
Fotos: Ingrid Nörl
BURGLENGENFELD. Die Realschule am Kreuzberg hat wieder ein „Weist-Gemälde“. Nachdem 2018 im Rahmen der Sanierung und Erweiterung der Schule zwei großflächige Wandgemälde von Georg Weist weichen mussten, beauftragte das Landratsamt Schwandorf den 1989 in Burglengenfeld geborenen und heute in Linz lebenden Künstler Florian Nörl, eine vom ursprünglichen Bild inspirierte, „neue Fassung“ zum Werk von Georg Weist zu schaffen.
Vom Ergebnis mehr als angetan zeigten sich Schulleiter Christian Zingler und Stellvertretender Landrat Hans Prechtl, als kürzlich Florian Nörl im Rahmen einer kleinen Feierstunde das 200 mal 150 Zentimeter große Tafelbild aus Textilstein® überreichte.
Es fügt sich. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass das neue Gemälde wie die alten Werke an einem Treppenaufgang seinen Platz gefunden und damit laut Hans Prechtl „eine symbolische Verbindung von Alt- und Neubau geschaffen“ hat, Florian Nörl selbst war von 2001 bis 2006 Schüler an der Realschule. Die größte Herausforderung für den Künstler bestand nach eigenen Worten „darin, eine Wandmalerei mit all ihren Details mithilfe meiner Techniken Textilstein® und Textilsteinoton ins Textile zu transformieren und den damaligen Geist des Bildes nicht zu verlieren, sondern im Gegenteil sicht- und spürbar zu machen.“
Über ein halbes Jahr dauerte die Arbeit an dem rund 70 Kilogramm schweren Gemälde. Florian Nörl bei der Überreichung des Gemäldes: „ Es hat mir viel Spaß gemacht, Lösungen zu finden. Ich hoffe, dass Georg Weist mit meiner neuen Interpretation seiner Arbeit bzw. seiner Komposition zufrieden wäre. Ich habe mir jedenfalls die größte Mühe gegeben.“ Damit nicht die genug: Das zweite Wandgemälde von Georg Weist, das sich in der Realschule befand, hat Florian Nörl als große Wolldecke drucken lassen und befindet sich heute „als dauerhaftes Andenken an diesen außerordentlichen Künstler“ im Besitz des Museums.
Und: Anlässlich dieser Entstehung des Gemäldes erinnerte das Oberpfälzer Volkskundemuseum im Winter/Frühjahr vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit Florian Nörl in einer Sonderausstellung an Georg Weist und sein künstlerisches Schaffen.
Georg Weist, 1907 geboren im Hirschberg im Riesengebirge, lebte bis zu seinem Tod im Jahre 2002 mehr als fünf Jahrzehnten in Burglengenfeld. Er war ausgebildeter Innenarchitekt und Holzbildhauer und arbeitete seit 1930 freiberuflich als Maler und Grafiker. Besonders in den 1960er Jahren erlangte Weist große Bekanntheit durch seine zahlreichen „Kunst am Bau“-Projekte. Der Nachlass des Künstlers ging auf seinen Wunsch hin an das Oberpfälzer Volkskundemuseum. Wandmalereien von Georg Weist finden sich in Burglengenfeld u.a. im Pfarrheim St. Michael, im Kindergarten Don Bocso, im Volkskundemuseum, in der Evangelischen Christuskirche und im Gasthof „Drei Kronen“.
Florian Nörl wurde 1989 in Burglengenfeld geboren. Er lebt und arbeitet in Linz, international bekannt wurde er durch die von ihm entwickelte und benannte Technik Textilstein®, in der er in einem, Monate dauernden, Prozess mehrlagige Stoffrollen in einem Rahmen anordnet, mit einer geheimen Flüssigkeit tränkt, presst und immer wieder schleift. Nörl hat eine beeindruckende Anzahl an Ausstellungen im In- und Ausland vorzuweisen sowie Ankäufe, darunter Schlossmuseum Linz und in die Kunstsammlung Oberösterreich. Nörl ist auch als Dozent im Bereich Textilkunst gefragt.









