
In den vergangenen Monaten entstand am Murner See eine feste Wachstation für die Wasserwacht. Für das Projekt am Herzstück des Oberpfälzer Seenlandes wurden insgesamt 385.000 Euro investiert. Zusätzlich wurde für Radfahrer eine Lade- und Rastmöglichkeit mit einer kleinen Servicestation für Reparaturen geschaffen. Am Wochenende wurde der neue Funktionsbau offiziell eingeweiht und kirchlich gesegnet.
Zur Einweihungsfeier waren zahlreiche Gäste an den Murner See gekommen. Bürgermeister Thomas Falter konnte neben Landrat Thomas Ebeling zahlreiche Vertreter der Wasserwacht sowie weitere Ehrengäste begrüßen. In seiner Ansprache bezeichnete Falter die neue Wasserwachtstation als wichtigen Meilenstein für die Sicherheit am See und für die ehrenamtliche Arbeit der Wasserwacht. Der Murner See sei als beliebtes Freizeit- und Erholungsgebiet mit zahlreichen Badegästen, Wassersportlern und Campern ein besonderer Ort im Oberpfälzer Seenland, an dem eine dauerhafte Rettungs- und Wachstation lange gefehlt habe.


Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Wasserwacht über viele Jahre hinweg unter schwierigen Bedingungen gearbeitet habe. Zwar habe es zuletzt eine mobile Lösung gegeben, diese sei jedoch mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden gewesen und habe keine dauerhafte Infrastruktur geboten. Die neue Station schließe daher eine langjährige Versorgungslücke. Besonderen Dank richtete Falter an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Wasserwacht. Ihr Engagement, ihre Einsatzbereitschaft und ihr Einsatz für die Sicherheit anderer Menschen verdienten höchsten Respekt und große Anerkennung. Die Erfahrungen und Einsatzzahlen der vergangenen Jahre hätten zudem deutlich gezeigt, dass eine feste Wachstation am Murner See notwendig sei.
Die neue Wasserwachtstation sei weit mehr als nur ein Gebäude. Sie schaffe optimale Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte, ermögliche schnelle Hilfe im Notfall und mache Sicherheit am See sichtbar. Gleichzeitig sei sie ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen. Falter erläuterte auch die Herausforderungen des Projekts. Sowohl die Suche nach einem geeigneten Standort als auch die Finanzierung seien anspruchsvoll gewesen. Nach sorgfältiger Prüfung verschiedener Möglichkeiten habe sich die Gemeinde für ein geeignetes Grundstück in Seenähe entschieden. Trotz angespannter kommunaler Haushalte sei die Investition bewusst getätigt worden, da Wasserrettung als öffentliche Aufgabe verstanden werde.


Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 385.000 Euro. Davon konnten etwa 130.000 Euro durch Fördermittel aus dem LEADER-Programm über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziert werden. Der Bürgermeister dankte ausdrücklich den Fördergebern sowie allen Beteiligten aus Planung, Genehmigung, Bauausführung und dem Gemeinderat. Abschließend betonte Falter, dass die neue Wasserwachtstation nicht nur die Sicherheit am Murner See verbessere, sondern auch ein nachhaltiges und wirtschaftlich sinnvolles Gemeinschaftsprojekt darstelle, das den ehrenamtlichen Rettungskräften die Rahmenbedingungen biete, die sie für ihre wichtige Arbeit benötigen.
Landrat Thomas Ebeling sprach in einem Grußwort von der großen Bedeutung der Wasserrettung für die Region und würdigte das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich für die Sicherheit am und im Wasser einsetzen. Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller bedankte sich zunächst bei der Gemeinde Wackersdorf und Bürgermeister Thomas Falter für die Unterstützung und die Anerkennung der wichtigen Arbeit der Wasserwacht. Er betonte, dass die Wasserwacht durch Rettungseinsätze und Präventionsarbeit einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung leiste und durch das Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte Menschenleben gerettet würden.
Ein besonderer Dank galt den Wasserwachten aus den Landkreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach, die an der neuen Station gemeinsam ihren Dienst verrichten. Durch diese Zusammenarbeit könne die Sicherheit für die Besucherinnen und Besucher des Murner Sees auf hohem Niveau gewährleistet werden. Gleichzeitig profitierten auch die Einsatzkräfte aus Amberg-Sulzbach von den Wachdiensten am See, da es in ihrem Landkreis keine vergleichbaren Badeseen gebe. Die Einsätze und Übungen am Murner See ermöglichten wertvolle praktische Erfahrungen und eine bessere Vorbereitung auf überregionale Rettungseinsätze.


Schaller hob hervor, dass der Dienst an der Wasserwachtstation trotz aller Verantwortung auch Freude bereite. Neben den oftmals herausfordernden Einsätzen entstünden Kameradschaft und Gemeinschaft. Mit einem augenzwinkernden Hinweis erwähnte er, dass die neue Station auf Anregung eines Kameraden sogar mit einem Grill ausgestattet worden sei, um das Miteinander der Einsatzkräfte zu fördern. Abschließend richtete er seine Wünsche an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Die neue Wasserwachtstation solle dazu beitragen, den Murner See sicherer zu machen und Unfälle sowie Tragödien zu verhindern. Er wünsche den Einsatzkräften erfolgreiche und sichere Einsätze sowie stets eine gesunde Rückkehr. Gleichzeitig versprach er, dass die Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse der Wasserwacht auch künftig bei Vorstandschaft und Kreisgeschäftsstelle Gehör finden würden.
Für die Kreiswasserwachten Amberg-Sulzbach und Schwandorf sprach Michael Arnold von einem guten Tag für den Murner See und die gesamte Region. Er erinnerte daran, dass der See über viele Jahre hinweg unbewacht gewesen sei, bevor im Jahr 2020 schließlich ein regelmäßiger Wachdienst eingerichtet werden konnte. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 30 Wachtage beziehungsweise 1.185 Wachstunden geleistet. „Außerhalb des Wachdienstes wurden zwei tödliche Badeunfälle registriert“, betonte Arnold und unterstrich damit die Notwendigkeit einer professionellen Wasserrettungsstruktur am See.
Den kirchlichen Segen für das neue Gebäude spendeten Pfarrer Stefan Drechsler und Werner Sulzer. Zum Abschluss der Feier übergab Bürgermeister Thomas Falter symbolisch den Schlüssel an die Vertreter der Wasserwacht. Walter Kraus vom Architekturbüro Haneder & Kraus überreichte zudem eine Spende.








