
OBERPFALZ. Zum Beginn des neuen Schuljahres beteiligte sich das Polizeipräsidium Oberpfalz vom 15. bis 18. September 2026 an den bayernweiten Aktionstagen „Gurt- und Kindersicherungspflicht“. Ziel der Kontrollen war es, Verkehrsteilnehmer für die Bedeutung des Anschnallens und der korrekten Sicherung von Kindern zu sensibilisieren. Besonders im Umfeld von Schulen und Kindergärten setzten die Einsatzkräfte neben konsequenten Kontrollen auf persönliche Ansprache, Aufklärung und Prävention.
In der Oberpfalz waren insgesamt 527 Einsatzkräfte an den Aktionstagen beteiligt. Dabei wurden 518 Beanstandungen registriert. Die Polizei sprach 476 Verwarnungen aus; 21 Strafanzeigen und 21 Anzeigen im Verkehrsordnungswidrigkeiten-Bereich wurden erstattet.
Ein Schwerpunkt der Kontrollen lag auf der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht. Die Polizei ahndete 81 Verstöße gegen die Sicherheitsgurtpflicht. In weiteren 16 Fällen waren Kinder nicht ordnungsgemäß gesichert. Gerade diese Verstöße sind besonders gravierend: Sicherheitsgurte und geeignete Kinderrückhalteeinrichtungen zählen zu den wirksamsten Schutzvorrichtungen im Fahrzeug und können bei einem Unfall über Leben und Tod entscheiden.
„Die Kontrollen und die Zahl der festgestellten Verstöße zeigen, dass unser Appell weiterhin notwendig ist. Anschnallen ist Verantwortung, keine Option. Schnallen Sie sich immer an, auch auf kurzen Strecken, bei niedrigen Geschwindigkeiten und auf dem Rücksitz. Besonders bei Kindern gibt es keinen Spielraum: Sie müssen immer mit einer geeigneten und korrekt verwendeten Rückhalteeinrichtung gesichert werden“, so Polizeivizepräsident Erwin Frankl.
Im Zusammenhang mit den festgestellten Verstößen gegen die Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht stellten die Kontrollkräfte zudem weitere Verkehrsordnungswidrigkeiten fest. Dabei handelte es sich insbesondere um Verstöße gegen Parkvorschriften sowie Verstöße von E-Scooter-Fahrern.
Die Kontrollmaßnahmen wurden von den betroffenen Verkehrsteilnehmern durchweg positiv und verständnisvoll aufgenommen. Im Rahmen der Kontrollen im Umfeld von Schulen und Kindergärten führten die Einsatzkräfte zahlreiche präventive und aufklärende Gespräche. Sie wiesen dabei auf mögliche Gefahren für Kinder im Straßenverkehr hin, sensibilisierten für örtliche Gefahrenstellen und erläuterten, wie Eltern und andere Verkehrsteilnehmer durch umsichtiges Verhalten zu mehr Sicherheit beitragen können. Das Polizeipräsidium Oberpfalz wird die Einhaltung der Gurt- und Kindersicherungspflicht auch über die Aktionstage hinaus im Blick behalten.
Die Aktionstage knüpften an eine besorgniserregende Entwicklung im vergangenen Jahr an: Im Jahr 2025 kamen in der Oberpfalz 38 Menschen als Pkw-Insassen ums Leben. Zwölf von ihnen waren nicht angegurtet oder nicht durch eine erforderliche Kinderrückhalteeinrichtung gesichert. Bis zum 31. Juli 2026 waren bereits drei tödlich verunglückte Personen in der Oberpfalz nicht angegurtet.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz appelliert daher weiterhin an alle Verkehrsteilnehmer:
- Legen Sie den Sicherheitsgurt vor jeder Fahrt an – unabhängig von Streckenlänge, Geschwindigkeit oder Sitzplatz.
- Sorgen Sie als Fahrzeugführer dafür, dass alle Mitfahrer ordnungsgemäß angegurtet sind.
- Sichern Sie Kinder immer mit einer geeigneten Kinderrückhalteeinrichtung, die zu ihrer Körpergröße und ihrem Gewicht passt.
- Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Wer sich selbst konsequent anschnallt, vermittelt Kindern, dass Sicherheit im Fahrzeug selbstverständlich ist.









