Freitag, 30. Oktober 2026

Meilenstein für Ganztag und Schulentwicklung: Telemann-Grund- und Mittelschule Teublitz feiert Einweihung des Erweiterungsbaus

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Einweihung des Erweiterungsbaus. Foto: Fabian Borkner

Teublitz. Festakt an der Telemann-Grund- und Mittelschule: Rund eineinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich im Frühjahr 2025 wurde der neue, rund fünf Millionen Euro teure Erweiterungsbau gestern im Beisein zahlreicher Ehrengäste, des Lehrerkollegiums und der Schulfamilie feierlich eingeweiht. Mit rund 800 Quadratmetern zusätzlicher Nutzfläche schafft die Stadt nicht nur vorausschauend Raum für den ab dem Schuljahr 2026/27 schrittweise greifenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule, sondern setzt zugleich auf modernste Pädagogik.

Investition in Bildung: Fünf Millionen Euro für rund 800 Quadratmeter

Bürgermeister Thomas Beer blickte sichtlich stolz auf die Genese des Großprojekts zurück. Bereits 2023 starteten die ersten Planungen, gefolgt vom einstimmigen Stadtratsbeschluss 2024 und dem Spatenstich im Mai 2025. Trotz des anspruchsvollen Bauens mitten im laufenden Schulbetrieb konnte der überwiegende Bauzeitenplan exakt eingehalten werden.

Bürgermeister Thomas Beer begrüßte die Anwesenden. Foto: Fabian Borkner

„Investitionen in Bildung und Betreuung gehören zu den wichtigsten Aufgaben, die wir als Kommune übernehmen können“, betonte das Stadtoberhaupt. Auch wenn fünf Millionen Euro für eine Kommune der Größenordnung von Teublitz eine enorme Summe darstellten, sei das Geld mit Unterstützung von Bund und Freistaat hervorragend angelegt. Beer dankte Bauamtsleiterin Sabine Eichinger, Architekt Alfred Popp, den ausführenden Betrieben sowie Schulleiterin Sabine Kunz und Konrektorin Stefanie Friedl für das partnerschaftliche Miteinander während der staub- und lärmintensiven Bauphase. Ein besonderes Lob ging zudem an das Mensa- und Reinigungsteam, das den Schulalltag trotz Übergangslösungen verlässlich am Laufen hielt.

Moderne Hybridbauweise und Platz für bis zu 400 Essen

Architekt Alfred Popp, dessen Büro bereits zwischen 2006 und 2014 die umfassende Generalsanierung des Altbestands betreut hatte, erläuterte die baulichen und architektonischen Besonderheiten:

  • Nachhaltige Hybridbauweise: Errichtet aus einer Kombination von Holz, Beton und Stahl für maximale Flexibilität und Zukunftssicherheit.
  • Barrierefreiheit: Ein neu installierter Aufzug am Westflügel erschließt das Gebäude nun vollständig barrierefrei.
  • Neue Mensa & Terrasse: Im Erdgeschoss wuchs die Speisefläche zusammen mit dem Bestand auf nun 230 Quadratmeter. Eine zeitgemäße Großküche sowie eine überdachte Terrasse ermöglichen künftig die Verpflegung von bis zu 400 Kindern – doppelt so vielen wie bisher.

Münchner Lernhauskonzept: Raum für Selbstregulation und Begegnung

Das Herzstück im Obergeschoss bildet die Umsetzung des sogenannten Münchner Lernhauskonzepts. Flexible Cluster, Gruppenarbeitsbereiche, ein Teamzimmer für die Lehrkräfte, eine Leseecke und ein Ruheraum („Snoezelraum“) lösen die klassische Flurschule ab.

Rektorin Sabine Kunz, die vor ihrem Amtsantritt viele Jahre als Ganztagskoordinatorin bei der Regierung der Oberpfalz tätig war, hob hervor, dass Schule sich vom reinen Lehrort zum echten „Lebensraum für Kinder“ wandeln müsse. Konrektorin Stefanie Friedl, die das Schulentwicklungsteam leitet, skizzierte die pädagogische Leitlinie: Im Mittelpunkt stehe die Förderung der kindlichen Selbstregulation. Lehrkräfte verstehen sich verstärkt als Lernbegleiter, die Schüler individuell dort abholen, wo sie stehen.

Eine Sechzehntel-Note zum Einzug und der kirchliche Segen

Musikalisch passend zum Namenspatron der Schule, dem Barockkomponisten Georg Philipp Telemann, überreichte Architekt Popp ein symbolisches Geschenk: War es nach der Generalsanierung einst ein großer Notenschlüssel gewesen, gab es für den Anbau – der volumenmäßig rund ein Sechzehntel des Gesamtkomplexes ausmacht – eine kunstvolle „Sechzehntel-Note“. Diese stehe zugleich für Dynamik, Tempo und Schwung.

Sabine Schindler, stellvertretende Landrätin des Landkreises Schwandorf, überbrachte die Glückwünsche des Landkreises und kündigte ein finanzielles Präsent an. Für den Förderverein überreichten Renate Forster-Frey und Marlene Schiebel drei handgefertigte Moosbilder zur Begrünung der Mensawand.

Die kirchliche Segnung der neuen Räume, der Tische, Stühle und aller ein- und ausgehenden Menschen übernahm die Geistlichkeit mit Bezug auf das Matthäus-Evangelium: Ein Haus brauche ein festes Fundament – eine Schule bestehe vor allem aus einem Fundament des Vertrauens, der Neugier und der gegenseitigen Wertschätzung.

Nach dem offiziellen Festakt klang der Vormittag mit ersten Besichtigungen und einem Mittagsbuffet in der neuen Mensa aus, ehe sich am Nachmittag die Türen für die gesamte Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür öffneten.

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