
STEINBERG AM SEE. Ein volles Haus, eine selbstbewusste Wahlnachlese und eine deutliche Positionsbestimmung gegen politische Ränder prägten die Kreisdelegiertenversammlung des CSU-Kreisverbandes Schwandorf. An der Erlebnisholzkugel am Steinberger See zog der Kreisvorsitzende Alexander Flierl, MdL, Bilanz der vergangenen Kommunalwahlen und diskutierte mit den Delegieren die Weichenstellungen von der Gemeindeebene bis nach München und Brüssel.
Stabile Verhältnisse und Rückenwind aus den Kommunalwahlen
Im Mittelpunkt des Rückblicks stand das Ergebnis der Landratswahl: Amtsinhaber Thomas Ebeling sicherte sich mit knapp 55 Prozent der Stimmen bereits im ersten Wahlgang gegen vier Mitbewerber die Wiederwahl. Flierl würdigte dies als Bestätigung für verlässliche Sacharbeit und ständige Präsenz vor Ort.
Auch im Kreistag behauptete die CSU ihre Führungsrolle. Mit 33,8 Prozent und 21 Sitzen bleibt die Partei mit weitem Abstand stärkste Kraft. Dass die Fraktion zwei Mandate abgeben musste, sei angesichts einer nahezu identischen absoluten Stimmenzahl von über 1,4 Millionen kein Anlass für Krisendiagnosen. Den Grundstein für dieses Fundament legten unter anderem neue Wahlkampfformate unter Wahlkampfmanager Christian Paulus – inklusive einer Servicestruktur mit eigener Hotline – sowie der engagierte Einsatz der rund 1.900 Mitglieder an Haustüren und Infoständen.
Christian Meßmann, erster Bürgermeister von Steinberg am See, verwies auf den historischen Erfolg vor Ort: Nach zwölf Jahren SPD-Führung holte die CSU das Rathaus und errang eine absolute Mehrheit von sieben Sitzen im Gemeinderat.

Kümmern statt Protest: Klare Haltung gegen Extremismus
Mit Blick auf den Einzug von zwei AfD-Vertretern in den Steinberger Gemeinderat fand Meßmann deutliche Worte: Kommunalpolitik lebe vom echten Anpacken und Kümmern – Eigenschaften, die man an den politischen Rändern vergeblich suche. Alexander Flierl bekräftigte diesen Kurs in seinem Bericht. Man werde „nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf die AfD starren“, sondern sich auf eigene Stärken und Problemlösungskompetenz konzentrieren. Zugleich grenzte sich Flierl unmissverständlich gegen Populismus und Extremismus von rechts wie links ab und kritisierte Versuche, den europäischen Binnenmarkt oder die Sicherheitsarchitektur durch isolationistische Tendenzen zu gefährden.
Sowohl Meßmann als auch die parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf, MdB, mahnten, das in der Region Erreichte nicht kleinreden zu lassen. Trotz Herausforderungen stehe der Landkreis bei Infrastruktur, Wirtschaftskraft und Familienbetreuung solide da.
Landespolitik mit direkter Wirkung vor Ort
Alexander Flierl untermauerte die bayerische Bilanz mit Verweis auf konkrete Förderungen. Im kommunalen Finanzausgleich 2026 stellt der Freistaat 12,83 Milliarden Euro bereit; allein über 478 Millionen Euro fließen als frei verfügbare Schlüsselzuweisungen in die Oberpfalz. Ergänzt wird dies durch das kommunale Investitionsbudget von zwei Milliarden Euro aus dem Infrastrukturpaket sowie die RZWas-Förderung für Wasser- und Abwassernetze.
Auch die wirtschaftliche Zukunft und Bildung standen auf der Agenda:
- Forschung und Mittelstand: Mit der Hightech Agenda und dem Technologie Campus Schwandorf erhalten lokale Betriebe direkten Zugang zu Innovationen.
- Bürokratieabbau: Durch bayerische Modernisierungsgesetze und den „Bauturbo“ sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren spürbar verkürzt werden.
- Kinderbetreuung: Das novellierte Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG), das zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt, bringt bis 2030 knapp drei Milliarden Euro zusätzlich ins System und erhöht die staatliche Betriebskostenbeteiligung um 25 Prozent.
Neue Wege in der Kommunikation
Damit politische Erfolge und Inhalte die Bürger noch direkter erreichen, baut der Kreisverband seine Strukturen weiter aus. Christian Paulus übernimmt künftig die Funktion des Leiters für Strategie und Kommunikation. Neben der digitalen Präsenz will die CSU verstärkt auf bürgernahe Begegnungen setzen: Für November ist unter anderem ein Wintermarkt mit Preisen „wie zu alten Zeiten“ geplant, um im ungezwungenen Rahmen miteinander ins Gespräch zu kommen.









