
100 Jahre Fenzl: dieses außergewöhnliche gastronomische Ereignis feierte man in Steinberg am See mit zahlreichen Gästen aus Wirtschaft und Politik. 1925 legte Josef Fenzl I. den Grundstein für den heute florierenden Hotel-Gasthof.
Seniorchef Josef Fenzl III. blickte vor allem auf die jüngste Vergangenheit zurück, als beim Teilabriss im Vorjahr wegen Hotelerweiterung „einige emotionale Tränen flossen“. Nach einer anstrengenden Herausforderung sei dank der Planer und Handwerksfirmen ein weiterer Meilenstein der 100-jährigen Familiengeschichte geschaffen worden. Das Ende der BBI 1982 sei ein wichtiger Impuls zur Neuorientierung gewesen. Sein Lebenstraum sei immer ein echter Hotel-Gasthof gewesen, den sein Sohn Ronnie vollendet habe. Dies bestätigte auch der derzeitige Juniorchef Ronnie Fenzl, der viele innovative Ideen einbrachte. Motto der Fenzls sei immer gewesen, dass Gastronomie Leidenschaft sein müsse. Bürgermeister Harald Bemmerl dankte, dass man Mut bewiesen und in Steinberg ein gut gehendes Hotel geschaffen habe. Das neue Bauwerk füge sich gut in die Ortsmitte ein. Mit der Hotelerweiterung habe man ein neues Level erreicht. Marcus Jacob von der gleichnamigen Brauerei aus Bodenwöhr dankte für 22 Jahre harmonische und vertrauensvolle Zusammenarbeit und überreichte eine goldene Magnumflasche Weißbier symbolisch für eine goldene Zukunft Der Vorsitzende der Mittelstandsunion Christian Paulus gratulierte zur hundertjährigen Erfolgsgeschichte und traditioneller Wirtshauskultur.

Altbürgermeister und stellvertretender Landrat Jakob Scharf, der das Unternehmen 30 Jahre als Gemeindeoberhaupt begleitet hat, gratulierte für den Landkreis und zeigte als Orts- und Kreisheimatpfleger die interessante Geschichte des „Wirtsgütls“ als eines der ältesten Häuser in Steinberg auf. Schon 1680 ist auf diesem Haus ein Wirt erwähnt. Nach mehreren Besitzerwechseln und unterschiedlichen wirtschaftlichen Erfolgen erwarb 1925 der in Irlach von der BBI „abgelöste“ Landwirt Josef Fenzl I. vom Darlehens-Kassenverein Steinberg-Oder unter 27 Bewerbern das Anwesen um 28000 Mark. Zudem machte er eine Spende von 5000 Mark für die Steinberger Kirchenorgel, die dann die Schmidt-Brauerei durch Aufschlag des „Bierpfennigs“ von 1 Mark pro Hektoliter übernahm. Neben der Landwirtschaft wurde das Gasthaus auch durch die Errichtung eines Saales 1932 allmählich zum gesellschaftlichen Mittelpunkt, was Sohn Josef II. ab 1955 mit seiner Frau Ida kontinuierlich ausbaute. Viele Vereine fanden ihre Heimat, wobei in der Wirtsstube eine strenge Hierarchie für Dorfhonoratioren und große Bauern sowie Arbeiter und „normale“ Bürger herrschte. Auch ein eigener „Handwerksburschentisch“ für das fahrende Volk wurde freigehalten, da es auch regelmäßig Übernachtungen gab. Legendär sind bis heute die Maskierten Turnstunden, die stets ausverkauft waren.1973 übernahm Josef III. die Gastwirtschaft, der 2001 den ersten größeren Umbau vollzog. Restaurant und Terrasse wurden zum neuen Anziehungspunkt mit der Umstrukturierung zu einem Hotel mit drei Sternen. Die anfangs von vielen skeptisch gesehene Umstrukturierung Steinbergs von der ehemaligen Bergarbeiter – hin zur attraktiven Wohn -und Tourismusgemeinde unterstützte der Gastronom mit eigenen Ideen von Anfang an, lobte Altbürgermeister Scharf. Der jetzige Betreiber -Ronnie mit seiner Frau Stepanie- setzte dann vergangenes Jahr mit dem Bau von elf neuen Zimmern den vorläufigen Höhepunkt einer hochinteressanten Firmengeschichte, die 100 Jahre von einer einzigen Familie vom Urgroßvater zum Urenkel geprägt ist. Mit 56 Betten in 33 Zimmern zählt der Hotel-Gasthof Fenzl zu den führenden Häusern im Oberpfälzer Seenland. Viele Urlauber und Geschäftsreisende konnten sich bisher von der Qualität und dem freundlichen Service überzeugen, darunter auch manche Prominenz wie Eisi Gulp, Wolfgang Ambros oder zuletzt der „Bergdoktor“ Hans Sigl. Wie geht es weiter? Der fünfjährige Sohn könnte Josef IV. werden oder auch seine elfjährige Schwester Helena, die jetzt schon ein erfrischend nettes „Wirtshausmoidl“ ist.









