
Fotos: Hans-Peter Weiß
Wackersdorf. Die katholische Pfarrei St. Stephanus veranstaltete am Pfingstmontag gemeinsam mit den evangelischen Kirchengemeinden Schwandorf und Nittenau einen ökumenischen Pfingstgottesdienst am Murner See. Bei herrlichem Frühsommerwetter hatten sich am Theatron zahlreiche Gläubige eingefunden. Gemeinsam wurde das Pfingstfest gefeiert – getragen von Musik, Gebet und dem Gedanken an den Heiligen Geist, der Menschen verbindet und neue Kraft schenkt.
Der Gottesdienst stand heuer unter dem Motto „Ramadama – Platz für den Heiligen Geist“. Mit diesem bewusst gewählten bayerischen Begriff griffen die Veranstalter das Bild des Aufräumens und Freimachens auf. Beim traditionellen „Ramadama“ wird aufgeräumt und Platz geschaffen – übertragen auf den Glauben bedeutet dies, innerlich wie äußerlich Ballast loszulassen, um Raum für neue Gedanken, neue Hoffnung und das Wirken des Heiligen Geistes entstehen zu lassen.

Im Mittelpunkt der Predigt stand das Wort „kehren“, das auf besondere Weise gedeutet wurde. Denn „kehren“ ist zweideutig: „Komm Heiliger Geist, kehr bei uns ein“ – dieser Wunsch nach Gottes Nähe und seinem Wirken stand ebenso im Raum wie die zweite, augenzwinkernde Bitte: „Komm Heiliger Geist, kehr bei uns aus.“ Dabei wurde deutlich gemacht: Bevor der Heilige Geist wirklich bei uns einkehren kann, braucht es manchmal zuerst ein Auskehren – ein inneres „Ramadama“. Alte Lasten, Streit, Sorgen oder Gleichgültigkeit sollen hinausgekehrt werden, damit Neues wachsen kann. Die Organisatoren wollten den Besucherinnen und Besuchern damit eine Gelegenheit geben, im oft hektischen Alltag innezuhalten und neue Kraft zu schöpfen. Gerade die besondere Atmosphäre am Murner See sollte dazu beitragen, Glauben, Gemeinschaft und Natur miteinander zu verbinden.
Eingeladen waren Menschen aller Generationen und Konfessionen, gemeinsam Gottesdienst zu feiern, zu singen und Momente der Ruhe und Besinnung zu erleben. Der Pfingstgottesdienst wurde von den Geistlichen Joachim Höring, Stefan Drechsler und Werner Sulzer gestaltet. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Posaunenchor Nittenau-Bodenwöhr, der die Messe feierlich umrahmte. Die Musik unterstrich nicht nur den festlichen Charakter der Feier, sondern trug auch zur besinnlichen Stimmung bei. Mit einem schmunzelnden, aber zugleich nachdenklichen Aufruf hieß es deshalb: „Auf geht’s – Ramadama!“









