Mittwoch, 9. September 2026

5.500 Euro für Valentin: Schwandorfer Unternehmer machen gemeinsam Mut

Spendenübergabe. Foto: Weigl Unternehmensgruppe

SCHWANDORF. Manchmal beginnt Hilfe mit einem Zeitungsartikel – und mit dem Gedanken, dass man nicht einfach darüber hinweglesen möchte. So war es bei Tanja und Maximilian Weigl. Nachdem sie vom Schicksal des 14-jährigen Valentin Weber aus Schwandorf erfahren hatten, stand für beide schnell fest: Sie wollen helfen. Aus einer persönlichen Spende wurde schließlich eine gemeinsame Hilfsaktion. Insgesamt kommen so 5.500 Euro für Valentin und seine Mutter Silvia Weber zusammen.

Valentin ist 14 Jahre alt und hat eigentlich Pläne, wie andere Jugendliche in seinem Alter auch. Einer davon ist allerdings außergewöhnlich konkret: Er möchte später Medizin studieren. Seit Langem interessiert er sich für den menschlichen Körper, liest medizinische Fachbücher und beschäftigt sich intensiv mit medizinischen Zusammenhängen. Seit diesem Frühjahr hat Medizin für ihn jedoch eine völlig andere Bedeutung bekommen. Bei dem Schwandorfer wurde eine akute lymphoblastische Leukämie diagnostiziert. Seitdem bestimmen Klinikaufenthalte, Untersuchungen und Chemotherapie einen Alltag, in dem vieles, was vorher selbstverständlich war, plötzlich warten muss.

Auf Valentins Geschichte wurden Tanja und Maximilian Weigl durch den Bericht in der Mittelbayerischen Zeitung aufmerksam. „Meine Frau hat mich auf den Artikel hingewiesen. Wir haben darüber gesprochen und für uns war eigentlich sofort klar, dass wir etwas tun möchten“, sagt Maximilian Weigl, Geschäftsführer der Weigl Unternehmensgruppe.

Das Unternehmen stellte zunächst 2.500 Euro zur Verfügung. Für Weigl war damit die Sache jedoch noch nicht beendet. Er wandte sich persönlich an Unternehmer aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis in der Region und erzählte ihnen von Valentin und seiner Familie.

Die Resonanz war groß: Weitere 3.000 Euro kamen zusammen. Die beteiligten Unternehmer möchten dabei bewusst im Hintergrund bleiben. Entscheidend sei nicht, wer welchen Betrag gegeben habe, sondern dass aus vielen persönlichen Entscheidungen am Ende konkrete Unterstützung entstanden sei.

Damit können nun insgesamt 5.500 Euro übergeben werden.

„Als Unternehmer spricht man viel über Verantwortung für die Region. Aber Verantwortung zeigt sich für mich vor allem dann, wenn man sie auch übernimmt“, sagt Maximilian Weigl. „Wir können Valentin seine Krankheit nicht abnehmen. Aber wir können vielleicht dafür sorgen, dass seine Mutter in dieser ohnehin schwierigen Zeit an der einen oder anderen Stelle eine Sorge weniger hat. Wenn unser Beitrag genau das schafft, dann ist viel erreicht.“

Besonders beeindruckt habe Tanja und Maximilian Weigl, mit welcher Haltung der 14-Jährige seiner Situation begegnet. Valentin setzt sich intensiv mit seiner Erkrankung und seiner Behandlung auseinander und hat sich auch seinen Berufswunsch bewahrt. Sein Ziel, später einmal Medizin zu studieren, ist durch die eigene Erkrankung nicht kleiner geworden. Im ursprünglichen Bericht der Mittelbayerischen sagte er sogar, dass er es spannend finde zu verstehen, was im eigenen Körper passiert.

Gleichzeitig verändert die Erkrankung nicht nur Valentins Leben. Seine Mutter Silvia begleitet ihn durch die Behandlung und kann derzeit ihrer Arbeit als Schichtarbeiterin nicht nachgehen. Die Therapie wird die Familie noch lange beschäftigen. Die finanzielle Unterstützung soll deshalb dort helfen, wo sie für Mutter und Sohn am meisten Entlastung schafft.

Für Maximilian Weigl hat die Aktion auch gezeigt, was ein persönliches Netzwerk bewirken kann. „Es ging mir nicht darum, einfach einen Betrag zu überweisen. Ich dachte mir: Wenn wir schon helfen, dann versuche ich, noch ein paar Menschen mitzunehmen. Aus 2.500 Euro sind auf diese Weise 5.500 Euro geworden. Das zeigt, dass man gemeinsam oft mehr bewegen kann, als man zunächst denkt.“

Die Spendenübergabe soll deshalb vor allem eines ausdrücken: Solidarität mit einem jungen Menschen aus der eigenen Region – und mit einer Familie, deren Alltag sich innerhalb kürzester Zeit grundlegend verändert hat.

Valentin selbst hat trotz allem erstaunlich bodenständige Wünsche. Nach der intensiven Behandlung möchte er wieder Dinge tun können, die für andere Jugendliche selbstverständlich sind: zur Schule gehen, schwimmen oder Sushi essen.

Und irgendwann soll aus dem Schüler, der heute seine eigenen Behandlungspläne studiert, vielleicht tatsächlich ein Medizinstudent werden.

Bis dahin soll die Unterstützung aus Schwandorf zumindest einen kleinen Teil des Weges leichter machen.

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