
Lag es an den bevorstehenden Kommunalwahlen oder an den guten Vorsätzen für das neue Jahr? Die letzte Bodenwöhrer Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag verlief etwas anders, als viele Sitzungen zuvor. Bis auf den nicht mehr kandidierenden Martin Heinflichg (CSU), waren parteiübergreifend alle anderen Räte, die ohne Ausnahme erneut bei den Kommunalwahlen am 8. März wieder antreten, anwesend. Darüber hinaus erfolgten alle Beschlüsse einstimmig, die Sitzung selbst verlief ohne viele Nachfragen sehr harmonisch und es gab keine Dispute – seltsam – das gab es bislang nicht so oft. Bestimmt wurde die Sitzung von je einer Bauvoranfrage bzw. einem Bauantrag, der Vorstellung der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für die evangelische Kirche, der Bestätigung der Kommandanten der Feuerwehr aus Erzhäuser und die Neuverpachtung des Kiosks am Badeplatz.
Leiterin der Kinderfeuerwehr erhält 100 Euro
Zunächst wurde das Protokoll der letzten Gemeinderatsitzung vom 28.01.2026 einstimmig genehmigt. Anschließend gab Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) folgende Beschlüsse aus dem nichtöffentlichen Teil der gleichen Sitzung bekannt: Eine Beschäftigte der Hauptverwaltung wurde gemäß Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) eine Stufe höhergruppiert, also quasi befördert. Weiter wurde beschlossen, dass Sophie-Luisa Ziegler, die Leiterin der neu geschaffenen Bodenwöhrer Kinderfeuerwehr, eine jährliche pauschale Grundentschädigung in Höhe von 100 Euro erhält. Hinzu kommt ein personenbezogener Betrag von 20 Euro pro fünf Kinder. Außerdem wurde die Spendenaufstellung für das Jahr 2025 vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen und genehmigt.
Bauvoranfrage in Altenschwand entsprochen
Der bei der letzten Gemeinderatssitzung vereidigte neue Gemeinderat Stefan Fritsch (Nachfolger des im November letzten Jahres verstorbenen Johann Fritsch) hatte eine Bauvoranfrage für die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garage am Ortseingang von Altenschwand gestellt. Deshalb durfte er an der Abstimmung nicht teilnehmen. Da die Erschließung des Grundstückes mit Wasser und Kanal noch nicht gewährleistet ist, muss sich der Bauherr diese bis zur Bauantragstellung entweder durch eine dingliche Sicherung bzw. Dienstbarkeit über ein Nachbargrundstück oder über den Zufahrtsweg sichern zu lassen. Die Kosten hierfür hat der Bauherr zu tragen. Von Seiten des Gemeinderates wurden keine Bedenken erhoben und das gemeindliche Einvernehmen wurde einstimmig erteilt. Ebenso wurden gegen den Antrag von Theresa Götz aus Taxöldern zum Umbau der Kellerräume im Anwesen in der Rastweiherstraße 1 in eine Einliegerwohnung mit separatem Eingang keine Einwände erhoben und das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Wie geht es mit der evangelischen Kirche weiter?
Nach Aufnahme der evangelischen Auferstehungskirche in der Weihersiedlung in das Kommunale Denkmalschutzkonzept (KDK) hat die Gemeinde eine geförderte Bauforschungsanalyse und Machbarkeitsstudie an das Architekturbüro Schönberger vergeben. Nach Abschluss der Bauforschung und Erstellung einer Machbarkeitsstudie, in die die Wünsche eines Bürgerforums, das am 24.09.2025 durchgeführt wurde, einfließen sollten, stellte Julius Schönberger vom gleichnamigen Architekturbüro die Ergebnisse für die am Ostermontag 1930 eingeweihte Kirche vor. Aufgabe der Kirchenverwaltung ist es nun, sich für eine aus der Machbarkeitsstudie stammende Nutzung, wie z.B. Besprechungen, Tagungen, Feste, Hochzeiten etc. zu entscheiden und die Finanzierung sowie Fördermöglichkeiten zu prüfen. Der Gemeinderat nahm von der Machbarkeitsstudie Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, die Fördermöglichkeiten aus Städtebau und Denkmalfond aufzubereiten und die Kirchenverwaltung zu unterstützen.

Tobias Schießl und Stephan Schmirler als Kommandanten bestätigt
Die nächsten beiden Tagesordnungspunkte hatten eher formellen Charakter. Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Erzhäuser wurde Tobias Schießl als 1. Kommandant und Stephan Schmirler als 2. Kommandant gewählt. Gemäß den Statuten des Bayerischen Feuerwehrgesetzes bedürfen die gewählten Kommandanten einer Bestätigung durch die Gemeinde im Benehmen mit dem Kreisbrandrat. Hierfür ist der Gemeinderat zuständig. Einstimmig wurden Schießl und Schmirler in ihren Ämtern bestätigt.
Kiosk und Bootsverleih erneut an Alexander Dahm verpachtet
Der Kiosk, der Kahn- und Bootsverleih sowie der Verleih der Stand-Up-Paddle-Boarde am Badeplatz „Im Seewinkl“ erfolgte während der Badesaison 2025 durch Alexander Dahm aus Nittenau. Der Vorschlag der Verwaltung, den Kiosk ganzjährig zu betreiben, konnte im vergangenen Jahr infolge zu geringer Nachfrage nicht umgesetzt werden. Jedoch beteiligte sich Dahm am Hammerseefest und organisierte zusammen mit der Wasserwacht eine Halloweenparty am Badeplatz. Die Verwaltung schlug vor, Kiosk sowie Kahn-, Boots- und Stand-Up-Paddle-Board-Verleih wieder an Dahm für 600 Euro zu verpachten. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

In der oberen Weihersiedlung werden die Wasserleitungen saniert
Beim letzten Tagesordnungspunkt „Informationen des Bürgermeisters“ teilte Hoffmann mit, dass der Haushalt für das Jahr 2026 durch das Landratsamt genehmigt wurde. Erfreulich sei, dass eine Kreditermächtigung in Höhe von 60.000 Euro aus dem Jahr 2024 nicht in Anspruch genommen wurde und somit noch zur Verfügung steht. In der oberen Weihersiedlung, so Hoffmann weiter, wird am kommenden Montag, den 2. März, mit der Sanierung der Wasserleitungen begonnen. Zuerst kommt die Bergstraße dran, danach die Leitung entlang der Neunburger Straße vom Bahnübergang bis zur Einmündung der Bergstraße und zum Schluss die Sudetenstraße. Im Rahmen dieser Maßnahme wird auch gleichzeitig die Glasfaser durch die Telekom mitverlegt. Ebenso beginnt am Montag die Baufirma Dankerl damit, die Baugebiete „Ziegelzell“ in Taxöldern sowie „Schwandner Höhe“ in Altenschwand zu erschließen. Auf Nachfrage von Stefan Rauch (SPD) zur geplanten Strecke des Landkreislaufes am 27.06.2026 teilte Hoffmann mit, dass die Strecke das Gemeindegebiet tangiere. Über den Haltepunkt in Warmersdorf führe die Strecke mittels der Röhre in Mögendorf unter der Bundesstraße 85 hindurch zum nächsten Haltepunkt in Bodenwöhr. Von dort aus geht es weiter nach Taxöldern, wo sich ein weiterer Haltepunkt befindet.









