Dienstag, 26. Mai 2026

Größter sportlicher Erfolg – SV Erzhäuser steigt in die Kreisliga auf

Mit grünen Nebelkerzen wurde der Sieg gegen Diendorf und der damit verbundene Aufstieg in die Kreisliga auf den Stockbahnen vor dem Sportheim gefeiert. Fotos: Randolf Alesch

Erzhäuser/Windmais: Freudentaumel, Hochstimmung, Ausgelassenheit und Beifallsstürme beim SV Erzhäuser/Windmais am vergangenen Freitagabend im Sportheim. Nach einem knappen 2 : 1 Sieg gegen den SV Diendorf ist man zum ersten Male in der knapp 50jährigen Vereinsgeschichte in die Kreisliga aufgestiegen, der bis dato sicherlich größte sportliche Erfolg für den rührigen Sportverein aus der 400 Seelen zählenden ehemaligen Gemeinde Erzhäuser-Windmais. Sieg und Aufstieg wurden bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Im Corona-Jahr 2021 ist der SV Erzhäuser letztmalig als Erster von der A-Klasse in die Kreisklasse aufgestiegen. In den darauffolgenden Jahren kämpfte man dann regemäßig gegen den Abstieg zurück in die A-Klasse. Doch recht überraschend hat die I. Mannschaft in der abgelaufenen Saison in der Kreisklasse Süd im Fußballkreis Cham/Schwandorf den 2. Platz mit 52 Punkten und 53 : 23 Toren belegt, der zur Relegation für den Aufstieg in die Kreisliga berechtigte. Noch im letzten Liga-Spiel am 9. Mai gewann die „Weiß-Elf“ überzeugend mit 5 : 0 beim Tabellenletzten TV Wackersdorf. Lange Zeit spielte man sogar um die Meisterschaft und den direkten Aufstieg mit. Erst nachdem man am 6. April zu Hause gegen den späteren Meister FC Stamsried verdient mit 0 : 3 unterlag, verabschiedete man sich von den Meisterträumen.

Relegationsspiel 1 gegen Grafenwiesen im Elfmeterschießen gewonnen

Am vergangenen Sonntag, den 17.05.2026, gewann die SV-Elf in einem hochdramatischen und an Spannung nicht mehr zu überbietenden Krimi vor knapp 1.000 Zuschauern das erste Relegationsspiel zum Aufstieg in die Kreisliga in Wetterfeld gegen die SG Grafenwiesen/Bad Kötzting II mit 6 : 5 nach Elfmeterschießen. Die Bandbreite der Gefühlslagen war bei diesem Spiel nicht mehr zu überbieten und reichte von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt infolge der wechselnden Zwischenstände. In dieser spannungsgeladenen Partie zweier Kreis-Klassisten schossen Eduard Bartucz (45.) und Tobias Ehebauer (76.) eine 2:0-Führung für ihren SV Erzhäuser heraus und es sah alles nach einem ungefährdeten Sieg aus. Doch Grafenwiesen gab sich noch nicht geschlagen und konnte in der 87. Minute verkürzen. Quasi mit der letzten Aktion konnte sich Grafenwiesen durch ein Eigentor von Wagner, der einen Freistoß in der 90.+17 Minuten ins eigene Tor ablenkte, in die Verlängerung retten. Die üppige Nachspielzeit resultierte aus einem medizinischen Notfall unter den Zuschauern, der das Spiel kurz nach dem Seitenwechsel für rund zehn Minuten unterbrach. In der Verlängerung ging Grafenwiesen in Führung. Fünf Minuten vor dem Schluss glich der kurz zuvor eingewechselte Bernhard Rötzer aus. Es ging ins entscheidende Elfmeterschießen. Während Erzhäuser zweimal vom Punkt scheiterte, leistete sich Grafenwiesen gleich drei Fehlschüsse. Damit stand die „Weiß“-Elf als Sieger fest und durfte vergangenen Freitag zu einem weiteren Relegationsspiel gegen den SV Diendorf auf dem Sportplatz in Teunz antreten.

Relegationsspiel 2 gegen Diendorf in letzter Minute gewonnen

Auch zu diesem Spiel setzte Erzhäuser wieder einen Bus für die Fans ein, der gerne angenommen wurde. Bei diesem Spiel stand vor allem Erzhäusers Torhüter Sepp Böhm im Mittelpunkt. Zun einen hielt er einen Elfmeter, zum anderen lenkte er einen weiteren Schuss an den Pfosten und last but not least gab er auch noch den Assist für den Siegtreffer. Mario Schieder erzielte in der 33. Minute den Führungstreffer für Erzhäuser. Wenig später ließ Bernhard Rötzer das mögliche 2:0 liegen. Kurz vor der Pause glich Spielercoach Sebastian Ring für Diendorf aus (45.). Die zweite Halbzeit sah lange keine Tore und auch wenig zwingende Gelegenheiten, wobei Erzhäuser mit Fortdauer des Spieles immer mehr die Oberhand gewann. Als alle schon mit der Verlängerung rechneten, gelang Tobias Ehebauer (90.+1) der vielumjubelte Siegtreffer für den SVE, der sich damit künftig Kreisligist nennen darf. Das ist der größte sportliche Erfolg, den der SV Erzhäuser bislang in seiner Vereinsgeschichte verzeichnen durfte.

2005 schon mal an der Kreisliga angeklopft

Einzig in der Saison 2004/05 war man ähnlich erfolgreich, als man nach der überlegenen Meisterschaft in der A-Klasse mit zwölf Punkten Vorsprung und gleichzeitigem Aufstieg in die Kreisklasse Ost bis weit in die Rückrunde ungeschlagen blieb und lange Zeit den 1. Platz belegte.

So auch noch am letzten Spieltag, als man mit 2 Punkten Vorsprung vor dem ärgsten Verfolger SC Michelsneukirchen nach Untertraubenbach fuhr. Dort erwischte man jedoch einen rabenschwarzen Tag und verlor hoch mit 4 : 0. Da gleichzeitig der SC Michelsneukirchen sein Spiel in Beucherling gewinnen konnte, blieb damals nur der undankbare 2. Platz. Das fällige Relegationsspiel gegen den VfB Wetterfeld wurde dann jedoch verloren und der Aufstieg war damit dahin. Nun darf man aber für die kommende Saison in der Kreisliga planen, in der sicherlich ein ganz anderer Wind wehen wird.

Der Jubel kannte bei Erzhäuser und seinen Fans keine Grenzen, als Schiedsrichter Jakob Baier, zufälligerweise vom SV Diendorf, das erste Relegationsspiel gegen die SG Grafenwiesen nach dem Elfmeterschießen abpfiff.
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