
Weil es in Taxöldern und Pingarten seit rund zwei Jahren kein Gasthaus mehr gibt, fand die Bürgerversammlung für beide Ortsteile zusammen mit Erzhäuser und Windmais im Sportheim des SV Erzhäuser statt. Rund 50 Anwesende konnte Bürgermeister Georg Hoffmann im vollbesetzten SV-Heim willkommen heißen. Wegen des Baus der neuen Grundschule, so Hoffmann, wurde im Jahr 2024 ein Kredit von rund 3 Millionen Euro aufgenommen, wodurch der Schuldenstand auf 7,4 Millionen Euro stieg. Durch zwischenzeitliche Tilgungen konnten der Schuldenstand auf rund 7 Millionen Euro zum Jahresende 2025 reduziert werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung würde bei 1.548 Euro liegen, so das Gemeindeoberhaupt. Die Zahl der Einwohner sei im Vergleich zum Vorjahr um 15 Personen auf 4.531 gefallen.
Knapp 900.000 Euro in die Infrastruktur investiert
Für die Sanierung der Wasserleitungen in Blechhammer und der oberen Weihersiedlung wurden rund 230.000 Euro ausgegeben. Auf Wunsch der bauausführenden Firma, so Hoffmann, wird mit der Erneuerung der Wasserleitungen in der oberen Weihersiedlung erst heuer angefangen. Baldmöglichst sollen dann die Wasserleitungen in der Forststraße in Blechhammer und in Erzhäuser, dort wegen der anstehenden Dorferneuerung, saniert werden. Weiter wurde die GVS von Pingarten nach Taxöldern für rund 220.000 Euro erneuert. Rund 81.000 Euro investierte man in die Umrüstung der Straßenlampen auf energiesparende LED, so Hoffmann. Für den Neubau einer Klärschlammtrocknung beim Abwasserzweckverband Sulzbachtal wurden rund 356.000 Euro ausgegeben. Da die Sanierung der kompletten Abwasseranlage und auch die Verlegung des Kanals aus dem Hammersee anstehe, werde man in den kommenden Jahren deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen, was sicherlich die Abwassergebühren nach oben treibt, meinte Hoffmann.
Kommune stellt Hackschnitzel für Heizkraftwerk selbst her
Noch heuer soll mit dem Glasfaserausbau, der an die Telekom vergeben wurde, begonnen und im nächsten Jahr beendet werden., teilte Hoffmann mit. Die Feuerwehr in Altenschwand habe eine neues Einsatzfahrzeug im Wert von 320.000 Euro erhalten. Auch für die Feuerwehr Erzhäuser stünde in den nächsten Jahren die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges an, so Hoffmann. Für das Hackschnitzelheizkraftwerk am Schulgelände wurde ein überdachtes Hackschnitzel-Lager am Recyclinghof angelegt und ein Transportgerät angeschafft. Da die Selbstherstellung der Hackschnitzel mit 15 – 17 Euro/SRM deutlich günstiger kommt, als der Kauf (28 – 37 Euro/SRM), so Hoffmann überzeugt, fertige man sie selber. Weiter wurde das Leitungsbüro im Kindergarten St. Barbara für 28.000 Euro renoviert. Besonders freute sich Hoffmann, dass die Raiffeisenbank Niederbayern/Oberpfalz ein neues Spielgerät für den Generationentreff im Wert von 40.000 Euro gesponsert hat.
Grundschule und alter Bahnhof sind Großprojekte
Der Neubau der Grundschule konnte zeitgerecht abgeschlossen werden, so Hoffmann, die offizielle Einweihung erfolgte im Oktober. Schüler und Lehrer sind begeistert von der neuen Schule. Bisher seien Baukosten in Höhe von rund 8,6 Millionen Euro angefallen. Als Förderung habe man rund 4,4 Millionen Euro erhalten. Heuer müssen noch die Außenanlagen fertiggestellt werden, so das Gemeindeoberhaupt. Hierbei finden die Sandsteine der ehemaligen Pausenhofmauer Verwendung. Auch die Sanierung des alten Bahnhofes in Blechhammer, das 2. Großprojekt der Gemeinde, schreitet mit großen Schritten voran. Derzeit erfolgt der Innenausbau. Außerdem wurden Heizung und Lüftung fertiggestellt. Die Möblierung bezahlt der Landkreis. Hoffmann geht davon aus, dass das Projekt heuer abgeschlossen werden kann. Die Kosten werden sich auf rund 4,7 Millionen Euro belaufen.
Neue Baugebiete in Altenschwand und Taxöldern
Mit den Baugebieten „Wohnen in der Schwandner Höhe“ in Altenschwand mit zehn Parzellen und „Wohnen in der Ziegelzell“ in Taxöldern mit 25 Parzellen wurden zwei Baugebiete in den Ortsteilen geschaffen. Erfreut zeigte sich Hoffmann darüber, dass die Grundstückspreise beim Baugebiet „Ziegelzell“ trotz Bauverzögerung vergleichsweise günstig ausfallen werden. Lobende Worte fand Hoffmann für den Generationenbeirat, der mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen, wie das wöchentliche Sprachcafé, den Generationenfasching, den Hammerrock oder das Generationenfrühstück und sogar die Veranstaltung der Hammerseemesse das Gemeindeleben bereichere. Für 38 Anwesen habe die Genossenschaft Energiedorf Neuenschwand eine vorbildliche gemeinschaftliche Nahwärmeversorgung mit Hackschnitzelheizwerk geschaffen.
Altes Rathaus wird in ein Bürgerhaus umgebaut
Neben den Wackersdorfer Hausärzten, die in die Praxis des Ärzteehepaares Windisch eingezogen sind, suche man weiter nach einem zweiten Hausarzt, um ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) nach dem Vorbild von Neunburg eröffnen zu können. Bürgerfest, Hammerseefest, Hammerrock, Weihnachtszauber, Langschläfer-Gottesdienst und die Konzerte auf der Seebühne prägten das kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungsangebot. Das ehemaligen Alte Rathaus wird saniert und in ein Bürgerhaus umgebaut, wobei mit einer Förderung von 80% zu rechnen ist, weshalb man bald anfangen müsse. Das Gebäude soll Heimat für das Tourismusbüro, die Postfiliale, die Bücherei, ein Musikzimmer, einen Sängersaal und eine Cateringküche für das Bürgerfest werden. Der Gemeinde werden wohl Kosten in Höhe von 1,4 – 1,5 Millionen Euro bleiben.
Fußgängerampel in der Weihersiedlung
In Windmais konnte im vergangenen Jahr der Wegebau westlich, südlich und östlich der Ortschaft im Rahmen der Flurneuordnung abgeschlossen werden. Bei der geplanten Flurneuordnung in Taxöldern-Pingarten werden Gewässer-, Wege- und Dorferneuerungspläne durch das Büro Landimpuls erarbeitet. In der Neunburger Straße auf Höhe der Einfahrt der Schulstraße werde noch heuer eine Fußgängerbedarfsampel errichtet, so Hoffmann, die für die sichere Überquerung der Straße durch Schulkinder und Spaziergänger sorgen wird. Weiter werde an dieser Stelle die Fahrbahn verengt, eine neue Bushaltestelle erstellt, neue Gehsteige angelegt und ein barrierefreier Zugang von der Weihersiedlung zur Neunburger Straße geschaffen. Die Gesamtkosten werden sich auf 920.000 Euro belaufen. Nach Abzug der Förderung und des Anteils des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach werden der Gemeinde wohl Kosten in Höhe von 305.000 Euro bleiben. Die im Jahr 2023 angehobenen Wassergebühren konnten infolge gesunkener Energiekosten nochmals auf 2,15 Euro/cbm reduziert werden, ebenso der Hebesatz der Grundsteuer B von 200% auf 175%.
Lebhafte Diskussion
In der anschließenden regen Diskussion beklagten etliche Anwesende die holprigen und steinigen Radwege im Forst, den an manchen Stellen unzureichenden Winterdienst sowie die seit Sanierung der B85 fehlenden Smiley-Tafeln, die am Ortseingang von Obererzhäuser und der Weihersiedlung die Geschwindigkeit angezeigt hatten. Angeregt wurde, mehr Straßenlaternen aufzustellen, da die künftig LED-Beleuchtung keine so große Streuwirkung entfalle. Auf Nachfrage teilte Hoffmann mit, dass die Grundstückspreise beim Baugebiet „Ziegelzell“ in Taxöldern trotz Bauverzögerung vergleichsweise günstig ausfallen werden und sich wohl an denen des Baugebietes Wirtskellerweg/Wegäcker orientieren werden.
















