Montag, 19. Oktober 2026

Schulungstag von AELF und SVLFG für Lehrlinge

Angehende Landwirte lernen, Gefahren auf dem Hof zu erkennen

Ausbildungsberater Wutz (v.r.) und Straller von der SVLFG begutachteten zusammen mit den Azubis die Arbeitssicherheit in der Praxis. Foto: Armin Hofbauer

Es sind kurze Momente – doch so schnell ist etwas passiert. Im Wald, am Feld oder auf dem Hof. Landwirt ist nicht nur ein schöner, sondern leider auch ein gefährlicher Beruf. Und je früher das dem Berufsnachwuchs bewusst wird, desto besser. Darum führten die Bildungsberater des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf, Lisa Schön und Thomas Wutz, zusammen mit Georg Straller von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau (SVLFG) einen Schulungstag rund um die Unfallverhütung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb durch.

Leichter Rückgang bei Unfällen dank Prävention

Jede Woche stirbt ein Landwirt in Deutschland an einem Unfall. So die Aussage des Präventionsberichtes 2025 der SVLFG. Insgesamt kommt es in der Landwirtschaft zu rund 31000 meldepflichtigen Unfällen, bei denen eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen eintritt oder der Versicherte tödlich verunglückt ist. Die gute Nachricht: Die Zahlen gehen mittlerweile leicht zurück. Auch dank der umfassenden Präventionsarbeit.

Sicherheit ist wichtiger Teil der Ausbildung

„Angehende Landwirte können nicht früh genug mit dem Thema konfrontiert werden“, findet auch Bildungsberater Thomas Wutz vom AELF. Als junger Mensch sehe man das noch nicht so eng, aber je früher und öfter man mit dem Thema konfrontiert werde, desto eher erreiche man ein Umdenken. Darum hat die Unfallverhütung nicht nur durch einen Schulungstag in der überbetrieblichen Ausbildung ihren Platz, sondern wird auch in den schriftlichen und praktisch-betrieblichen Prüfungen abgefragt. Georg Straller, der die Schulung durchführt, ergänzt: „Es geht mir darum, den Auszubildenden ein Systemdenken in Sachen Arbeitssicherheit zu vermitteln, so dass sie später auf ihrem Betrieb die Sicherheit bei Bauvorhaben auch mitdenken.“ Der Betriebsleiter selbst ist oft betriebsblind oder kennt seine Stolperfallen und gefährlichen Ecken, aber einem Besucher oder Nachbarn ist schnell etwas passiert.

Ein geschultes Auge erkennt die Gefahrstellen

Wo sind die Gefahrenstellen? Das wird Thema in der Prüfung sein, und das haben die Azubis auch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bei Nabburg nach einer theoretischen Einführung geprüft und dort gesehen, wie es richtig geht: Alles hatte seine Ordnung, der Hoflader hatte ein Fahrerschutzdach, der Heuboden über dem Jungviehstall war mit einem Drahtseil gegen Abstürze gesichert und die Leitern konnten an Bügeln eingehängt werden, damit sie nicht umfallen. Darum geht es Wutz und Straller: „Es ist ihnen aufgefallen. Und das ist schon der erste Schritt.“

Facebook
LinkedIn
Email
Print