Samstag, 4. Juli 2026

Generalprobe des Festspiels „Vom Hussenkrieg“

Vor beginn der Generalprobe stellten sich alle Schauspieler zu einem Eröffnungsfoto auf. Foto: Randolf Alesch

Untrennbar gehört das historische Burgfestspiel „Vom Hussenkrieg“ vor der eindrucksvollen Kulisse des historischen Schlosses, welches seit 1983 Jahr für Jahr stattfindet, zur Pfalzgrafenstadt Neunburg v.W. Zum 41. Male wird es heuer vom 4. – 25. Juli an insgesamt fünf Abenden aufgeführt, erstmals mit deutlichen Veränderungen. Los geht es bereits mit dem Premierenabend am morgigen Samstag, den 04.07.2026, dann noch am 10., 18., 24. und 25. Juli. Beginn ist jeweils abends um 20.30 Uhr im Burghof der Stadt Neunburg. Der Eintritt kostet 19 Euro für Erwachsene und 11 Euro für Kinder/Jugendliche bis 17 Jahre. Der Oberpfalz Bote hatte Gelegenheit, am vergangenen Mittwochabend an der Generalprobe teilzunehmen. Die rund 120 Laiendarsteller aus Neunburg und Umgebung versammelten sich anfangs geschlossen auf der Tribüne und die Regisseurinnen Karin Michl und Verena Hergl sprachen ihnen ins Gewissen, lobten und motivierten sie, bei der Generalprobe und den darauffolgenden Aufführungen alles zu geben. Mit Blick auf das Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in den USA meinte Michl, dass man selbst bereits im Halbfinale stehe und auch ins Endspiel kommen werde. Selbst der Storch im Nest auf dem Schlossdach klapperte zustimmenden Applaus. 

Der historische Hintergrund

Im Gegensatz zu den Vorjahren spielt das Stück nicht mehr in zwei verschiedenen Zeitzonen. Zur Einführung beginnt es mit der Verurteilung und Hinrichtung des böhmischen Reformators Jan Hus. Auf dem Konzil von Konstanz am 06.07.1415 wurde er als Ketzer verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dadurch wurden Konflikte entfacht, die in blutigen Kreuzzügen und schließlich den Hussitenkriegen mündeten. Das Stück wird dann 18 Jahr später im Jahr 1433 fortgesetzt. Die Hussiten fallen erneut in die heutige Oberpfalz ein und plündern Vieh sowie Vorräte, weil ihnen bei der Belagerung der katholisch geprägten tschechischen Stadt Pilsen langsam der Proviant ausgeht. Als erklärender Erzähler fungiert das ganze Stück hindurch die Figur des Ott Ostmann, oberpfälzischer Dichter und Teilnehmer der Schlacht bei Hiltersried.

Hussitenpfeil tötet Jakob bei Überfall in Schwarzhofen

Das Stück wird mit einem Überfall der Hussiten auf Bauern in Schwarzhofen fortgesetzt. Hierbei will sich der Jugendliche Jakob zur Wehr setzen und wird von einem Hussiten-Pfeil getötet. Die nächste Szene zeigt ein buntes Markttreiben mit Musik in der Stadt Neunburg. Plötzlich erscheint der „Weber“ und berichtet von dem Schwarzhofener Überfall. Es entbrennt eine lebhafte Diskussion, ob man sich gegen die Hussiten zur Wehr setzten soll. Man ist sich nicht einig, selbst die beiden anwesenden Geistlichen streiten vehement, ob man in den Kampf ziehen soll oder nicht, sie verteidigen oder verdammen Jan Hus. Schließlich kommt man überein, beim Pfalzgrafen vorzusprechen. Neue Szene – der Wittelsbacher Pfalzgraf Johann macht sich Sorgen um die Bürger und steht vor der folgenschweren Entscheidung, lässt er die Angreifer mit ihrer Beute ziehen oder greift er ein. Von den „Neunburgern“ wird er vehement um Hilfe gebeten. 

Pfalzgräfin fordert Kampf gegen die Hussiten

Pfalzgräfin Beatrix meint, dass man sich wehren und Vetter Alfred Albrecht aus Straubing in Erinnerung an das Nürnberger Abkommen um Hilfe bitten müsse. Auf der Schwarzenburg treffen sich Pfalzgraf Johann und der mutige ehrenhafte oberpfälzische Ritter Hindschi Pflug von Rabenstein. Sie halten Kriegsrat. Ritter, Bürger, Bauern und selbst Mönche aus der Umgebung finden sich dazu ein. Ritter Tristram Zenger meint, dass er sowieso noch eine alte Rechnung mit den Hussiten offen habe. Man kam überein, sich zu wehren. Der Pfalzgraf soll aber für den Fall einer Niederlage nicht in die Schlacht mitziehen. Hindschi Pflug soll das Oberkommando haben. Plötzlich erscheint ein Bote mit Pfeil im Rücken und bevor er stirbt, teilt er mit, dass die Hussiten bei Hiltersried lagern. 

Schlacht von Hiltersried – Zenger ersticht seinen Sohn

Nächste Szene: Lager der Hussiten in Hiltersried, man rechnet mit keinem Angriff der Oberpfälzer, ist sich selbst uneinig über den Tod des Jungen in Schwarzhofen und verteidige nur den gemeinsamen Glauben. Milo Zenger, Sohn von Ritter Tristram Zenger, der vor Jahren zu den Hussiten wechselte, hegt selbst Zweifel. Plötzlich der überraschende Überfall der Oberpfälzer, die mit Ross und Reiter die hussitische Wagenburg überwinden, in das Hussitenlager eindringen, packende Schwertkämpfe entfachen und siegen. Ritter Tristram Zenger trifft auf Sohn Milo: Mit den Worten „Mein Bub ist ein Hussit, dann stirb“, sticht er seinen Sohn mit dem Schwert nieder. Eine Seite hat etwas mehr verloren, die andere etwas weniger, trotzdem gibt es keinen Gewinner, sondern nur Verlierer.

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