des Generationenbeirates, wo sie aktiv mithilft und ihre Erfahrungen einbringt.
Für das Engagement für Tradition, Kameradschaftspflege und Gefallenengedenken
Siegfried Spitzer von der Soldatenkameradschaft Erzhäuser bediente als ausgebildeter Böllerschütze über 25 Jahre die Kanone beim Heldengedenktag, Beerdigungen und sonstigen Anlässen. Weiter gehört er seit dieser Zeit auch der Vorstandschaft bzw. dem Vorstandsteam der Soldatenkameradschaft an. Hervorzuheben sind seine herausragenden Leistungen an diversen Waffen, die ihm bei mehreren Schießveranstaltungen Siege und vordere Platzierungen ermöglichten. Ebenso vertrat er mehrmals erfolgreich die Farben der Soldatenkameradschaft beim Stockturnier des BSB-Kreises Neunburg v.W. in Penting.
Für das Engagement im Gemeinderat
Albert Krieger, fünf Amtsperioden bzw. 30 Jahre Gemeinderat von 1996 bis 2026, jahrelang stellv. Bürgermeister und vier Jahre Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. „Der Albert habe in diesen 30 Jahren viel Gemeindegeschichte erleben dürfen und es kann nicht alles falsch gewesen sein, was entschieden wurde“, so Hoffmann rückblickend, „wenn man sieht wie gut sich unsere Gemeinde entwickelt hat“. Krieger selbst meinte in einem kurzen Statement, dass viel gute und richtige Entscheidungen getroffen wurden, vor allem der Bau der Hammerseehalle war gleich die wichtigste Entscheidung zu Beginn seiner Amtszeit.
Michael Weindler und Martin Heinfling, beide sechs Jahre Gemeinderat von 2020 bis 2026.
„Während Weindler seine Aufgabe als Gemeinderat trotz seiner damals begonnenen Selbstständigkeit als Metallbaumeister engagiert wahrnahm, musste Heinfling das neu hinzugekommene Ehrenamt des Gemeinderates mit seinem Schichtdienst als Polizeibeamter unter einem Hut bringen“, so Hoffmann. Infolge des Flugstreikes hing Heinfling in Hamburg fest und konnte nicht teilnehmen.








