
BURGLENGENFELD. Wenn in Burglengenfeld von Hans-Jürgen Mielke gesprochen wird, fällt häufig ein Begriff: „Legende“. Genau so bezeichnete ihn auch Bürgermeister Martin Antretter, als er dem Jubilar zu seinem 100. Geburtstag gratulierte. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat Peter Wein überbrachte er die Glückwünsche von Stadt und Landkreis bei einer Feier in der Tapas Bar, zu der Familie, Freunde und zahlreiche Weggefährten zusammengekommen waren.
Auf ein ganzes Jahrhundert Lebenserfahrung blickt Hans-Jürgen Mielke inzwischen zurück. Geboren wurde er 1926 in Stettin. Nach den Kriegsjahren führte ihn sein Weg zunächst nach Saal an der Donau und nach Regensburg, ehe er schließlich im Jahr 1946 in Burglengenfeld seine Heimat fand. Dort wurde er zu einer Persönlichkeit, die das politische, gesellschaftliche und sportliche Leben der Stadt über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitprägte.
Beruflich ließ sich Mielke zum Dolmetscher ausbilden und arbeitete anschließend für die amerikanischen Streitkräfte am Truppenübungsplatz Hohenfels und für die Bundeswehr in Burglengenfeld. Doch weit über seinen Beruf hinaus engagierte er sich in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens.
Von 1972 bis 1984 sowie erneut von 1987 bis 1996 gehörte er dem Burglengenfelder Stadtrat an. Im Jahr 1978 stellte er sich als Bürgermeisterkandidat der SPD zur Wahl. Noch immer verfolgt er aufmerksam die Entwicklungen in seiner Heimatstadt und nimmt regelmäßig an politischen Veranstaltungen teil. Wenn „Onkel Hans“, wie ihn viele nennen, das Wort ergreift, hören die Anwesenden aufmerksam zu – nicht nur wegen seiner Erfahrung, sondern auch wegen seines feinen Humors und seines stets präsenten Schalks.
Ebenso eng verbunden ist sein Name mit dem Sport in Burglengenfeld. Von 1974 bis 1992 stand Mielke als 1. Vorsitzender an der Spitze des ASV Burglengenfeld. Die Fußballabteilung liegt ihm bis heute besonders am Herzen. Kaum ein Heimspiel der ersten Mannschaft lässt er sich entgehen. Deshalb hatte der Jubilar zu seinem 100. Geburtstag auch einen besonderen Wunsch: Statt Geschenken bat er um Spenden für den Förderkreis Fußball des ASV Burglengenfeld.
Neben seinem politischen und sportlichen Engagement war Mielke Mitglied zahlreicher Vereine und Organisationen, darunter die Arbeiterwohlfahrt, die Freiwillige Feuerwehr Burglengenfeld und die Gewerkschaft ver.di. Sein Einsatz für die Gemeinschaft blieb nicht unbeachtet. Die Stadt Burglengenfeld verlieh ihm 1991 die Silberne Bürgermedaille als Anerkennung seiner Verdienste. Im Jahr 2007 wurde er von der SPD mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet – der höchsten Ehrung, die die Partei zu vergeben hat.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch sein Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er der erste Burglengenfelder Faschingsprinz. Auf der Theaterbühne spielte er in der Operette „Wenn der Schlehdorn blüht“ den Wirt zur Grünen Linde in Unteraich und sorgte als „Dr. Mielke“ bei den legendären Gaudi-Fußballspielen der 1970er Jahre für Unterhaltung. Diese Episoden stehen stellvertretend für viele Erinnerungen, die zahlreiche Burglengenfelder mit ihm verbinden.
Die Feier zu seinem 100. Geburtstag war deshalb weit mehr als ein persönliches Jubiläum. Sie war zugleich eine Würdigung eines Mannes, dessen Name seit Jahrzehnten eng mit der Geschichte Burglengenfelds verbunden ist. Oder, wie Bürgermeister Martin Antretter es formulierte: Hans-Jürgen Mielke ist eine „Burglengenfelder Legende“.








