Dienstag, 3. Februar 2026

Wahlkampfversammlung der BLB in Erzhäuser

Gut besucht war das Sportheim des SV Erzhäuser bei der Wahlversammlung der Bürgerliste, in der Bürgermeisterkandidat Fabian Schmid (stehend) sich und seine Ziele vorstellte. Fotos: Randolf Alesch

Rund 40 Anwesende durfte Fraktionssprecher Alois Feldmeier zur Wahlversammlung der Bürgerliste (BLB) im nahezu vollbesetzten Sportheim des SV Erzhäuser willkommen heißen. Sowohl er, als auch Bürgermeisterkandidat Fabian Schmid zeigten sich mit der Resonanz sehr zufrieden. Die bevorstehenden Kommunalwahlen seien Anlass nicht nur die eigenen Ziele vorzustellen, so Feldmeier einleitend, sondern auch auf die vergangenen sechs Jahre zurückzublicken und das Geschehene zu bewerten. „Machen“ ist sicherlich gut, meinte Feldmeier in Bezug auf den Bodenwöhrer CSU-Wahlprogramm-Slogan, mit „Maß und Verstand“, um auf den eigenen BLB-Slogan zurückzukommen, und mit mehr Transparenz wäre es aber noch besser.

BLB-Fraktionssprecher Alois Feldmeier (stehend) eröffnete die Versammlung und kritisierte rückblickend zahlreiche Entscheidung des Gemeinderates in den letzte sechs Jahren.

Feldmeier kritisiert zurückliegende Entscheidungen

Kritisiert wurde von ihm vor allem der Schuldenaufbau, die noch ausstehende Rechnungsprüfung für das Jahr 2024, der Kauf des alten Bahnhofsgebäudes, ohne es vorher begutachtet zu haben sowie die Kosten für die Einrichtung des MINT-Zentrums im alten Bahnhof, was eigentlich Aufgabe des Landkreises gewesen wäre. Weiter meinte Feldmeier, dass das Hammerblatt viel billiger hergestellt werden könnte und der Gemeinderat in die Entscheidung, eine Neujahrsgala zu veranstalten, nicht eingebunden worden sei. Zur medizinischen Versorgung der Bodenwöhrer Bürger führte er aus, dass ihm die Außerstelle der Wackersdorfer Hausärzte lieber sei, als das großangekündigte Medizinische Versorgungzentrum, was nur weiteres Verwaltungspersonal binden würde. Bemängelt wurde auch der Plan, die Bahnhofüberquerung auf die andere Seite Blechhammers weiterführen zu wollen, obwohl der Platz für die Holzverladestelle nie und nimmer zur Verfügung gestellt werden würde. Weitere Kritikpunkte Feldmeiers waren die geplante PV-Anlage in einem Naturschutzgebiet bei Altenschwand, der Kauf eines Kindergartenbusses bei einem Händler in Dieterskirchen und nicht bei einem örtlichen Autohaus sowie die Planungen beim Baugebiet Ziegelzell in Taxöldern – dort müsse der Spielplatz nun doch zurückgebaut und verlegt werden. Die Verdoppelung der Buskosten für die Kindergartenkinder würden wir sofort zurücknehmen, so Feldmeier, wenn wir die Mehrheit im Gemeinderat hätten.

Gut besucht war das Sportheim des SV Erzhäuser bei der Wahlversammlung der Bürgerliste, in der Bürgermeisterkandidat Fabian Schmid (stehend) bei den Fragen Rede und Antwort stand. 

Gemeinderatskandidaten stellen sich vor

Georg Lehner, 69 Jahre, aus Bodenwöhr, Polizeibeamter i.R., kritisierte die hohe Verschuldung infolge unnötiger Investitionen.

Frank Wanke, 64, Blechhammer, Leiter Anlagentechnik bei der DB AG, war beruflich verhindert.

Julia Buchner, 36, Neuenschwand, Friseurin, will Vereine unterstützen und sich für Neubürger einsetzen.

Alfred Brosig, 60, Blechhammer, selbständiger Trockenbauer, will die Einkaufsmöglichkeiten in Bodenwöhr erhalten.

Jutta Makolla, 72, Blechhammer, Rentnerin, will sich für barrierefreies Wohnen einsetzen.

Armin Schmitzer, 52, Erzhäuser, Mechaniker, war verhindert.

Günter Makolla, 79, Blechhammer, Rentner, will mit seinen Erfahrungen und seinem Fachwissen einem neuen jungen Bürgermeister mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Renate Krause, 70, Bodenwöhr, Natur- und Umweltpädagogin, will sich für Artenvielfalt und Natur einsetzen

Ludwig Binder, 46, Blechhammer, Vertriebsleiter, will sich für die Gemeinschaft und die Infrastruktur stark machen.

Lena Haberl, 18, Neuenschwand, Schülerin, will ein offenes Ohr sowohl für die älteren als auch für die jüngeren Mitbürger haben.

Jörg Peter, 63, Bodenwöhr, Polizeibeamter i.R., möchte sich in der Gemeinde einbringen.

Kurt Pöll, 52, Erzhäuser, Lehrer, will Schulden abbauen.

Alois Feldmeier, 61, Bodenwöhr, Versicherungsmakler, kritisierte vorgefertigte Meinungen, wünscht sich einen Bürgermeister, der die Bürger mag sowie einen Gemeinderat, der etwas zu sagen hat.

Fabian Schmid stellt sich und seine Ziele vor

Abschließend stellte sich der BLB-Bürgermeister-Kandidat Fabian Schmid vor: 23 Jahre alt, aus Bodenwöhr, Verwaltungsfachangestellter, langjähriger Ministrant und Mitglied bei der Feuerwehr, dem Männergesangsverein und dem Kapellenverein Windmais. Er stehe für Sachlichkeit, Ehrlichkeit, Verantwortung, so Schmid, und will Entscheidungen, die Bestand haben. Besonders hob er seine Kenntnisse und sein Wissen bezogen auf einen Verwaltungstätigkeit aus seiner Ausbildung und seinem Beruf hervor. Besonderen Wert würde er auf eine gute Infrastruktur, solide Gemeindefinanzen und einen ausgeglichenen Haushalt legen. Wichtig seien für ihn auch Bürgernähe, Transparenz, Zuhören, Verlässlichkeit und Ansprechbarkeit.

Fragerunde

Auf Nachfrage von Gisela Rösch zur geplanten Sanierung des alten Rathauses meinte Schmid, dass für ihn das geschichtliche Erbe zähle. Was soll mit dem leerstehenden „Schinack“ (ehemaliger Gasthof Schießl in der Ortsmitte) passieren, fragte Franz Rösch nach. Kritisiert wurde, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und somit die Möglichkeiten eingeschränkt wurden. Hier müssten sich alle Parteien an einen Tisch setzen, so Schmid, und eine gemeinsame Lösung gesucht werden. „Stabile und auf gesunden Beinen stehende Finanzen“, meinte Schmid auf die Nachfrage von Josef Wagner, was Schmids konkreten Ziele seien.

Vor einem Jahr war Fabian Schmid (stehend) noch Bundestagskandidat der Freien Wähler, danach wurde er als Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler gehandelt, nun tritt er für die BLB an.

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