
In Zeiten des Fachkräftemangels und wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen zeigt sich einmal mehr, wie entscheidend eine fundierte Ausbildung für nachhaltige Integration und beruflichen Erfolg ist. Ein aktuelles Projekt verdeutlicht eindrucksvoll, wie wichtig dabei das Zusammenspiel aller Beteiligten ist. Regionale Arbeitgeber, Träger und das Jobcenter für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach arbeiten Hand in Hand, um Menschen neue Perspektiven zu eröffnen.
Alexander Cermak, Geschäftsführer der Firma CERMAK GmbH & Co. KG in Auerbach: „Wir beschäftigen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, mit verschiedensten Lebensläufen und Charakteren und alle wachsen zu einem funktionierenden Team zusammen. Trotz anfänglicher Herausforderungen gelingt es uns, einen harmonischen Arbeitsalltag zu schaffen. Vor allem in der Bus- und Transportbranche sind wir auf ausländische Mitarbeitende angewiesen. Es wird zunehmend schwieriger inländische Arbeitnehmer für diese Tätigkeiten zu finden. Ohne die Unterstützung von Zugewanderten wären viele Verkehrslinien nicht zu bedienen.“
Ein zentraler Baustein der erfolgreichen Fahrerausbildung in der Region ist die Zusammenarbeit der zwei zertifizierten Weiterbildungsträger, ISE Sprach- und Berufsbildungszentrum Amberg und Verkehrs-Ausbildungs-Zentrum i. d. Opf., mit dem Jobcenter Amberg-Sulzbach. Das Jobcenter selektiert in Beratungsgesprächen passende Kundinnen und Kunden und bietet die Ausbildung an. Der erste Träger unterstützt beim Spracherwerb – vor allem auch fachsprachlich, der Wahl der passenden Spezialisierung und bereitet auf die beschleunigte Grundqualifikation vor. Zusätzlich wird in der Kenntnisvermittlung auch die gesundheitliche Eignung geprüft und die notwendigen Schlüsselqualifikationen sowie die Motivation abgeklärt. Nach einem positiven Abschluss der achtwöchigen Kenntnisvermittlung, schlägt das Jobcenter der Agentur für Arbeit, die Kunden für die berufliche Weiterbildung zur Erlangung der Fahrerlaubnis beim zweiten Maßnahmenanbieter vor.
Die Motivation der Kunden spielt dabei die entscheidende Rolle. Der Wunsch nach einer sinnvollen Tätigkeit, nach Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe treibt viele an. Ein Paradebeispiel ist Yousefi Haji Agha Saeed: „Ich habe an mich geglaubt, wurde durch das Jobcenter und die beiden Träger sehr gut begleitet und bin dankbar für diese Chance. Als Busfahrer bei meinem Arbeitgeber, der Firma Cermak, fühle ich mich sehr wohl. Mein neuer Beruf ist zukunftssicher, das ist mir wichtig.“
Das Projekt zeigt eines deutlich: Nachhaltige Integration gelingt nur im Zusammenspiel. Jeder Partner bringt seine Stärken ein, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. „Die Menschen in Arbeit zu bringen, ihnen eine echte Perspektive zu geben und langfristig zu integrieren ist das Ziel. Gleichzeitig sind die neuen Fachkräfte ein Gewinn für Unternehmen und somit auch für die Gesellschaft insgesamt“, sagt Rainer Liermann, Bereichsleiter des Jobcenters Amberg-Sulzbach, der auch betont, „während der Qualifikation an die Kunden zu glauben, auch wenn das Sprachniveau vermeidlich formal nicht ausreichend sei.“








