
Erzhäuser: Eisenerz spielte bei der Entstehung von Erzhäuser die herausragende Rolle. Im Jahr 1685 fand man in der Umgebung von Windmais und Buch Eisenerz. Der Hammermeister Johann Schreyer erhielt damals die Schürfrechte. Daraufhin kaufte das Kurfürstliche Baudirektorium das Bodenwöhrer Hammerwerk und baute es zu einem Schmelzwerk aus. Ende des 17. Jahrhunderts eröffnete das Bergamt Bodenwöhr bei Buch ein Erzbergwerk. Von den ersten Bergleuten, die zum Teil aus Böhmen und Tirol zuwanderten, hatten einige eigene Häuschen im damaligen Weiler „Puch“ (Buch), andere wohnten in den umliegenden Dörfern. Damit sie nicht so viele Unbequemlichkeiten mit dem weiten Weg zur Arbeitsstätte und durch Trennung von ihren Familien hatten, wurde ihnen anfangs des 18. Jahrhunderts höchsten Orts bewilligt, dass sie sich mit Zustimmung der Grundherrschaft, nämlich des Klosters Walderbach, unmittelbar bei den Bergschächten, im sogenannten „Schöppl“ nach und nach „Trüpff“- oder „Tagwerkhäuslein“ bauen durften. Die daraufhin errichteten Häuser wurden erstmalig 1705 in den Pentinger Pfarrbüchern als „Aerzthäuser“, aus denen später die heutige Ortschaft Erzhäuser entstand, bezeichnet. Im Jahre 1720 waren es schon sechs „Erzgraberhäuser“. Im Jahr 1767 war die Zahl bereits auf 16 Tagwerker-Häuser angewachsen und im Jahr 1830 bestand die Siedlung aus 17 Häuser mit 188 Einwohnern. Für den notwendigen Lebensunterhalt wurden den Bergleuten auch kleine Grundstücke zur Viehhaltung zugewiesen, die von ihnen jedoch im Laufe der Zeit zu stark erweitert wurden, weshalb es wiederholt zu Streitigkeiten wegen widerrechtlicher Ausdehnung ihrer Viehweiden auf Gründe der Gemeinde Pingarten und anderer Grundeigentümer kam. Das Landgericht schaffte deshalb im Jahr 1767 diese Hutweide und die zu große Viehhaltung der Bergleute ab, damit sie sich wieder mehr dem Bergbau als der Viehzucht widmeten. Sie durften nur noch eine Kuh halten. Der Einspruch der Erzhäuserer beim Appellationsgericht wurde abgewiesen. Das älteste, heute noch existierende Gebäude ist das sogenannte „Steigerhaus“ oder „Zechenhaus“, das, wie bereits erwähnt, um das Jahr 1700 für den „Steiger“ (Oberaufseher und Fachkundiger im Bergbau mit Kenntnissen der Geologie und Mineralogie) gebaut, später abgerissen und im Jahre 1764 anstelle des Vorgängerbaus neu errichtet wurde, wobei dann auch die Bergschänke mit untergebracht wurde, die zur damaligen Zeit in den Anfangsjahren regelmäßig vom zuständigen Steiger mitbetrieben wurde. Im Jahr 1876 wurde sie dann aber aufgegeben, da ab diesem Zeitpunkt Josef Pöll aus Erzhäuser ein öffentliches Wirtshaus betrieb und der Erzabbau deutlich rückläufig war. Nachdem beim Hochofenbetrieb in Bodenwöhr ab dem Jahre 1876 fast nur noch Amberger Erze zur Verwendung kamen und die Erzvorräte in der Umgebung zu Neige gingen, hatte der Bergbau in der näheren Umgebung an Bedeutung verloren. Am 31.12.1877 erfolgte die offizielle Einstellung des Grubenbetriebes.
Eine Vielzahl solcher alten historischen Fotos und Begebenheiten sind in der Festzeitschrift der FFW Erzhäuser, die anl. des 125jährigen Gründungsjubiläums im letzten Jahr herausgegeben wurde, niedergeschrieben. Bei diesen Beiträgen geht es nicht nur um die Wehr selbst, sondern vor allem um die Geschichte und Geschichten der ehemaligen Gemeinde Erzhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Wer noch so eine Festzeitschrift erwerben will, um diese interessanten und zum Teil auch lustigen Geschichten nachzulesen, soll sich mit Randolf Alesch, Tel. 09434/901010, Mobil/WhatsApp 0160/95927589 oder Mail: randolf.alesch@t-online.de in Verbindung setzen.










