Montag, 12. Oktober 2026

Juradistl-Streuobst – Schützen durch nützen!

Aktion „NATURhelden gesucht“ des Landschaftspflegeverbands Schwandorf. Foto: Silke Lohr

TEUBLITZ: Apfelsammlung durch Landschaftspflegeverband Schwandorf e.V. und OGV Teublitz mit seiner Jugendgruppe Naturhelden-New Generation, unterstützt die Verwertung von heimischem Streuobst – Ziel ist der Erhalt der natur- und kulturprägenden Streuobstbestände und deren Artenreichtum – Gute Fördermöglichkeiten über den Landschaftspflegeverband.

Juradistl-Streuobstsammlung & Apfelsammelwettbewerb 2026

Der Landschaftspflegeverband Schwandorf e.V. hat im Rahmen seines Juradistl-Projektes zusammen mit der Jugendgruppe des OGV Teublitz, den „Naturhelden – New Generation“, wieder eine Streuobstaktion durchgeführt, die etwas für den Erhalt unserer schönen Obstgärten und Streuobstbestände tun möchte. In der Juradistl-Apfelschorle der Kelterei Nagler – und auch im Produkt „Juradistl-Apfelsaft naturtrüb“, der in der 0,2 l-Flasche angeboten wird – wird bereits seit 2013 heimisches Streuobst aus dem Gebiet des Oberpfälzer Jura verarbeitet und es soll noch mehr werden. Deshalb hat der Landschaftspflegeverband Schwandorf e.V. nun im Herbst 2026 wieder zu einer Apfelsammelaktion aufgerufen. Die Sammlung im Juradistl-Gebiet des Landkreises Schwandorf fand am Samstag, den 10. Oktober von 14:00 bis 16:00 Uhr statt. Sammelort war an der Metzgerei Biller in Teublitz.

Zum zweiten Mal fand nun im Jahr 2026, parallel zur öffentlichen Sammelaktion, auch ein anmeldepflichtiger Wettbewerb im Apfelsammeln für Jugendgruppen statt. Teilnahmeberechtigt waren alle Jugendgruppen im Landkreis Schwandorf. Der Sieg ging an die Jugendgruppe, die die meisten Äpfel auf die Waage brachte. Wiegemeister und damit Wettbewerbsjury war der Landschaftspflegeverband Schwandorf. Der erste Platz ging mit 883 Kilogramm gesammelten Äpfeln, an die Kinder- und Jugendfeuerwehr Teublitz und der Jugendgruppe des OGV Teublitz. Neben dem Erlös von 15 € pro 100 kg, war der Siegerplatz mit 150 € dotiert. Für Herbst 2027 ist wieder ein Apfelsammel-Wettbewerb für Kinder und Jugendgruppen angedacht. Neben dem gemeinsamen Spaß beim Sammeln, macht der Wettbewerb die Bedeutung von Streuobstwiesen und regionalem Obstbau greifbar. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Bayerischen Biodiversitäts- und Ernährungsstrategie unter dem Naturschutzgroßprojekt „Juradistl – schützen durch nützen“ statt.

Artenreiche Streuobst-Bestände erhalten

Der OGV Teublitz und der Landschaftspflegeverband Schwandorf wollen weiterhin an der Streuobstsammelaktion festhalten, da das Sammeln und Verwerten des Obstes mit zum Erhalt der Obstbäume in unserer Region beitragen. Insgesamt wird damit die Wertschätzung für die heimischen Obstsorten erhöht. Streuobstwiesen prägen vielfach noch das Landschaftsbild und den Charakter eines Dorfes. Gleichzeitig sind sie Lebensräume mit großer Artenvielfalt, in denen viele Tier- und Pflanzenarten leben. Allerdings sind bayernweit über die Hälfte aller Obstbäume in den letzten Jahrzehnten gerodet worden und verloren gegangen, da die schön anzusehenden Hochstammbäume nur mit hohem Aufwand zu beernten sind. Und Apfelsaft lässt sich heute mit ertragreichen modernen Sorten oder auf der Basis von Apfelsaftkonzentrat wesentlich kostengünstiger erzeugen.

Artenreiche Streuobst-Bestände erhalten – auch mit lukrativen Fördermöglichkeiten

Viele Streuobstbestände sind überaltert, weil sie nicht mehr gepflegt werden. Hierzu bietet der Landschaftspflegeverband Schwandorf e.V. Hilfe an, wie Silke Lohr vom Landschaftspflegeverband erläutert: „Wir können sowohl Neupflanzungen von Streuobst als auch Pflegeschnitte von Altbeständen organisieren und wir fördern und beraten die Eigentümer von Streuobstbeständen dazu gerne. Auch das Anbringen von Nistkästen für Vögel ist förderfähig“ (vgl. hierzu Infokasten).

Den Streuobstpakt Bayern mit Leben erfüllen

Im Oktober 2021 hat die Bayerische Staatsregierung mit Naturschutzverbänden, der Fruchtsaftindustrie und weiteren Partnern den Streuobstpakt Bayern unterzeichnet. Eine Mio. Bäume sollen bis zum Jahr 2035 gepflanzt werden. Pflege, Vermarktung, Investitionen und Öffentlichkeitsarbeit werden dabei mit 600 Mio. € gefördert. Alle Akteure im Juradistl-Projekt wollen nun mit noch mehr Engagement daran arbeiten, dass sie in der Juradistl-Region den Streuobstpakt Bayern zu einem Erfolg verhelfen.

Juradistl – Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura ist eines der größten Biodiversitätsprojekte in Bayern und setzt sich seit Jahren für den Erhalt der Artenvielfalt in Bayern ein. „Der Artenreichtum unserer Heimat ist häufig an traditionelle, so genannte extensive Landnutzungsformen gebunden“, wie Lohr weiter ausführt. „Diese dienten immer der Erzeugung von Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür ist die Verarbeitung der Rohstoffe in der Region. Der Erhalt der Artenvielfalt ist also indirekt an die Erzeugung und Verarbeitung gebunden. Natur und Kultur gehen Hand in Hand. Gleichzeitig verschwinden in ganz Bayern zunehmend Keltereien, die das Obst aus der Region annehmen und zu Direktsaft verarbeiten. Und auch der Verbraucher hat immer weniger Gelegenheit, frisch gepresste regionale Säfte zu erwerben. Es kommt also darauf an, wieder verstärkt hochwertige Produkte aus dem heimischen Streuobst anzubieten. Und dafür stehen alle Juradistl-Produkte – neben der Apfelschorle und dem Apfelsaft sind dies auch das Juradistl-Lamm, das Juradistl-Weiderind, der Juradistl-Honig, der Juradistl-Gin, der Juradistl-Birnenbrand und die Juradistl-Schafwoll-Pellets.

Juradistl-Apfelschorle und Juradistl-Apfelsaft – ein biotopischer Genuss

Um die besonders artenreichen Streuobstbestände und Obstgärten zu erhalten, wurde u.a. vom Landschaftspflegeverband Schwandorf e.V. mit „Juradistl-Streuobst“ ein Markensegment im Obstbereich geschaffen. Das erste Streuobstprodukt war die Juradistl-Apfelschorle. Sie wird von der Privatkelterei Nagler in Regensburg hergestellt und enthält überwiegend Obstant eil aus der Juradistl-Region. Inzwischen produziert und vertreibt die Kelterei Nagler knapp 200.000 l Juradistl-Apfelschorle pro Jahr. In den Jahren 2013 bis 2025 wurden 1,1 Mio. Liter Apfelsaft zur Herstellung der Schorle produziert. Dies entspricht ca. 2,3 Mio. Liter Juradistl-Apfelschorle. Dafür wurden ca. 2.400 Tonnen heimisches Obst verwertet, der Großteil davon kommt aus der Region des Oberpfälzer Jura.

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