
Stimmt es, dass viele heimische Kräuter eine heilende Wirkung entfalten? Ist Löwenzahn wirklich giftig? Können Bienen betrunken sein? Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen aus der Neunburger Realschule könnten Ihnen darüber Auskünfte geben. Am Freitag vor den Pfingstferien besuchten sie einen Kurs über einheimische Kräuter und deren Wirkungen im Freilandmuseum Neusath-Perschen. In einer rund 45-minütigen Tour führten Jeanette Ring und Fabienne Ring die Gregorianer über das dortige Gelände und machten sie auf wild wachsende Kräuter aufmerksam: Eine Brennnessel am Wegesrand, welche sich für die Teezubereitung eignet, eine Knoblauchsrauke hinter der Scheune als Schnittlauch- oder Bärlauchersatz, ein Spitzwegerich auf der Wiese, der gut als Heilpflanze wirkt, zum Beispiel bei Husten, gegen juckende Bienen- und Mückenstiche oder als Tinktur gegen Prellungen. Aufgeräumt wurde mit dem Gerücht, Löwenzahn sei giftig. Aber warum warnte man die Kinder früher oft davor? Das hatte eher praktische Gründe, er färbt nämlich auf Kleidung ab und die Flecken lassen sich nur schwer wieder herauswaschen. Der Löwenzahn ist übrigens ebenfalls für seine heilende Wirkung bekannt, die darin enthaltenen Bitterstoffe sind günstig für Organe wie Leber, Milz, Galle und Nieren. Zwischendurch wurde im Schatten eines Ahornbaums Halt gemacht. Die Blüten desselben sind bei Bienen sehr beliebt. Problematisch kann es für die nützlichen Insekten werden, wenn sie an den überreifen Blüten naschen: Der darin enthaltene Zucker wandelt sich in Alkohol um, so kann es passieren, dass die Bienen betrunken werden und den Weg nach Hause nicht mehr finden.
Im Anschluss an viel interessante Theorie über Kräuter ging es für die Schülerinnen und Schüler zum praktischen Teil über. Mit Hilfe eines Mörsers durfte jeder Basilikumblätter zerkleinern und mit Kochsalz vermischen. Das dadurch entstandene Kräutersalz nahmen alle mit nach Hause. Nach einer kurzen Trocknungsphase kann es auf die Pizza gestreut oder zum Würzen eines Salates oder Brotes verwendet werden. Zum Abschluss gab es eine Stärkung in Form von Kräutermarmelade auf Brot und selbst gemachte Kräuterlimonade. Dass in den heimischen Kräutern so viel Potenzial steckt, hätten die wenigsten gedacht.










