Dienstag, 5. Mai 2026

Meilenstein für die Abwasserentsorgung: Regenrückhaltebecken Verau-Nord offiziell in Betrieb genommen

Der Vorstand der Stadtwerke Maxhütte-Haidhof, Ludwig Haslbeck (fünfter von links), zeigte sich gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Rudolf Seidl (fünfter von rechts) und dem Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weiden, Mathias Rosenmüller (vierter von rechts), erfreut über den erfolgreichen Abschluss der Baumaßnahme am Regenrückhaltebecken Verau. Auf dem Bild sind außerdem Vertreter der beteiligten Firmen und Planungsbüros zu sehen. Fotos: Anita Alt

Maxhütte-Haidhof. Mit einem kleinen Festakt ist das Regenrückhaltebecken Verau-Nord offiziell in Betrieb genommen worden. Die Anlage markiert den Abschluss einer rund zweijährigen Bauphase, in die insgesamt etwa vier Millionen Euro investiert wurden.

Die Notwendigkeit des Projekts zeigte sich bereits in der Vergangenheit deutlich: Bei Starkregen kam es im Ortsteil Verau wiederholt zu Rückstau in der Kanalisation, überlaufende Gullys waren die Folge. Selbst während der Bauarbeiten blieb die Baustelle nicht von Extremwetter verschont – ein Unwetter verursachte Schäden, als Rohre beschädigt wurden.

Trotz dieser Herausforderungen konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Stadtwerke-Chef Ludwig Haslbeck zeigte sich bei der Einweihung entsprechend zufrieden und dankte insbesondere den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihr Verständnis während der Bauzeit. Bürgermeister Rudolf Seidl, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtwerke, würdigte die Maßnahme als wichtigen Beitrag zur Infrastruktur der Stadt.

Seit der Gründung der Stadtwerke Anfang 2020 seien erhebliche Investitionen in die Wasserver- und Abwasserentsorgung geflossen, so Seidl. Insgesamt wurden 6,7 Millionen Euro in die Wasserversorgung und 15,8 Millionen Euro in die Abwasserbeseitigung investiert. Ein Großteil dieser Maßnahmen sei nur durch Fördermittel des Freistaats Bayern möglich gewesen.

Seidl betonte, dass die Abwasserentsorgung zwar selten im Fokus der Öffentlichkeit stehe, ihre Bedeutung jedoch sofort spürbar werde, wenn sie nicht funktioniere. Hinzu komme, dass rund 60 Prozent des Stadtgebiets in Trinkwasserschutzgebieten liegen, was besonders hohe Anforderungen an die Infrastruktur stelle.

Auch Mathias Rosenmüller, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weiden, hob die Bedeutung der Investition hervor. Unter dem Leitgedanken „Wasser ist Leben“ arbeite die Wasserwirtschaft daran, eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten. Die Förderung für das Projekt beträgt rund 70 Prozent, was etwa 2,9 Millionen Euro entspricht.

Die technischen Anforderungen an solche Anlagen seien hoch und ihre Instandhaltung eine dauerhafte Aufgabe. Gleichzeitig wies Rosenmüller darauf hin, dass Wasser- und Abwassergebühren kostendeckend kalkuliert werden müssen, da es sich um sogenannte kostenrechnende Einrichtungen handelt.

Wie notwendig das neue Becken ist, verdeutlichte Planer Roland Hammerschmid: Bereits während der Bauphase sei die Anlage zweimal nahezu vollständig gefüllt gewesen. Das neue Rückhaltebecken verfügt über ein Fassungsvermögen von 6.800 Kubikmetern – deutlich mehr als die 1.700 Kubikmeter der bisherigen Anlage.

Für den Bau wurden rund 8.500 Kubikmeter Erde bewegt sowie 1.620 Kubikmeter Beton und 215 Tonnen Stahl verbaut. Die Anlage besteht aus vier Kammern. Eine moderne Steuerung sorgt dafür, dass maximal 62 Liter Wasser pro Sekunde an die Kläranlage in Teublitz weitergeleitet werden.

Mit der Inbetriebnahme des Regenrückhaltebeckens ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und der nachhaltigen Abwasserbewirtschaftung in Maxhütte-Haidhof gelungen.

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