OTH Regensburg rückt Klimafolgen bei der Nachhaltigkeitswoche ins Zentrum der Debatte

Die Fächer wedelten unaufhörlich im Degginger. Die Luft stand, rund 32 Grad zeigte das Thermometer, und der Veranstaltungsraum war trotzdem bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Gäste hatten einen guten Grund, bei diesen Temperaturen auszuharren: Die Hitzewelle draußen passte erschreckend gut zu dem, worum es an diesem Abend ging.
Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche der Stadt Regensburg sprach der Meteorologe Karsten Schwanke auf Einladung der OTH Regensburg über Klimaveränderungen und Extremwetter. Unter dem Titel „Klimawandel verstehen – Wohlstand gestalten“ zeigte Schwanke, wie rasant sich das Klima verändert und warum uns diese Dynamik oft schwer begreiflich ist: Die Entwicklung verläuft nicht linear, sondern exponentiell. Besonders eindrücklich wurden seine Analysen mit konkreten Daten aus der Region. Zwölf Tage am Stück über 30 Grad, davon sieben Tage über 35 Grad – eine Hitzewelle im Juni, die es so in Regensburg noch nicht gegeben hat. Und das, so Schwanke, ist erst der Anfang.

Er blickte dabei nicht nur auf die Region, sondern auch auf die globalen Zusammenhänge und erklärte verständlich, wie Extremwetter entsteht und warum es immer häufiger wird. Klar wurde auch: Einfach wegschauen oder abwarten funktioniert nicht.

Die Folgen des Klimawandels für den Wohlstand
Dass Resignation keine Option ist, zeigte auch die anschließende Podiumsdiskussion: Gemeinsam mit dem Meteorologen Karsten Schwanke diskutierten Prof. Dr. Georg Stephan Barfuß, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent der Stadt Regensburg, Prof. Dr. Michael Sterner, Professor für Energiespeicher und Energiewirtschaft an der OTH Regensburg, und Martina Birk, Head of Sustainability bei der KRONES AG. Im Zentrum standen Fragen nach den Wechselwirkungen von Klimawandel und Wohlstand, den sozialen Folgen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie den konkreten Handlungsspielräumen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Zeiten tiefgreifender Transformation. Viele Fragen kamen auch direkt aus dem Publikum und machten deutlich, wie sehr das Thema die Menschen beschäftigt.
Für die OTH Regensburg war die Veranstaltung zugleich Ausdruck ihres eigenen Engagements. „Nachhaltigkeit ist für uns kein abstraktes Ziel, sondern Teil unseres täglichen Handelns“, betonte Dr. Maja Stojanovi
-Blab, Operative Leiterin der Stabsstelle Nachhaltigkeit an der OTH Regensburg, zur Eröffnung. Mit Infoständen der europäischen Hochschulallianz ARTEMIS (Alliance for Regional Transition, Equality, Mobility, Inclusion and Sustainability) und dem Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement zeigte die Hochschule, wie Forschung, Lehre und Transfer ineinandergreifen.

„Klima-Waage“ am Campustag regte zum Nachdenken an
Und auch über den Abend im Degginger hinaus war die OTH Regensburg bei der Nachhaltigkeitswoche präsent: Beim Campustag am Donnerstag, 25. Juni, unter dem Motto „Campus der Zukunft“ gab es zwar hitzebedingt weniger Besucherinnen und Besucher als sonst – Gesprächsstoff bot der Green Spot aber trotzdem reichlich. Besonders die „Klima-Waage“ regte zum Nachdenken an: Wie stark wirkt sich vegane Ernährung im Vergleich zu einem Urlaub ohne Flugzeug auf das Klima aus? Die Antwort: In etwa gleich viel. Der Verzicht auf To-Go-Becher und Suchanfragen mit KI haben nicht diesen großen Impact, aber in Summe ja vielleicht doch? Verschiedene Kombinationen riefen dazu auf, das eigene Verhalten zu überdenken.

Den Abschluss bildete schließlich das Finale der Fairen Filmwoche am Freitag, 26. Juni, organisiert von der Fairtrade Steuerungsgruppe der Stadt Regensburg und gehostet von der OTH Regensburg: Im randvoll besetzten größten Hörsaal der Hochschule sahen rund 650 Regensburger Schülerinnen und Schüler den Film „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“. Ein niederschwelliger Zugang zu großen Fragen und ein passender Schlusspunkt einer Woche, die gezeigt hat, wie nah uns das Thema Klimawandel längst ist.
Die Botschaft der Woche bleibt: Klimawandel ist kein fernes Szenario, sondern spürbare Gegenwart. Die OTH Regensburg nutzt diese Erkenntnis, um Wissen zu vermitteln, Diskussionen anzustoßen und konkrete Lösungen sichtbar zu machen.








