
Nicht, wie ansonsten üblich in einem Gasthof, sondern im angenehm erwärmten alten Bahnhofsgebäude in Blechhammer, hat die CSU Bodenwöhr mal einen etwas aus den Rahmen fallenden Versammlungsort für ihren Wahlkampfbeginn gewählt. Knapp 30 Anwesende durfte Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) zum Auftakt der „Machen ist besser als Wollen-Tour“ für die anstehenden Kommunalwahlen im Bahnhofsgebäude willkommen heißen, darunter auch einige Gemeinderatskandidaten. „Dies ist heute sowohl Premiere als auch Testphase für die kommenden Wahlkampfauftritte“, so ein sichtlich zufriedener Hoffmann. Eingangs stellte er die Planungen für das alte Bahnhofsgebäude vor. Jahrzehntelang tat sich nichts und der Bodenwöhrer Bahnhof fristete ein Schattendasein. Das änderte sich im Jahr 2021, als die Deutsche Bahn im August damit begann, den betagten Haltepunkt für rund 5,7 Mio. EUR rundum zu erneuern.
Bahnhofsgebäude vorgestellt

Foto: Randolf Alesch

Nahezu zeitgleich kaufte die Gemeinde Bodenwöhr den „Alten Bahnhof“ zurück, um diesen für rund 4,8 Mio. EUR komplett zu sanieren. Rechnet man alles mit ein, Städtebauförderung und weitere Zuschüsse durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), so Hoffmann, werden fast 90% der förderfähigen Kosten bezuschusst. Dadurch, dass der nachträglich angebrachte Vorbau zur Straße durch einen Glasanbau ersetzt sowie das Dach um rund einem Meter angehoben und mit einer Rundum-Verglasung versehen wird, entsteht ein helles und lichtdurchflutetes Gebäude mit zwei Eingängen. Im Erdgeschoss werden der rund um die Uhr geöffnete Dorfladen, ein Wartebereich, ein digitaler Infopoint und eine Lounge mit Selbstbedienungscafé untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich die drei Labore (Holz/Metall, Naturwissenschaft, Elektrotechnik) des MINT-Zentrums für den Landkreis sowie Lagerräume und ein Büro mit Teeküche. Das Dachgeschoss beherbergt neben dem rund 90 qm großen Bürgersaal, in dem Kurse, Versammlungen etc. stattfinden können, ein Foyer, eine Teeküche sowie ein Stuhl- und Tischlager. Alle Einrichtungen können auch von den örtlichen Vereinen genutzt werden. Im September 2024 kam dann noch die erfreuliche Nachricht, dass das Land Bayern 24 Bahnstationen für rund 100 Millionen Euro barrierefrei aus- bzw. umbaut, darunter auch Bodenwöhr für knapp 2 Mio. EUR. Insgesamt wurden bzw. werden somit rund 12,5 Mio. EUR innerhalb von sechs Jahren in den alten Bahnhof investiert.
Rückblick auf die vergangenen sechs Jahre

„Als Bürgermeister eine Gemeinde zu führen ist meine Leidenschaft, meine Begeisterung, mein Leben und mein Hobby zugleich, ich denke, dass kann man spüren, ich brenne für diese Arbeit“, so Hoffmann, als er die Ergebnisse der zurückliegenden sechs Jahre vorstellte. Insgesamt wurden 21 Millionen Euro in die Gemeinde investiert, hiervon rund 10 Millionen für Familie und Kinder in Form der neuen Grundschule, des Kindergartens Pusteblume, das Hackschnitzelheizwerk, Spielplätze und Generationentreff. Für weitere 6,3 Millionen Euro wurde die Infrastruktur, nämlich die Friedhöfe in Bodenwöhr und Taxöldern, die Wasserleitungen vor allem in Bodenwöhr, Windmais und Neuenschwand, der neue Recyclinghof und diverse Gemeindeverbindungsstraßen ausgebaut bzw. erneuert, führte Hoffmann aus. Mit der Sanierung des Bahnhofs, dem Bau des Parkplatzes Ludwigsheide, der Anlage des Badeplatzes in Blechhammer, dem Bau der Seebühne, ökologischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Blaualgen und der Flur- und Dorferneuerung in Windmais wurden 2,6 Millionen Euro in die Entwicklung der Ortschaften und in den Hammersee investiert. Mit neuen Fahrzeugen für die Feuerwehren in Bodenwöhr, Pingarten, Taxöldern und Altenschwand sowie einem neuen Bagger, einem neuen LKW und einem neuen Anhänger für den Fuhrpark des Bauhofes wurden 1,8 Millionen Euro investiert teilte Hoffmann mit. Betrachtet man die Sollausgaben aus dem Vermögenshaushalt, dann wären es sogar über 30 Millionen Euro, die wir investierten.
Schuldenstand trotz Investitionen gleichgeblieben

Trotz dieser enormen Investitionen mussten nur 4 Millionen Schulden für den Schulneubau aufgenommen werden und rund 3,8 Millionen wurden zurückbezahlt, berichtete Hoffmann, so dass sich der Schuldenstand nahezu nicht verändert hat und bei 7 Millionen Euro liegt. Möglich war dies alles durch ein abgestimmtes Fördermanagement, welches aus Dorfentwicklung, Städtebauförderung und weiteren Förderprogrammen (RZWAS) fast jede Investition mit mindestens der Hälfte der Kosten abgefedert hat. Durch die ausgewiesenen Baugebiete „Wirtskellerweg“, „Am Birkerl“, „Am alten Forstamt“, „Am Bahnhof“, „Ziegelzell“, die Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebietes sei die Gemeinde gewachsen, so Hoffman.
Ziele für die kommenden sechs Jahre
Als Ziele der nächsten sechs Jahre gab Hoffmann vor, die Ortsteile zu unterstützen zu fördern und am Leben zu halten, den Ortskern von Bodenwöhr noch mehr zu beleben, das Wachstum zu fördern und Wohnraum zu schaffen, die Rathaustüren für jedermann offen zu halten, Betreuung und Bildung auszubauen, Tourismus und Kultur zu beleben, die Versorgung zu sichern und die Infrastruktur zu sanieren sowie energiebewusst zu planen.
Gemeinderatskandidaten stellen sich und ihre Ziele vor
Bevor es eine kleine Brotzeit für alle Teilnehmer gab, hatten die nachfolgend aufgeführten anwesenden Gemeinderatskandidaten die Möglichkeiten sich vorzustellen:
Georg Hoffmann, 53 Jahre, Bürgermeister, verheiratet, 3 Töchter, Altenschwand
Stefanie Reiger, 43 Jahre alt, Bürokauffrau, verheiratet, 2 Kinder, Warmersdorf, Gemeinderätin
Walter Spirk, 66 Jahre, Wasserwart i.R., verheiratet, Blechhammer, Gemeinderat
Andreas Seitz, 34 Jahre, Projektleiter, verheiratet, 1 Kind, Pingarten, Gemeinderat
Carina Hoffmann, 25 Jahre, Landschaftsplanerin, leidig, Altenschwand, Gemeinderätin
Sebastian Wild, 35 Jahre, Mechatroniker Meister, verlobt, Bodenwöhr
Katrin Fischer, 45 Jahre, Sparkassenkauffrau, geschieden, 2 Söhne, aus Taxöldern
Josef Stangl, 68 Jahre, Rentner, verheiratet, aus Bodenwöhr
Günter Treml, 64 Jahre, Versorgungstechniker, verheiratet aus Bodenwöhr
Die nachfolgend nicht anwesenden Gemeinderatskandidaten wurden von Georg Hoffmann vorgestellt:
Harald Bauer, 51 Jahre, Mittelschullehrer, ledig, Windmais, Gemeinderat
Christian Paulus, 49 Jahre, Unternehmer, verheiratet, Taxöldern
Marius Skiba, 47 Jahre, Schreiner, verheiratet, 2 Kinder, Blechhammer
Astrid Hübner, 68 Jahre, verwitwet, Examinierte Pflegekraft, Bodenwöhr
Aydin Bozlagan, 55 Jahre, Galvaniker, verheiratet, 4 Kinder, Bodenwöhr
Marc Spörl, 31 Jahre, Lehramtsanwärter, ledig, Windmais
Michael Weindler, 42 Jahre, Metallbaumeister, getrennt, 2 Kinder, Bodenwöhr, Gemeinderat
Für den Kreisrat kandidiert Franziska Hoffmann, die sich ebenfalls vorstellte:
Franziska Hoffmann, 23 Jahre, Mittelschullehrerin, ledig, Altenschwand
Termine der Wahlversammlungen
08.02.2026, 10 Uhr, Auftaktwahlversammlung im ehemaligen Wirts-Stadl Hartl in Taxöldern mit Weißwurstfrühschoppen für Taxöldern und Pingarten
09.02.2026, 19 Uhr, Wahlversammlung im SV-Sportheim in Erzhäuser mit Bürgermeister-Geburtstags-Brotzeit für Erzhäuser, Windmais, Buch und Pechmühle
10.02.2026, 19 Uhr, Wahlversammlung im Gasthof Dirmeyer in Neuenschwand für Altenschwand, Neuenschwand und Warmersdorf
11.02.2026, 19 Uhr, Wahlversammlung im Gasthof Lutter in Blechhammer für Blechhammer
13.02.2026, 19 Uhr, Abschlusswahlversammlung im Seegasthof Jacob in Bodenwöhr für Bodenwöhr
14.02.2026, 10 Uhr, „Ladies Welcome“ am Valentinstag beim Edeka-Markt Buchbauer in Bodenwöhr








