Montag, 2. November 2026

Als die Welt noch in Ordnung war!

Der „Deinfelder-Hof“ gehört seit fast 330 Jahren den „Deinfeldern“.

Monika Holmeier überreichte Urkunde

Am 06.01.1920 heiratete Johann Deinfelder seine Ehefrau Maria, geb. Köppl. Hierbei wurde dieses Hochzeitsfoto geschossen. Es zeigt im Vordergrund das Brautpaar in der Mitte des Bildes. Links, Maria mit Blumenstrauß, daneben ihr Ehemann Johann. Dazwischen, etwas dahinter, der Vater des Bräutigams, Johann Deinfelder, rechts von ihm, seine Ehefrau und die Mutter des Bräutigams, Anna Deinfelder, geb. Mehltretter. Fotos: Randolf Alesch

Windmais: Der Deinfelder-Hof aus Windmais dürfte nicht nur im Bereich der Gemeinde Bodenwöhr, sondern wohl im gesamten Landkreis Schwandorf eine Sonderstellung einnehmen. Seit mindestens 329 Jahren befindet sich das landwirtschaftliche Anwesen im Besitz der Familie Deinfelder. „Das Bauerngeschlecht der Deinfelder in Windmais ist laut amtlichen Nachweis seit mindestens 1697 in ununterbrochenem Besitz des angestammten Hofes“, so eine Urkunde, die Franz Deinfelder (verst. 11.06.2014) vom Bezirkspräsidenten des Bayerischen Bauernverbandes, Franz Kustner, zum Sebastianitag Ende der 1990er Jahre in der Nabburger Nordgauhalle erhalten hatte. Damals gratulierte ihm auch die Tochter des ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und spätere Bayerische Kultusministerin Monika Holmeier. Besagter Franz Deinfelder ist erst vor rund zwölf Jahren bei einem tragischen Autounfall im hohen Alter von knapp 88 Jahren ums Leben gekommen. Im Bischöflichen Zentralarchiv in Regensburg existiert eine Urkunde aus dem Jahre 1697 über die Taufe des „Hans Micherl Deinfelder“, wahrscheinlich der UrUrUrUrUrUr-Großvater des angeführten Franz Deinfelder. Davon ausgehend, dass auch die Eltern des Hans Micherl, nämlich Hans und Maria, ebenfalls bereits im Besitz des Anwesens waren, befindet sich der Hof wahrscheinlich noch viel länger im Eigentum der Familie. Den urkundlich erstmals erwähnten Hans und Maria folgte, wie bereits erwähnt, deren Sohn Hans Micherl. Leider ist den Dokumenten nichts über dessen Ehefrau zu entnehmen, genauso wie bei Hans Thomas, dem nächsten Besitzer. Danach durfte Johann Georg, über dessen Ehefrau auch nichts bekannt ist, den Hof übernehmen. Anschließend bewirtschafteten Martin mit Ehefrau Magdalena den Bauernhof. Martin stand der damaligen Gemeinde Windmais um 1820 sogar als Bürgermeister vor. Ihm folgten Georg und dessen Ehefrau Katharina als Besitzer des Anwesens. Am 24.05.1848 heiratete Johann Baptist seine Ehefrau Katharina, geborene Schneeberger, und übernahm später den Hof.

1923 vor dem Deinfelder-Hof von links: Barbara Deinfelder, Lina Deinfelder, beides Schwestern des Hoferben Johann Deinfelder, die Mutter des damaligen Besitzers, Anna Deinfelder, seine Frau Maria Deinfelder und Johann Deinfelder selbst. Ganz rechts Andreas Mösbauer mit einem Rindergespann, Knecht aus Dautersdorf.

Der Großvater von dem bereits angeführten Franz Deinfelder, nämlich Johann, der auch das Dach neu eindecken ließ, führte am 30. Juli 1882 seine Ehefrau Anna, geborene Mehltretter, vor den Traualtar. Er überschrieb seinem Sohn Johann, der am 06. Januar 1920 seine Ehefrau Maria, geborene Köppl, heiratete, das Deinfeldergut. Von ihnen hat der eingangs erwähnte Franz den Hof geerbt. Zusammen mit seiner Ehefrau Therese, geborene Gebhardt aus Meidenried, die rund 14 Jahre vor ihm verstarb, bewirtschaftete er lange Zeit den Hof. Noch vor seinem Tod hat er den Hof an seinen Sohn Georg übergeben. Eine Vielzahl solcher alten historischen Fotos und Begebenheiten sind in der Festzeitschrift der FFW Erzhäuser, die anl. des 125jährigen Gründungsjubiläums im letzten Jahr herausgegeben wurde, niedergeschrieben. Bei diesen Beiträgen geht es nicht nur um die Wehr selbst, sondern vor allem um die Geschichte und Geschichten der ehemaligen Gemeinde Erzhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Wer noch so eine Festzeitschrift erwerben will, um diese interessanten und zum Teil auch lustigen Geschichten nachzulesen, soll sich mit Randolf Alesch, Tel. 09434/901010, Mobil/WhatsApp 0160/95927589 oder Mail: randolf.alesch@t-online.de in Verbindung setzen.

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